{"id":639289,"date":"2010-10-26T15:52:09","date_gmt":"2010-10-26T13:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639289"},"modified":"2010-10-26T15:52:09","modified_gmt":"2010-10-26T13:52:09","slug":"wenn-statistiken-nur-vernebeln-und-frauen-dadurch-ungeahnte-lohnsteigerungen-gehabt-haben-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/26\/wenn-statistiken-nur-vernebeln-und-frauen-dadurch-ungeahnte-lohnsteigerungen-gehabt-haben-sollen\/","title":{"rendered":"Wenn Statistiken nur vernebeln &#8211; und Frauen dadurch ungeahnte Lohnsteigerungen gehabt haben sollen"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt so Statistiken, da wundert einen erst mal das Ergebnis, aber wirklich infrage stellen tut man sie nicht &#8211; zum Beispiel weil der Urheber quasi f\u00fcr Seri\u00f6sit\u00e4t steht. Nehmen wir etwa mal\u00a0die j\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung des Statistischen Bundesamts zum Verdienst-Unterschied zwischen Frauen und M\u00e4nnern. Da erf\u00e4hrt man, dass der Lohnunterschied\u00a0 ganz pl\u00f6tzlich nur noch acht Prozent betragen soll. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich, lagen diese Zahlen doch bislang immer bei 20 Prozent und mehr. Woher soll der pl\u00f6tzliche Umschwung kommen? Kennen Sie massenhaft Frauen, die gerade in den vergangene Jahren furchtbar viel an Gehaltserh\u00f6hung bekommen haben? Ich kenne keine einzige, aber \u00fcber Ihre erhellende Kommentare &#8211; siehe unten &#8211; freue ich mich nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p><strong>Die klugen Ladies lassen sich besonders benachteiligen<\/strong><\/p>\n<p>Ein Blick in die Statistik\u00a0erkl\u00e4rt einiges &#8211; und letzten Endes f\u00fchle ich mich auf den Arm genommen. Da stehen an den Spitzenstelle der Ungleichbehandlungen die Wirtschaftspr\u00fcferinnen mit 44 Prozent weniger Geld f\u00fcr dieselbe Arbeit, &#8211; arme kluge Ladies. Es folgen Steuerbraterinnen (37 Prozent weniger), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerinnen (30 Prozent weniger),\u00a0 Bankerinnen (28 Prozent weniger) und Wirtschafts-\/Sozialwissenschaftlerinnen mit 25 Prozent weniger. Skandal\u00f6s genug, wo bitte bleibt das AGG? Gilt das nicht schon seit mehreren Jahren hierzulande?<\/p>\n<p><strong>Kinderg\u00e4rtnerinnen versauen den Schnitt<\/strong><\/p>\n<p>Ok, nun von hinten die Statistik gelesen &#8211; und gleich erkl\u00e4ren sich auch die acht Prozent, die der Gegenstand der Beh\u00f6rdennachricht waren: Am wenigsten benachteiligt sind &#8211; jetzt kommt\u00b4s &#8211; Kinderg\u00e4rtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Die verdienen n\u00e4mlich ein Prozent mehr als die M\u00e4nnder. Nun frage ich mich, welche M\u00e4nner?\u00a0Wie viele Kinderg\u00e4rtner gibts da \u00fcberhaupt? Ich habe keinen erlebt bisher. In dem Feld sind aber weitere typische Frauenberufe aufgef\u00fchrt wie Kassiererinnen oder Grundschullehrerinnen und Berufe, wo fast nur Frauen arbeiten,\u00a0als Krankenschwestern beispielsweise. Merken sie was? Die versauen den Schnitt.<\/p>\n<p><strong>Wo bleibt die Realit\u00e4t &#8211; samt KFZ-Mechanikern und LKW-Fahreren?<\/strong><\/p>\n<p>So kommen am Ende im Durchschnitt acht Prozent zusammen, die nur leider nicht mehr die Realit\u00e4t abbilden. Und so vermisse ich in der Statistik KFZ-Mechaniker, Schreiner, LKW-Fahrer und \u00e4hnliche M\u00e4nnerberufe. Dann s\u00e4he es schon wieder ganz anders aus.<\/p>\n<p>Doch auf solch einer Basis zu vergleichen, die von vornherein nicht Vergleichbares nebeneinander setzt &#8211; da stellt man sich auf eine Stufe mit denjenigen, die st\u00e4ndig die angeblichen Durchschnittseinkommen &#8222;der \u00c4rzte&#8220; in die Gegend blasen: Da werden gut verdienende Operateure in denselben Topf geworfen wie der konservativ behandelnde Augenarzt im KV-Bezirk Nordrhein, der f\u00fcr 16,03 Euro Flatrate drei Monate lang einen Patienten behandelt. Alles inklusive, alle Arzttermine und alle Ger\u00e4temassnahmen. Oder der niedergelassener Arzt in Hamburg, dessen Flatrate\u00a0in derselben Sparte zehn Euro je Patient h\u00f6her ist als die in Nordrhein. Da wird eine Sparte, die ohne Privatpatienten und massenhaft Igel-Massnahmen nicht mal rentabel arbeiten kann, verglichen mit hochbezahlten Operateuren &#8211; dann bildet man einfach den Querschnitt und alles ist gut. Dann sieht es so aus, als verdiene der\u00a0 gekniffene Niedergelassene ganz anst\u00e4ndig. Nur ist es eben nicht so.<\/p>\n<p>Und am Ende wundert man sich, warum der Medizinernachwuchs\u00a0mehrheitlich &#8211; mehr als 70 Prozent &#8211; nicht mehr in Deutschland arbeiten will. Dass die Versorgung auf dem Land in etlichen Bezirken schon notstandsm\u00e4ssig ist und dass\u00a0in der Schweiz schon jeder zehnte Mediziner ein Deutscher.<\/p>\n<p>Und was ist das Rezept der Politiker? Sie planen ein Gesetz gegen \u00c4rztemangel auf dem Land.\u00a0Gro\u00dfartige Idee. <a href=\"http:\/\/www.journalmed.de\/newsview.php?id=31899\">http:\/\/www.journalmed.de\/newsview.php?id=31899<\/a><\/p>\n<p>Vor allem wenn man gleichzeitig so vielen M\u00f6chtegern-Medizinstudenten die Uni-Ausbildung verwehrt und sie nach Ungarn und sonstwohin treibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das Statistische Bundesamt drollige Zahlen verk\u00fcndet &#8211; die man so gar nicht in Einklang mit den eigenen Erfahrungen bringen kann. Dann kann es lohnen zu checken, was genau verglichen und vor allem, was weggelassen wurde. Jedenfalls wenn es um Frauen-Geh\u00e4lter geht. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/26\/wenn-statistiken-nur-vernebeln-und-frauen-dadurch-ungeahnte-lohnsteigerungen-gehabt-haben-sollen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[101,303,405,1084,1114],"class_list":["post-639289","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-arzthonorar-vergleiche","tag-dumme-vergleiche","tag-frauen","tag-ungleichbehandlung","tag-verdienst"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639289"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639289\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}