{"id":640112,"date":"2011-02-01T02:00:43","date_gmt":"2011-02-01T00:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=640112"},"modified":"2011-02-01T02:00:43","modified_gmt":"2011-02-01T00:00:43","slug":"die-telekom-als-arbeigeber-eines-mutmasslichen-morders-und-dessen-chef-der-psychoterror-gemacht-haben-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/02\/01\/die-telekom-als-arbeigeber-eines-mutmasslichen-morders-und-dessen-chef-der-psychoterror-gemacht-haben-soll\/","title":{"rendered":"Die Telekom als Arbeigeber eines mutmasslichen M\u00f6rders &#8211; und dessen Chef, der Psychoterror gemacht haben soll"},"content":{"rendered":"<p>Warum teilt die Polizei im Falle des M\u00f6rders von Mirco all diese Arbeitgeber-Details mit? Dass der M\u00f6rder aus Schwalmtal beim Bonner Konzern Telekom arbeitet. Dass er 150 Mitarbeiter f\u00fchrt. Dass er nach der Tat ins Controlling bef\u00f6rdert wurde. Und dass er beruflichen Stress gehabt habe, dass ihn kurz vor der Tat dessen Vorgesetzter &#8222;zusammengefaltet&#8220; habe. Dass der Telekom-Manager daraufhin &#8222;eine tickende Zeitbombe&#8220; war, als er die schreckliche Tat beging, mit der er in erster Linie jemand anderen erniedrigen wollte. Und dass dieser Stress das Tatmotiv war.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erf\u00e4hrt man bei stern.de sogar das Gehalt des T\u00e4ters\u00a0 von einem anderen Telekom-Manager, der freilich ungenannt bleiben will: &#8222;Dieser Wahnsinnige, der hat doch einen hohen sechsstelligen Betrag verdient, hat Frau und Kinder.&#8220;<\/p>\n<p>Womit man eine Vorstellung bekommt, wieviel der T\u00e4ter so verdient hat. Dass es viel war.<\/p>\n<p>Doch ich kann mich nicht erinnern, wann die Polizei in einem Mordfall so viel \u00fcber den Arbeitgeber eines T\u00e4ters gesagt hat, \u00fcber die Umst\u00e4nde\u00a0 eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses und \u00fcber den Druck von einem Vorgesetzten, der mit dem eigentlichen Mord dann nichts mehr zu tun hat. Dass die Polizei so sehr mit dem Finger auf ein Unternehmen zeigt, das nicht direkt an der Sache beteiligt ist.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Deutsche Telekom sollte schleunigst ihrerseits die \u00d6ffentlichkeit r\u00fcckhaltlos aufkl\u00e4ren &#8211; dem eigenen Image zuliebe<\/strong><\/p>\n<p>Der Eindruck, der jedenfalls beim TV-Zuschauer oder Zeitungsleser entsteht, ist der: Was ist die Telekom nur f\u00fcr ein Unternehmen, das solche Manager besch\u00e4ftigt? Solche Manager, die mit anderen Menschen so schrecklich umgehen, dass jene einen Mord begehen.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass man die &#8211; offenbar zugegebenen &#8211; n\u00e4heren Umst\u00e4nde der Tat nicht h\u00f6rt. Wohl aber erf\u00e4hrt man vom Leidensdruck des T\u00e4ters, den sein Job oder vielmehr sein Chef in ihm verursacht haben. Und in dessen Haut m\u00f6chte man jetzt nicht steckten.<\/p>\n<p>Vermutlich ist es eine Frage der Zeit, bis die einschl\u00e4gigen Zeitungen den Gnadenlosen &#8211; den Vorgesetzten &#8211; aufgesp\u00fcrt haben, um ihn vorzuf\u00fchren. Ihn, den Falter von der Telekom.<\/p>\n<p>Und noch eine Frage werden sich manche stellen, Bewerber etwa: Will man bei dem Unternehmen anheuern, das solche Leute zu Vorgesetzten macht, die ihren Mitarbeitern den Seelefrieden rauben (d\u00fcrfen) und sie in solch eine Tat treiben?<\/p>\n<p>Oder andersherum gesehen: Wo solch ein T\u00e4ter 150 Mitarbeiter f\u00fchrt und eigentlich keinem auff\u00e4llt. Im Gegenteil, seine Mitabeiter bekommen jetzt, nach der Offenbarung psychische Hilfe, heisst es.<\/p>\n<p>Die Telekom t\u00e4te jetzt gut daran, ihrerseits die Geschehnisse aufzukl\u00e4ren und damit in die \u00d6ffentlichkeit zu gehen. Dem eigenen Image zuliebe.