{"id":639122,"date":"2010-09-17T14:33:00","date_gmt":"2010-09-17T12:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/management\/?p=639122"},"modified":"2010-09-17T14:33:00","modified_gmt":"2010-09-17T12:33:00","slug":"riesige-esel-furs-foyer-mitarbeiterkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/09\/17\/riesige-esel-furs-foyer-mitarbeiterkunst\/","title":{"rendered":"Riesige Esel f\u00fcrs Foyer &#8211; Mitarbeiterkunst"},"content":{"rendered":"<p>Ganz sch\u00f6n schr\u00e4g&#8220; hei\u00dft die Kunstausstellung, die ab 21. Oktober 2010 in der Lobby des Commerzbank-Hochhauses in Frankfurt zu sehen ist. Gro\u00dfer Auftritt f\u00fcr 50 Bilder auf Stellw\u00e4nden, denn hier kommen t\u00e4glich Tausende von Mitarbeitern und G\u00e4sten vorbei. Schr\u00e4g ist auch, dass sich die Gro\u00dfbank nicht mit renommierten und wiedererkennbaren Malerstars schm\u00fcckt. Die K\u00fcnstler sind Commerzbank-Mitarbeiter. Rund 20 Hobby-Maler beteiligen sich an der j\u00e4hrlich veranstalteten Ausstellung mit drei Bildern.<\/p>\n<p>Doch leicht macht es die Commerzbank den Hobbyk\u00fcnstlern in ihrer Belegschaft nicht. Im Gegenteil, sie m\u00fcssen sich richtig ins Zeug legen: 15 Prozent des Verkaufserl\u00f6ses gehen an karitative Einrichtungen, diesmal an eine Sprachheilschule.F\u00fcr den Fall, dass ein Aussteller kein Bild, flie\u00dfen seine 35 Euro Teilnahmegeb\u00fchr dem guten Zweck zu. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die Mitarbeiter extra f\u00fcr diese Ausstellung kreativ werden. Bedingung: Die Bilder d\u00fcrfen noch nirgends gezeigt worden sein. Und die Hobby-K\u00fcnstler m\u00fcssen sich zuerst einer Jury stellen.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Ausstellung der Mitarbeiter-Kunstwerke ist aber nicht etwa das Personalressort oder ein Schlaumeier von der Abteilung Corporate Cultural Responsibility, sondern das Frauennetzwerk der Bank namens Courage. \u201eDaher stammt auch die Idee, alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich mit und nach Dienstschluss&#8220;, schildert die zust\u00e4ndige Kuratorin, Astrid Kie\u00dfling-Taskin. Sie findet es besonders mutig, daran teilzunehmen. \u201eImmerhin macht man etwas \u00f6ffentlich in seinem Arbeitsumfeld und setzt sich der Kritik aus&#8220;.<\/p>\n<p>Die Commerzbank tr\u00e4gt zwar die Kosten f\u00fcr die Vernissage mit dem Buffet und die Ausstellung samt Plakaten und Flyern. Die Organisation und die Technik leisten aber die Teilnehmer ehrenamtlich und nach Dienstsschluss. Traditionell \u00fcbernimmt ein Vorstand die Er\u00f6ffnung der Ausstellung. Dieses Mal ist es Michael Reuther: \u201eWir w\u00fcnschen uns engagierte Mitarbeiter und diese Kunstausstellung ist ein erfolgreiches Beispiel. Die F\u00f6rderung dieses Engagements ist ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur.&#8220; Die Gem\u00e4lde bleiben vier Wochen h\u00e4ngen, ihre Preise liegen zwischen 100 und 3 000 Euro. Die Teilnehmer kommen aus allen m\u00f6glichen Arbeitsbereichen von der IT bis zur Telefon-Hotline.<\/p>\n<p>Und dass die ausgestellte Kunst durchaus ernst zu nehmen ist, zeigt das Beispiel von Robert Haubrich. <a href=\"http:\/\/www.haubrich-photo.de\/Robert_Haubrich_Photography\/Starting_Point.html\">http:\/\/www.haubrich-photo.de\/Robert_Haubrich_Photography\/Starting_Point.html<\/a>\u00a0Er arbeitet im Investment Banking und stellte seine vielschichtig komponierten, vom Motiv her nie ganz eindeutigen Farbfotografien schon fr\u00fcher bei einem der Courage-Projekte aus. Haubrich gewann vor sechs Jahren mit seinem Foto vom Commerzbank-Tradingraum den ersten Preis des Handelsblatt-Wettbewerbs \u201eDas beste Wirtschaftsfoto&#8220; &#8211; und d\u00fcrfte 5 000 Euro Preisgeld kassieren. <a