{"id":640764,"date":"2011-04-15T23:41:23","date_gmt":"2011-04-15T21:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=640764"},"modified":"2012-03-30T16:08:01","modified_gmt":"2012-03-30T14:08:01","slug":"wenn-kostensparmassnahmen-menschenleben-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/04\/15\/wenn-kostensparmassnahmen-menschenleben-kosten\/","title":{"rendered":"Wenn Kostensparmassnahmen Menschenleben kosten"},"content":{"rendered":"<p>Die Feuerl\u00f6scher waren leer und die Notruf-Telefone funktionierten nicht, als es vor gut zwei Jahren eine Explosion in einem Werk von ThyssenKrupp in Turin gab. Sieben Arbeiter starben wegen ihrer schweren Verbrennungen, die sie dabei erlitten. Die Staatsanwaltschaft warf dem deutschen Top-Manager Harald Espenhahn vors\u00e4tzliche T\u00f6tung vor. Er habe das Risiko eines Brandes bewusst in Kauf genommen, als er in das Werk, das geschlossen werden sollte, nicht mehr investierte.<\/p>\n<p>Warum auch immer. Vielleicht wurde auch er von dem Stahlkonzern f\u00fcrs Kostensparen belohnt &#8211; mit Pr\u00e4mien oder Boni. Wenn ja, war das ein ganz schlechtes Gesch\u00e4ft f\u00fcr den Mann und offen bleibt die Frage, inwieweit die Konzermutter dann Verantwortung an dem Unfall und den sieben Toten tr\u00e4gt. Ob solche Kostensparvorgaben tats\u00e4chlich sittenwirdrig sind oder sonstwie unzul\u00e4ssig sein k\u00f6nnen. Zumal, wenn die Kostensparvorgaben vielleicht nicht\u00fcber Gehaltszulagen erreicht werden sollen, sondern stattdessen die Drohung dahinter steht &#8211; sicher unausgesprochen -, dass der Manager seinen Job verliert, wenn er nicht auf Teufel komm raus Einsparungen vornimmt &#8211; oder eben n\u00f6tige Massnahmen unterl\u00e4sst. <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,757569,00.html\">http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,757569,00.html<\/a><\/p>\n<p>Doch so weit ist man noch nicht. Auch wenn diese Anschlussfrage unausweichlich sein d\u00fcrfte. Hat sich ein Arbeitsrechtler dar\u00fcber schon mal Gedanken gemacht? \u00dcber kluge Eintr\u00e4ge unter den Kommentaren w\u00fcrde ich mich freuen.<\/p>\n<p>Hin wie her. Der Deutsche wurde vom italienischen Gericht zu 16 Jahren Haft verurteilt, wegen vors\u00e4tzlicher T\u00f6tung. Der Fall ist auch in Italien ein Pr\u00e4zedenzfall. Zum ersten Mal wurde ein Manager nach einem Arbeitsunfall verurteilt. Das Werk wurde tats\u00e4chlich im Folgejahr, also 2008, geschlossen.<\/p>\n<p>Es ist traurig, dass es in solch einem renommierten Weltkonzern so weit kommen kann, dass kein Geld mehr locker gemacht wird f\u00fcr Feuerl\u00f6scher-F\u00fcllungen und Notruf-Telefone. Dass Menschenleben letzten Endes dem Kostensparwahn geopfert werden.<\/p>\n<p>Wer sagt, dass so etwas nur in Turin passiert und nicht auch hier im Heimatland? Bei ThyssenKrupp ebenso wie bei anderen gut beleumundeten Unternehmen? Das Pr\u00e4miensystem &#8211; gekoppelt an Einsparungen &#8211; wuchert \u00fcberall. Dass immer weniger Menschen nach all den Entlassungsrunden immer mehr und l\u00e4nger arbeiten m\u00fcssen, um trotz der Spar-Vorschl\u00e4ge der vagabundierenden Unternehmensberater noch die Arbeit zu bew\u00e4ltigen. Die Menschen, die nun Burnouts erleiden oder psychisch erkranken &#8211; die Zahl der Betroffenen steigt und macht Betriebsmedizinern immer mehr Sorgen -, werden wom\u00f6glich auch eines Tages Schmerzensgeld von ihren F\u00fchrungskr\u00e4ften verlangen.\u00a0 Weil sie nichts zu ihrem Schutz getan haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn n\u00f6tige Reparaturen und Instandhaltungsmassnahmen eingespart werden und daraufhin Menschen zu Tode kommen, riskieren die verantwortlichen Top-Manager Freiheitsstrafen. Zum Beispiel gerade ein ThyssenKrupp-Expat in Turin.  <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/04\/15\/wenn-kostensparmassnahmen-menschenleben-kosten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[352,491,1045,1056,1067,1126],"class_list":["post-640764","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-expat","tag-haftstrafe","tag-thyssenkrupp","tag-top-manager","tag-turin","tag-verurteilung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=640764"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640764\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=640764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=640764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=640764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}