<\/p>\n<p>Ehe Wikileaks und andere Plattformen daf\u00fcr sorgen.<\/p>\n<p><strong>Schikanen und Mobbing als Betriebsalltag<\/strong><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die &#8222;Gorch Fock&#8220; und die F\u00fchrungsmethoden auf diesem Schulschiff interessiert sich die \u00d6ffentlichkeit momentan m\u00e4chtig &#8211; nach dem Toderfall und dem Verschwinden einer anderen jungen Frau. Der Kapit\u00e4n musste erst mal seinen Posten verlassen, jedenfalls bis alles aufgekl\u00e4rt ist. Etwa ob Schikanen tats\u00e4chlich an der Tagesordnung waren.<\/p>\n<p>In der &#8222;Bunten&#8220; bekannte eine TV-\u00c4rztin &#8211; und \u00c4rztin auch im real life &#8211; erst im Juni vergangenen Jahres, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei &#8211; weil ihre Redaktion ihr schon einige Zeit zusetzte, sprich sie gemobbt habe. Und dass sie solch einen Zusammenhang bei Krebserkrankungen schon oft beobachtet habe in ihrer Praxis.<\/p>\n<p>Alles Einzef\u00e4lle? Bl\u00f6de Zuf\u00e4lle? Wohl kaum. Wissenschaftler wie Professor Bernhard Badura von der Uni Bielefeld halten pyschische Erkrankungen in den Belegschaften f\u00fcr das Hauptproblem in den kommenden Jahren.<\/p>\n<p>Und nach den Erfahrungen, die die Mitarbeiter allerorten in der j\u00fcngeren Vergangenheit gemacht haben, ist das auch kein Wunder: Die Kollegen um sie herum wurden entsorgt, vertrieben oder weggemobbt, die Arbeitsbelastung stieg f\u00fcr die wenigen Verbliebenen entsprechend &#8211; Stichwort: stetige Arbeitsverdichtung. Daf\u00fcr wurde ihr Weihnachtsgeld gesenkt oder gestrichen, die K\u00fcndigung hing wie ein Damokles gleichzeitig \u00fcber ihnen &#8211; und wohlmeinende Arbeiteber wurden (zumindest unter Gro\u00dfunternehmen oder gr\u00f6\u00dferen Betrieben) die Ausnahme.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sinnentleere Belegschaften &#8211; eine neue Sorge f\u00fcr Manager<\/strong><\/p>\n<p>Kein Wunder, dass europaweite Untersuchungen \u00fcber Mitarbeiterloyalit\u00e4t schon l\u00e4nger zeigen, dass gerade deutsche Mitarbeiter nur noch besonders wenig Loyalit\u00e4t zu ihrem Arbeitgeber haben. Hier im Management Blog war schon mehrfach davon die Rede. Dazu passt, was mir der Chef einer internationalen Unternehmensberatung vergangene Woche von seinen Unternehmenskunden erz\u00e4hlte: Dass er mehrere Auftraggeber hat, die ihm gegen\u00fcber \u00fcber &#8222;sinnentleerte Belegschaften&#8220; klagen. Und daran haben sie &#8211; wom\u00f6glich unbewusst &#8211; jedenfalls hart gearbeitet.<\/p>\n<p>Doch davon sp\u00e4ter mehr an dieser Stelle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Psycho-Druck in Unternehmen und Organisationen, der entsprechend gesunkenen Mitarbeiter-Loyalit\u00e4t und den schrecklichen Folgen &#8211; f\u00fcr alle Beteiligten. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2011\/02\/01\/die-telekom-als-arbeigeber-eines-mutmasslichen-morders-und-dessen-chef-der-psychoterror-gemacht-haben-soll\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[275,776,885,890,949],"class_list":["post-640112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-deutsche-telekom","tag-mitarbeiter-loyalitat","tag-professor-bernhard-badura","tag-psychische-erkrankungen","tag-schlagwort-hinzufugen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=640112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640112\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=640112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=640112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=640112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}