{"id":639246,"date":"2010-10-20T23:59:27","date_gmt":"2010-10-20T21:59:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639246"},"modified":"2010-10-20T23:59:27","modified_gmt":"2010-10-20T21:59:27","slug":"wie-der-werber-dopheide-manager-kunftig-zu-marken-machen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/20\/wie-der-werber-dopheide-manager-kunftig-zu-marken-machen-will\/","title":{"rendered":"Wie der Werber Dopheide Manager k\u00fcnftig zu Marken machen will"},"content":{"rendered":"<p>Frank Dopheide,47, der Chairman von Grey &#8211; der zweitgr\u00f6\u00dften  Werbeagentur in Deutschland &#8211; kehrt seiner Branche den R\u00fccken und dockt  bei Commarco, der Holding von Scholz &amp; Friends in Hamburg an. Sechs  Jahre war er an der Spitze von Grey, wohin ihn der damalige Grey-Chef  Bernd Michael geholt hatte. Er kannte Dopheide aus seinen ersten  Berufsjahren:\u00a0 Vor 20 Jahren hatte Dopheide bei Grey als Werbetexter  begonnen, nachdem eigentlich ein Studium als Sportlehrer absolviert  hatte. Das passt: Dopheide ist der Typ Jack-in-the-Box: Er taucht vor  allem da auf, wo man ihn nicht erwartet, ist sehr kontaktfreudig und  gesellig.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Webung wird eine unattraktive Angelegenheit und immer m\u00fchseliger.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Warum er die Werbung verl\u00e4sst? &#8222;Sie wird eine  unattraktive Angelegenheit. Zunehmend m\u00fchseliger bei abnehmendem  Erfolg.&#8220; Obwohl Grey in der Zeit unter Dopheide durchaus erfolgreich war  und auch durch die schwierige Zeit in den vergangenen Jahren  vergleichsweise gut durchkam. Im Kreativranking gelang Grey in der Zeit  der Sprung unter die Top-Ten.<\/p>\n<p>Der bekennende D\u00fcsseldorfer, &#8222;da  geh\u00f6r ich hin&#8220;, verl\u00e4sst zwar den Platz der Ideen, wo Grey sitzt. Er  zieht jedoch mitnichten nach Hamburg: Stattdessen er\u00f6ffnet er Anfang  n\u00e4chsten Jahres in D\u00fcsseldorf und in Berlin B\u00fcros. Zwar geht Dopheide  auch ins Strategy Board der Kommunikationsgruppe Commarco mit ihren rund  30 Werbe- und Spezialagenturen, in erster Linie will er sich jedoch  seiner neuen Firma mit dem Namen Deutsche Markenarbeit widmen. Die  Zielgruppe seines neuen Unternehmens: Unternehmenslenker und  Konzernvorst\u00e4nde, aus denen er Marken machen will. Selbst  Spitzensportler und Politiker sowie K\u00fcnstler will er bedienen.<\/p>\n<p>Eine Art Tyen-Coaching soll es werden, wie\u00a0 &#8222;A.T. Kearney unter vier  Augen zu einem ganz pers\u00f6nlichen Thema&#8220; beschreibt es Dopheide selbst.  Aber\u00a0 es &#8222;echte Markenarbeit&#8220;, reines Coaching zu nennen, klingt ihm &#8222;zu  flach und zu kurzfristig&#8220;. Und von Werbung sei sein neues Business  &#8222;super weit weg&#8220;. Deshalb hei\u00dfe seine Unternehmung auch &#8222;Gesellschaft  zur Bildung von Vertrauenskapital&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00fcssen CEO\u00b4s tun, um die Identifikation nach innen und aussen zu gew\u00e4hrleisten?<\/strong><\/p>\n<p>Seinen k\u00fcnftigen Job  beschreibt der Markenprofi so: &#8222;Man addiert zur Produktqualit\u00e4t  (Management, Know-how) die pers\u00f6nlichen Markenwerte und formuliert ein  Markenversprechen. Dann geht es darum, dies glaubw\u00fcrdig und stimmig und  langfristig intern und extern erlebbar zu machen. So kommt zur Qualit\u00e4t  dann Bekanntheit, dann Akzeptanz, dann \u00fcber die Dauer Vertrauen und im  Idealfall Identifikation mit der Pers\u00f6nlichkeitsmarke. Das erh\u00f6ht die  eigene Wirkung f\u00fcr das Unternehmen in jeder Hinsicht, vom Recruiting der  Talente bis zur Stabilisierung in Zeiten der Krise.&#8220; Dopheide fragt:  H\u00e4tte der Karstadt-Deal geklappt, wenn Berggruen seine  Familiengeschichte nicht so ins Rennen geworfen h\u00e4tte? Die Kernfrage:  &#8222;Was muss ein CEO nun tun, um die Identifikation nach aussen und innen  zu gew\u00e4hrleisten?&#8220;<\/p>\n<p>Die Namen seiner ersten Kunden &#8211; zwei Vorst\u00e4nde  aus der Finanzwelt, ein Aufsichtsrat und zwei Nationalspieler &#8211; verr\u00e4t  Dopheide der \u00d6ffentlichkeit lieber nicht.