{"id":639701,"date":"2010-12-16T02:40:16","date_gmt":"2010-12-16T00:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639701"},"modified":"2010-12-16T02:40:16","modified_gmt":"2010-12-16T00:40:16","slug":"business-behave-dress-code-und-benimm-nachhilfe-bei-der-ubs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/12\/16\/business-behave-dress-code-und-benimm-nachhilfe-bei-der-ubs\/","title":{"rendered":"Business Behave: Dress Code und Benimm-Nachhilfe bei der UBS"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachrichtenagentur AFP vermeldet, was hierzulande undenkbar erscheint: Da stellt ein Unternehmen &#8211; die UBS-Bank in der Schweiz &#8211; f\u00fcr seine Mitarbeiter konkrete Spielregeln auf, wie sie sich anziehen sollen und welche Unarten sie vermeiden sollen. Der Reputation der Bank zuliebe.<br \/>\nDoch was von weitem wie ein Eingriff in die Pers\u00f6nlichkeitsrecht erscheint, entpuppt sich bei n\u00e4herem Hinsehen eher als 40-seitige Anleitung zu gutem Benimm im Job. Als Massnahme zur R\u00fccksicht gegen\u00fcber Kunden und Kollegen &#8211; und als Leitfaden. Befolgt man ihn, steht man auf der sicheren Seite, das alleine hat schon was f\u00fcr sich. \u00c4hnlich wie bei Schuluniformen, die auch viel zur Entspannung der Lage beitragen. Und dass manche junge Leute diese Stilfragen zuhause &#8211; mit Eltern der 68-er-Generation &#8211; nicht gelernt haben, ist klar.<br \/>\nIm Detail:\u00a0 Die Banker sollen bittesch\u00f6n hautfarbene Unterw\u00e4sche tragen. Dessous sollen nicht erkennbar sein, Reizw\u00e4sche geh\u00f6rt nicht ins Business. Auch k\u00fcnstliche auff\u00e4llige Fingern\u00e4gel verbittet sich die Bank. Ebenso wie Tatoos und Piercings. In Ordnung. Aufdringlicher Schmuck soll nicht sein und der Rock darf nicht spannen, jedenfalls nicht von hinten. Daf\u00fcr ist es eine Bank und kein Sonnenstudio. Die Bank zahlt besser und daf\u00fcr darf sie auch ein paar Zugest\u00e4ndnisse erwarten.<\/p>\n<p><strong>By the way: Die \u00dcberstunden der Banker &#8211; eine Zwickm\u00fchle<\/strong><\/p>\n<p>Frauen sollen alle vier Wochen zum Friseur &#8211; jedenfalls bei gef\u00e4rbten Haaren &#8211; und eine Feuchtigkeitscreme benutzen. Die Vorschrift w\u00fcrde M\u00e4nnern auch nicht unbedingt schaden. Ich gehe mal davon aus, dass den Damen noch genug Freizeit \u00fcbrig bleibt, um drei Stunden bei Friseur abzusitzen. Denn hierzulande haben Friseure\u00a0abends leider nicht\u00a0 ge\u00f6ffnet und die Samstagstermine sind hei\u00dfumk\u00e4mpft. Von der Mitarbeiterin einer Gro\u00dfbank h\u00f6rte ich noch heute beim Lunch, dass sie 200 \u00dcberstunden auf ihrem sogenannten Konto stehen hat &#8211; von denen 150 zum Jahreswechsel verfallen. Das Thema hat den Betriebsrat nicht interessiert. Dass kein Mensch in ihrem Kollegenkreis die \u00dcberstunden zuerst beantragen w\u00fcrde &#8211; dann bek\u00e4me er sie n\u00e4mlich auch bezahlt &#8211; ist auch klar. Manche w\u00fcrden ausstempeln &#8211; um danach in Ruhe bis 22 Uhr weiter zu arbeiten, da sie sonst ihre Pensum nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnten, erz\u00e4hlte mir die bankerin. Kunstst\u00fcck, bei deutlich weniger Mitarbeitern f\u00fcr mindestens ebensoviel Arbeit wie vor den Entlassungsrunden. Und: die Ausstempler m\u00fcssen sogar daf\u00fcr noch eine Abmahnung bef\u00fcrchten &#8211; wenn der Betriebsrat mal nicht die Augen zudr\u00fcckt, sondern auf den Chef losgeht, der so was duldet. Ausbaden m\u00fcsste es am Ende wiederum der Mitarbeiter &#8211; der schlicht in der Falle sitzt.