{"id":639256,"date":"2010-10-28T00:37:10","date_gmt":"2010-10-27T22:37:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639256"},"modified":"2010-10-28T00:37:10","modified_gmt":"2010-10-27T22:37:10","slug":"business-behave-verabredungen-sind-keine-wanderpokale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/28\/business-behave-verabredungen-sind-keine-wanderpokale\/","title":{"rendered":"Business Behave: Verabredungen sind keine Wanderpokale"},"content":{"rendered":"<p>Wer eingeladen ist zu einem Abendessen, bei Freunden zuhause, der k\u00e4me nie auf die Idee, diese nicht selbst wahrzunehmen und stattdessen einen Nachbarn oder wen auch immer hinzuschicken. Doch wieso blo\u00df kommen manche Menschen zu dem Schlu\u00df, dass man im Berufsleben so etwas mit anderen veranstalten darf?<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie verabreden sich mit jemandem &#8211; nehmen wir mal einen Gesch\u00e4ftspartner, der einen ebenso engen Terminplan hat wie Sie selbst. Um ein neues Projekt zu besprechen. Kurz vor dem Termin erfahren sie pl\u00f6tzlich ganz nebenbei per Mail, dass jemand ganz anderes\u00a0 auftauchen wird. Und zwar von dem Eingetauschten direkt. Jemand ohne dieselbe Entscheidungsgewalt wie Ihr eigentlicher Ansprechpartner, sehr freundlich zwar, aber leider eben nicht nur im Rang niedriger, sondern auch nicht mit derselben Sachkenntnis und Erfahrung ausgestattet. Und auch nicht mit Entscheidungsgewalt. Und ohne auch nur ein Wort der Entschuldigung von Ihrem eigentlichen Date. Super-Idee. Was tun Sie nun also, wenn Sie nicht unh\u00f6flich sein wollen &#8211; obwohl Ihr Date es l\u00e4ngst ist. Sie wollen es nicht an dem netten Reserve-Kandidaten auslassen &#8211; und empfangen ihn. Sie bringen mit Anstand gemeinsam eine Stunde rum, nur haben Sie leider nicht viel davon.<\/p>\n<p>Das Ganze kann auch in umgekehrter Richtung laufen: Sie wollen\u00a0 per Telefon am selben Nachmittag nur kurz eine Absprache treffen und machen einen Telefontermin aus, f\u00fcr den sie nur wenigen Minuten verplanen. Doch der andere teilt ihnen zwei Stunden vorher per Mail mit, dass Sie dessen Auftraggeber direkt anrufen wird. Dann k\u00f6nne man gleich in medias res gehen und die entscheidenden Punkte abhaken. Soweit so nett: Nur dass Sie\u00a0 erstens nicht bis dahin entsprechend eingearbeitet und vorbereitet sind, denn Sie haben f\u00fcr die Stunden anderes im Terminplan stehen. Und zweitens brauchen Sie f\u00fcr diese Art Gespr\u00e4ch mit diesen Ansprechpartner mindestens eine Stunde Zeit &#8211; die Ihnen an dem Tag ohnehin fehlt.<\/p>\n<p>Also was tun? Ziehen Sie die Notbremse und sagen klar &#8222;nein, heute nicht&#8220;, kommt zwar gerne noch eine beleidigte Reaktion und der Schwarze Peter wird Ihnen in die Schuhe geschoben &#8211; nach dem Motto man habe &#8222;Ihren\u00a0 Termin mit dem Betreffenden jetzt abgesagt&#8220;. Wie bitte? Wer hatte was vereinbart? Angepeilt war ein 5-Minuten-Gespr\u00e4ch und womit der andere Sie \u00fcberrennt und wozu er Sie n\u00f6tigen wollte, war ein einst\u00fcndiges, ergebnisorientiertes\u00a0 Konferenzgespr\u00e4ch mit jemand ganz anderem. Und mit dem und dazu hatten Sie sich ganz klar nicht verabredet. Jedenfalls nicht an dem Tag.<\/p>\n<p>Das Ende vom Lied: Dicke Luft. Ihr Gegen\u00fcber f\u00fchlt sich vorgef\u00fchrt, Sie f\u00fchlen sich zum Wanderpokal degardiert. Schlie\u00dflich sind Sie kein Kinderkarussel vorm Supermarkt. Wo jeder, der einen Euro einwirft, ein paar Minuten auf dem Elefanten reiten darf &#8211; er selbst oder eben seine Kinder. Dem Elefant ist das egal, wer reitet. Dem Supermarktchef auch. Die Zeit auf dem Karussel ist dann verkauft. Genauso ist es aber mit einem Gesch\u00e4ftspartner keineswegs.<\/p>\n<p>Fakt ist: Wenn sich im Berufsleben zwei Menschen verabreden, m\u00fcssen es schon beide so wollen. Jeder hat Erwartungen an sein Gegen\u00fcber, das Gespr\u00e4ch, dessen Dauer und an das Ergebnis. Dies darf keiner einseitig \u00e4ndern und den anderen dadurch in Zugzwang bringen oder sonstwie unter Druck setzen. Und ihm im harmlosesten Fall einfach nur die Zeit stehlen.<\/p>\n<p>Denn so pers\u00f6nlich geht es immer noch \u00fcberall zu. Jeder Friseur vergibt seine Termine und will wissen, wer wann bei ihm auf dem Stuhl Platz nimmt.\u00a0\u00a0 Und sich drauf einstellen k\u00f6nnen. So wie eine Autowerkstatt kaum demjenigen mit einer Reklamation den Super-Termin gibt, sondern einem lukrativen Kunden. Und so wie ein Abteilungsleiter sehr wohl sofort Zeit freischaufelt f\u00fcr einen Termin mit seinem \u00fcbergordneten Direktor &#8211; aber dasselbe nicht tun w\u00fcrde f\u00fcr einen Vertreterbesuch. Und ebensowenig kann ein Vertreter der Firma Brandneu seinen verabredeten Termin mit diesem Abteilungsleiter verschachern an einen anderen Verteter von Superklar.<\/p>\n<p>Denn: Wer ist schon gerne eine Parkuhr? Der ist n\u00e4mlich egal, wer an ihr steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verabredungen im Job sind kein Stellplatz an einer Parkuhr. Die Zeit, die man f\u00fcr einen anderen in seinem Terminkalender einplant, will man nur demjenigen widmen &#8211; und nicht irgend jemand. Von der Unh\u00f6flichkeit, seinem Date unvorbereitet einen Vertreter zu schicken.  <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/28\/business-behave-verabredungen-sind-keine-wanderpokale\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[201,1042],"class_list":["post-639256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-business-behave","tag-termine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}