href=\"http:\/\/www.photokina.de\/aussteller\/aussteller_pressefaecher.php?aktion=pfach&amp;p1id=kmpk244&amp;format=html&amp;base=&amp;tp=km3&amp;search=v&amp;pmid=km.kmpk244_1096303751&amp;start=0&amp;anzahl=10&amp;channel=pk&amp;language=d&amp;archiv=1\">http:\/\/www.photokina.de\/aussteller\/aussteller_pressefaecher.php?aktion=pfach&amp;p1id=kmpk244&amp;format=html&amp;base=&amp;tp=km3&amp;search=v&amp;pmid=km.kmpk244_1096303751&amp;start=0&amp;anzahl=10&amp;channel=pk&amp;language=d&amp;archiv=1<\/a><\/p>\n<p>Die Gro\u00dfbank ist nicht das einzige Unternehmen, das die Kreativit\u00e4t seine Mitarbeiter f\u00f6rdert. Auch im Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf gab es bereits vier Ausstellungen mit Kunstobjekten der eigenen Mitarbeiter &#8211; vom G\u00e4rtner bis zum Arzt. Im vergangenen Oktober etwa zeigten 38 von 6500 Klinikum-Mitarbeitern Aquarelle, Fotografien, Collagen und Skulpturen, aber auch Schmuck und kunstgewerbliche Arbeiten aus Stoff. Wer alle Werke im ehemaligen Schwesternwohnheim Erika ansehen wollte, war gut und gern 90 Minuten besch\u00e4ftigt. Nach drei Tagen aber war die Veranstaltung, die von dem emeritierten Professor Adolf-Friedrich Holstein initiiert und organisiert wurde, schon wieder vorbei. Ob etwas verkauft wird, spielt hier keine Rolle.<\/p>\n<p>In Hamburg stellt auch die Unternehmensberatung Steria Mummert im Foyer in der Hamburger Zentrale Mitarbeiterkunst aus &#8211; und zwar st\u00e4ndig. Die Kollegen m\u00fcssen sich darum bewerben. Der Andrang ist so gro\u00df, dass die n\u00e4chsten zwei Jahre stets schon verplant sind &#8211; wobei auch Externe mal zum Zuge kommen. Eine Ausstellung dauert drei Monate und umfasst 20 bis 40 Exponate, je nach Gr\u00f6\u00dfe. Erst k\u00fcrzlich hingen dort mehrere Esel-Bilder. Jeweils drei Quadratmeter realistische Malerei, die m\u00f6glicherweise augenzwinkend nach unseren allt\u00e4glichen Eseleien fragt. Im Schnitt werden zwei bis f\u00fcnf Werke verkauft, sie\u00a0zwischen 200 und 4000 Euro. Zu den Vernissagen mit Sekt und H\u00e4ppchen kommen meist zwischen 40 und 100 G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Das neue Projekt bei Steria Mummert ist ein Fotowettbewerb f\u00fcr die Belegschaft. Am Ende sollen die besten zw\u00f6lf Bilder in einem Kalender abgedruckt werden, der auch f\u00fcr die Kunden gedacht ist.<\/p>\n<p>Bei Electrolux dagegen blieb dieser Marketing-Aspekt au\u00dfen vor: Dem Haushaltger\u00e4te-Hersteller ging es um die Mitarbeiterbindung. Die Pressestelle hatte alle 2000 Mitarbeiter in Deutschland aufgerufen, Fotos ihrer Gem\u00e4lde, Bildhauer-Arbeiten, Grafik oder Fotografien einzureichen, um sie erst firmenintern auszustellen und danach mit den besten zw\u00f6lf Werken einen Kalender f\u00fcr 2009 zu best\u00fccken. Ein Motto gab es nicht, die K\u00fcnstler konnten einreichen, was sie wollten. Eine von ihnen war Christine Spitzbart, von der das Februar-Blatt stammt und die \u201eam liebsten den ganzen Kalender&#8220; alleine bestritten h\u00e4tte. Normalerweise betreut die 41-J\u00e4hrige bei Electrolux im Innendienst des Vertriebs die Gro\u00dfkunden. Und \u201emit dem Gedanken, hauptberuflich K\u00fcnstlerin zu sein&#8220;, habe sie nie gespielt, erz\u00e4hlt sie. Aber das h\u00e4lt sie nicht davon ab, sich bei der Londoner Academy of Arts zu bewerben. Denn da k\u00f6nne sich jeder bewerben, auch ohne k\u00fcnstlerische Vita.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt sich mit jungen Nachwuchsk\u00fcnstlern zu schm\u00fccken, f\u00f6rdern Unternehmen wie die Commerzbank, Electrolux, Steria Mummert oder das Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf lieber die Kunstambitionen ihrer eigenen Mitarbeiter. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/09\/17\/riesige-esel-furs-foyer-mitarbeiterkunst\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[237,319,674,777,779,949,1008,1092],"class_list":["post-639122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-commerzbank","tag-electrolux","tag-kunst","tag-mitarbeiter-motivation","tag-mitarbeiterbindung","tag-schlagwort-hinzufugen","tag-steria-mummert","tag-universitatsklinikum-hamburg-eppendorf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}