<\/p>\n<p><strong>Socken m\u00fcssen schwarz sein<\/strong><\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zur UBS und ihrem Handbuch: Die Herren der Sch\u00f6pfung dagegen d\u00fcrfen laut UBS-Kompendium nur unifarbene, schwarze Socken tragen. Gemusterte Sochen &#8211; nein, danke. Der Businessanzug in schwarz, anthrazit oder dunkelbau ist obligatorisch.<\/p>\n<p>Was dann folgt, sind einfache Benimmregeln:\u00a0 Zwiebeln und Knoblauch in der Mittagspause gehen gar nicht. Raucher sollen Mundspray benutzen &#8211; find ich auch gut. Dicke Brieftaschen sollen nicht die Sakkotaschen ausbeulen, was auf alle F\u00e4lle kleidsamer aussieht.<\/p>\n<p><strong>Wann gibt\u00b4s endlich Damen-Jackets mit Innentaschen?<\/strong><\/p>\n<p>Womit wir wieder bei einer meiner Lieblingsforderungen w\u00e4ren: Gen\u00fcgend Sakko-Taschen auch f\u00fcr Frauen. Da sind wirklich gute Designer gefordert. Damenjackets ohne Taschen n\u00e4hen kann jeder. Ein Damenjacket mit einer Innentasche &#8211; darum beneide ich die M\u00e4nner wirklich &#8211; w\u00e4re gro\u00dfartig. Noch nie dagewesen.Ist das denn so schwierig?\u00a0 Haben die Textilproduzenten so wenig Kunden- oder besser Kundinnen-Orientierung?<\/p>\n<p>Ich erinnere mich nur zu gut an eine Vorstellung eines Textilproduzenten, der lauter Strick-Twinsets und \u00e4hnliches auf seiner Pressekonferenz als Business-Kleidung vorf\u00fchren liess von seinen Models &#8211; alles ohne Taschen f\u00fcr einen Kuli, ein paar Visitenkarten oder ein Handy, geschweige denn den Blackberry. Die Nachfrage, sicherheitshalber, wof\u00fcr diese Kleidung denn gedacht sei, wurde richtig emp\u00f6rt gekontert mit dem Wort \u00b4Business-Kleidung\u00b4.\u00a0 Aber die Antwort bezog sich ganz offensichtlich nicht auf F\u00fchrungkr\u00e4fte, Entscheiderinnen, Managerinnen und dergleichen. Wie w\u00fcrde frau sich f\u00fchlen, im Twinset einem Mann im Anzug gegen\u00fcber zu stehen? Richtig, irgendwie nicht auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Aber so weit k\u00f6nnen sich Designer offenbar nicht einf\u00fchlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kompendium sagt den UBS-Angestellten, was ihr Arbeitgeber denn so erwartet von ihnen. In welcher Kleidung sie die Firma am besten repr\u00e4sentieren &#8211; und dass Raucher-Mundgeruch und Ringelsocken garantiert nicht dazu geh\u00f6ren. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/12\/16\/business-behave-dress-code-und-benimm-nachhilfe-bei-der-ubs\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[201,299,569,794,1075,1078],"class_list":["post-639701","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-business-behave","tag-dress-code","tag-jakett-taschen","tag-mundspray","tag-uberstunden-der-banker","tag-ubs-bank"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639701\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}