{"id":639397,"date":"2010-11-11T23:53:17","date_gmt":"2010-11-11T21:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639397"},"modified":"2010-11-11T23:53:17","modified_gmt":"2010-11-11T21:53:17","slug":"in-guten-wie-in-schlechten-zeiten-wollen-sie-diese-firma-heiraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/11\/11\/in-guten-wie-in-schlechten-zeiten-wollen-sie-diese-firma-heiraten\/","title":{"rendered":"In guten wie in schlechten Zeiten: Wollen Sie diese Firma heiraten?"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen die Herzen ihrer Arbeitnehmer verloren &#8211; durch Massenentlassungen, Weihnachtsgeldk\u00fcrzungen oder -streichungen, durch st\u00e4ndies Verschlechtern der Arbeitsbedingungen und das alles mit kaltem L\u00e4cheln. Begleitet mit Kommentaren in der \u00d6ffentlichkeit wie &#8222;Wir haben mehrere hundert Leute entlassen (in Klammern: das tut dem B\u00f6rsenkurs gut, denn der geht sofort hoch) &#8211; aber daf\u00fcr liefern wir unseren Kunden jetzt mehr noch mehr\u00a0 Qualit\u00e4t.&#8220; Und jeder Mitarbeiter wusste, das geht a) auf seine Knochen mit Arbeitsverdichtung undsoweiter und b) die Qualit\u00e4t kann gar nicht steigen, sondern muss leiden.<\/p>\n<p><strong>Vertrauen verloren, die Faust in der Tasche ballen<\/strong><\/p>\n<p>Das waren die Momente, in denen die Unternehmen das Vertrauen ihrer &#8211; verbliebenen &#8211; Leute einb\u00fc\u00dften. Diejenigen, die immer mehr Kollegen vermissten und wussten, als n\u00e4chstes kann man ganz schnell selbst dran sein und zum Streichposten werden. Ganz egal, wieviel man selbst als Mitarbeiter jahrelang investiert hat in die Firma, sich eingesetzt hat, unbezahlte \u00dcberstunden geleistet hat undsoweiter. Denn pl\u00f6tzlich z\u00e4hlt in den Unternehmen nicht mehr der Credit, den ein Mitarbeiter \u00fcber Jahre sich verdient hat &#8211; nichts aus der Vergangenheit z\u00e4hlte mehr. Das Wort &#8222;verdienter&#8220; Mitarbeiter und die wertvolle Uhr zum Dienstjubil\u00e4um verschwanden. Ersatzlos. Und die Belegschaften ballten die Faust in der Tasche &#8211; siehe diverse Studien, die in diesem Blog erw\u00e4hnt wurden zur Loyalit\u00e4t von Mitarbeitern europaweit &#8211;\u00a0 und schworen sich, wegzuwechseln, sobald sich die Chance bietet. Und sie warteten auf den Zahltag.<\/p>\n<p><strong>Der Wind dreht sich jetzt langsam<\/strong><\/p>\n<p>Nun kommen die ersten lautstarken Meldungen von Verb\u00e4nden und Unternehmen \u00fcber den &#8211; selbst verschuldeten &#8211; Facharbeitermangel in den Betrieben und \u00fcber die ersten Auswirkungen der Demographie. Die Mitarbeiter sehen einen Streif am Horizont &#8211; nach vielen Jahren Angst um die Existenz und mit dem Damokles-Schwert \u00fcber sich.<\/p>\n<p><strong>Den Mitarbeitern Respekt zollen<\/strong><\/p>\n<p>Und just in diesem Moment kommen einige wenige Unternehmen, die schon wieder richtig gute Zahlen schreiben und lassen Mitarbeiter von sich aus vom Positivtrend profitieren. Siemens etwa zahlt nun eine einmalige Zusatzpr\u00e4mie je Mitarbeiter von bis zu 1000 Euro. Und die n\u00e4chste Lohnerh\u00f6hung soll auch eher kommen als geplant. Siemens-Chef Peter L\u00f6scher findet pl\u00f6tzlich Worte, die die Mitarbeiter vermutlich jahrelang vermisst und herbeigesehnt haben:\u00a0 &#8222;Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geb\u00fchrt mein tiefster Respekt und Dank f\u00fcr diese Leistung in der schwierigen Zeit.&#8220;\u00a0 Insgesamt will der Konzern den Mitarbeitern weltweit rund 310 Millionen Euro auszahlen. Auch der Betriebsrat applaudiert \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>Ein sehr cleverer Schachzug im rechten Moment. Damit investiert L\u00f6scher in die firmeneigene Zukunft. Er versucht, die Herzen zur\u00fcck zu erobern. Und damit sie weniger empf\u00e4nglich werden f\u00fcr Abwerbe-Angebote der Konkurrenz. Google zahlt auch 1000 Euro pro Mitarbeiter und nennt sie &#8222;beste Mitarbeiter der Welt&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Zahltag<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem 11.September gab es eine Firma in New York, die viele Mitarbeiter bei dem Ungl\u00fcck verloren hatte und dann ganz schnell dringend Leute brauchte, um das Unternehmen am Leben zu halten, um es zu retten. Was machte der Chef? Er richtete einen Appell an fr\u00fchere Mitarbeiter und beschwor sie. Und was passierte? Etliche hatten immer noch so gute Gef\u00fchle dem Unternehmen gegen\u00fcber, dass sie tats\u00e4chlich zur\u00fcckkamen und halfen. Ob die Massenentlasser der vergangenen Jahre auch so viel Loyalit\u00e4t erwiesen bek\u00e4men? Zumindestens diejenigen, die taggleich ordentliche Gewinne und hunderte Entlassungen bekannt machen, wohl eher nicht.<\/p>\n<p>Auch Google will seinen Leute je 1000 Euro Pr\u00e4mie zahlen und obendrein eine Lohnerh\u00f6hung von 10 Prozent &#8211; &#8222;f\u00fcr die besten Mitarbeiter der Welt&#8220;:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Google-Mitarbeiter-bekommen-10-Prozent-mehr-Gehalt-1133751.html\">http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Google-Mitarbeiter-bekommen-10-Prozent-mehr-Gehalt-1133751.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum Siemens mit seinen Pr\u00e4mien gerade ein sehr cleveres Management betreibt und seinen Leuten Respekt zollt, ausdr\u00fccklich. Google preist seine Mitabeiter gar als &#8222;beste der Welt&#8220;. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/11\/11\/in-guten-wie-in-schlechten-zeiten-wollen-sie-diese-firma-heiraten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[775,776,966,1207],"class_list":["post-639397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-mitarbeiter","tag-mitarbeiter-loyalitat","tag-siemens","tag-zusatzpramie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639397\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}