{"id":639368,"date":"2010-11-09T02:41:51","date_gmt":"2010-11-09T00:41:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639368"},"modified":"2010-11-09T02:41:51","modified_gmt":"2010-11-09T00:41:51","slug":"wenn-die-chefin-missstande-gar-nicht-erst-bemerkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/11\/09\/wenn-die-chefin-missstande-gar-nicht-erst-bemerkt\/","title":{"rendered":"Wenn die Chefin Missst\u00e4nde gar nicht erst bemerkt"},"content":{"rendered":"<p>Hiess es nicht jahrelang, Frauen seien die besseren Chefs? Mit mehr F\u00fchrungskompetenz als M\u00e4nner? Viel einf\u00fchlsamer und \u00fcberhaupt?\u00a0 Der &#8222;Spiegel&#8220; enth\u00fcllte die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung, die andere Erkenntnisse ergab: Bei RTL f\u00fchlen sich Mitarbeiter danach &#8222;unterbezahlt, respektlos behandelt und haben Angst um ihren Job&#8220; &#8211;\u00a0die Rede ist hierbei insbesondere von den Newspool-Mitarbeitern sowie der RTL-Tochter infoNetworks, bei der Nachrichtenfilme f\u00fcr RTL produziert werden.<\/p>\n<p>Auf breiter Front s\u00e4he das bei Bertelsmann anders aus, betont zwar ein RTL-Sprecher, doch die Befragungsergebnisse w\u00fcrden aus genereller Erw\u00e4gung nicht ver\u00f6ffentlicht. Nur so viel: RTL-weit seien laut Mitarbeiterbefragung 54 Prozent der Angestellten zufrieden mit ihrem Gehalt.<\/p>\n<p>Der Branchendienst &#8222;Meedia&#8220; berichtet dagegen im Detail von der RTL-Tochtergesellschaft infoNetwork sowie dem Newsroom: &#8222;In der Mitarbeiterbefragung gaben nur vier Prozent der infoNetwork-Mitarbeiter an, mit ihrer Bezahlung zufrieden zu sein. Nur jeder vierte Mitarbeiter aus dem Newspool hatte zudem das Gef\u00fchl, von Vorgesetzten mit Respekt behandelt zu werden.\u00a0Ein desastr\u00f6ser Wert. Viele der Mitarbeiter haben dort zudem Angst um ihren Arbeitsplatz. Nur 38 Prozent der Befragten bei infoNetworks halten ihn laut der Befragung f\u00fcr sicher. Mit ein Grund f\u00fcr die Unsicherheit: Jeder Zweite bei infoNetwork verf\u00fcgt \u00fcber keinen festen, unbefristeten Vertrag.&#8220;<\/p>\n<p>Im &#8222;Spiegel&#8220; ist denn auch die Rede von dem Ph\u00e4nomen, das Redaktionen landauf landab egal welcher Gr\u00f6\u00dfenordnung plagt: Der Umgang sei r\u00fcder geworden und es fehle\u00a0Zeit f\u00fcr Recherche.<\/p>\n<p>So weit so schlecht. Doch was die Sache noch schlimmer macht, ist dies: RTL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Anke Sch\u00e4ferkordt sagte dazu dem &#8222;Spiegel&#8220; lediglich, dass ihr &#8222;ein angeblich weitverbreiteter Unmut in ihren Gespr\u00e4chen mit\u00a0ihren\u00a0Redaktionen nicht entgegen gebracht worden ist&#8220;.<\/p>\n<p>Schwer vorstellbar, dass ihr niemand etwas von all dem verraten haben soll &#8211; wenn sie schon selbst nichts bemerkt. Denn &#8211; so erkl\u00e4rt ihr Sprecher\u00a0genau: Summa summarum nehme sich Anke Sch\u00e4ferkordt zwei Wochen im Jahr Zeit f\u00fcr Mitarbeitergespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Doch wenn dem so ist, zeigt das: Frauen sind keineswegs automatisch die besseren Chefs &#8211; qua Geschlecht sozusagen. Zudem: F\u00fcrchten ihre Mitarbeiter sie so sehr,\u00a0 dass sie sich nicht einmal trauen, sie aufmerksam zu machen auf\u00a0Missst\u00e4nde oder &#8211; vielleicht subjektive &#8211; N\u00f6te? Spricht auch nicht f\u00fcr eine gute Chefin.<\/p>\n<p>Hat sie es doch gewusst, ist\u00a0diese Verteidigungslinie nicht unbedingt die geschickteste PR-Strategie. Wirkt es doch jedenfalls so, als habe sie ihren Laden nicht im Griff. Oder als s\u00e4sse sie doch im Elfenbeinturm. Ganz abgesehen davon, dass sie die Missst\u00e4nde weder realisiert noch zu beheben weiss. W\u00e4re es nicht besser, offen damit umzugehen und zu sagen, dass man sich fortan um das Betriebsklima und die Mitarbeiterzufriedenheit k\u00fcmmern und\u00a0 das Ganze reparieren will? Statt kleinzureden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sch\u00e4ferkordt kommt diese Nachricht in einem wirklich ung\u00fcnstigen Moment: Wo BASF gerade\u00a0 bekannt gegeben hat, dass sie in den Aufsichtsrat des Chemiekonzerns einziehen wird. Und f\u00fcr BASF ist es auch keine gute Nachricht, sich eine Kontrolleurin an Land gezogen zu haben, die so schnell nichts bemerkt.<\/p>\n<p>Und das, wo wenigstens PR-m\u00e4ssig doch das Gegenteil erreicht werden sollte. Indem demonstrativ auf einen Schlag gleich zwei Frauen f\u00fcr die Unternehmensspitze der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurden k\u00fcrzlich: Margret Suckale f\u00fcr den Vorstand und Anke Sch\u00e4ferkordt f\u00fcr den Aufsichtsrat. &#8222;Frauenpower f\u00fcr BASF&#8220; lauteten jedenfalls die Vorschusslorbeeren der &#8222;Welt&#8220;.<\/p>\n<p>Auch bei der Nachrichtenagentur dapd ist das Betriebklima derzeit\u00a0suboptimal: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/nc\/background\/meedia-blogs\/daniel-bouhs\/daniel-bouhs-post\/article\/frust-und-entmutigung-beim-dapd_100031439.html\">http:\/\/meedia.de\/nc\/background\/meedia-blogs\/daniel-bouhs\/daniel-bouhs-post\/article\/frust-und-entmutigung-beim-dapd_100031439.html<\/a><\/p>\n<p>Studie zur Branchenkrise im Journalismus: <a href=\"http:\/\/www.fachmediennews.de\/FMNhome.htm\">http:\/\/www.fachmediennews.de\/FMNhome.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen sind die besseren F\u00fchrungskr\u00e4fte? Anscheinend doch nicht, guckt man die Mitarbeiterbefragung bei RTL an. Anke Sch\u00e4ferkordt schmeicheln zumindest Detail-Ergebnisse kaum &#8211; doch ihre Reaktion darauf noch weniger. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/11\/09\/wenn-die-chefin-missstande-gar-nicht-erst-bemerkt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[53,135,164,223,423,778,933],"class_list":["post-639368","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-anke-schaferkordt","tag-basf","tag-betriebsklima","tag-chefinnen","tag-fuhrungsqualitat","tag-mitarbeiterbefragung","tag-rtl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639368"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639368\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}