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nlichkeitsmarke Linde-Chef Wolfgang Reitzle<\/strong><\/p>\n<p>Als Beispiele h\u00e4lt f\u00fcr  ihn daher Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle her: &#8222;Reitzle  dokumentiert Technologie und Pr\u00e4zision durch seine Ausbildung und  Lebenslauf. Er dokumentiert Glamour durch seine Autos, seinen Bart,  seine Ehefrau Nina Ruge und sein Haus. Damit addiert er neue Facetten  zur Unternehmensmarke Linde, die vor ihm f\u00fcr Technologie, Pr\u00e4zision und  Tradition (angestaubt) stand und durch seine Pers\u00f6nlichkeitsmarke neue  Strahlkraft bekommt.<br \/>\nOder: &#8222;J\u00fcrgen Gro\u00dfmann steht f\u00fcr kraftvolles  Unternehmertum. Drei meter gross, 150 Kilo schwer, Milliard\u00e4r und  Besitzer eines Sternerestaurants. So ver\u00e4nderte er die Unternehmensmarke  RWE.&#8220; Und schlie\u00dflich: Wof\u00fcr steht Marijn Dekkers von Bayer? Es beginnt  mit dem Aussehen, der Stimme, geht \u00fcber den Firmenwagen, das B\u00fcro,  Freizeitaktivit\u00e4ten, soziale Engagements,\u00a0 eigene Social Media  Aktivit\u00e4ten, eigene B\u00fccher, Events, pers\u00f6nliche Briefe und eine Vielzahl  unterschiedlichster Massnahmen &#8211; ganz auf die Pers\u00f6nlichkeit  zugeschnitten. Immer mit der Aufgabe &#8211; wie wird f\u00fcr 300 000 Mitarbeiter  in 30 L\u00e4ndern glaubw\u00fcrdig erlebbar wer du bist und wof\u00fcr du stehst.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Dopheides Tagessatz liegt bei 5000 Euro<\/strong><\/p>\n<p>Wie  viel so ein Einsatz von Dopheides Deutscher Markenarbeit kostet? 25.000  Euro kostet jedenfalls als zuerst einmal die  Markenkern-Bestandsanalyse. Das Tageshonorar bel\u00e4uft sich dann auf\u00a0 5000  Euro.<\/p>\n<p>Vielleicht erh\u00f6ht sich dank Frank Dopheides Einsatz ja auch  die Verweildauer der Top-Manager in ihren Positionen. Denn die wird ja  gerade in Deutschland immer k\u00fcrzer: In 2009 wurde jeder f\u00fcnfte  Unternehmenslenker von 2500 b\u00f6rsennotierten Firmen geschasst laut einer  Studie der Unternehmensberatung Booz &amp; Company. Mit einer  Fluktuationsquote von 20 Prozent liegt Deutschland damit sechs  Prozentpunkte \u00fcber dem weltweiten Durchschnitt von 14 Prozent. Die  Amtszeit eines CEO verk\u00fcrzte sich von 8,1 auf 6,3 Jahre.<\/p>\n<p>Frank Dopheide muss sich also sputen, denn Weltmarken, wie er sie bisher betreut, haben durchaus eine l\u00e4ngere Lebensdauer.<\/p>\n<p>Und wie man mit dem Firmenwechsel aus einem Reitzle so schnell einen Gro\u00dfmann macht und umgekehrt, das muss sich noch weisen.<\/p>\n<p>Wie sich die Werbeagenturen Grey und Jung v.Matt sich gerade ein unterhaltsames Wortgefecht liefern:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/off-the-record.de\/2010\/10\/20\/wortwechsel-zweier-werbeagenturen-und-nachah\">http:\/\/off-the-record.de\/2010\/10\/20\/wortwechsel-zweier-werbeagenturen-und-nachah<\/a>mer-gesucht\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Dopheide, bisher Chef der Werbeagentur Grey, will aus Unternehmern und Managern richtige Marken machen. Mit pers\u00f6nlichen Markenwerten und Markenversprechen aus der Bekanntheit und Akzeptanz resultieren &#8211; um die eigene Wirkung f\u00fcrs Unternehmen zu steigern. So wie die Vorbilder Reitzle und Gro\u00dfmann ihren Firmen wie sich selbst nutzen. Was Dopheide plant und was seine Dienstleistung kostet. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/10\/20\/wie-der-werber-dopheide-manager-kunftig-zu-marken-machen-will\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[236,273,399,478,731,744],"class_list":["post-639246","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-commarco","tag-deutsche-markenarbeit","tag-frank-dopheide","tag-grey","tag-manager","tag-marken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639246"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639246\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}