{"id":639019,"date":"2010-09-01T14:17:30","date_gmt":"2010-09-01T12:17:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=639019"},"modified":"2010-09-01T14:17:30","modified_gmt":"2010-09-01T12:17:30","slug":"wer-mag-schon-anheuern-wo-intrigen-zur-unternehmenskultur-gehoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/09\/01\/wer-mag-schon-anheuern-wo-intrigen-zur-unternehmenskultur-gehoren\/","title":{"rendered":"Wer mag schon anheuern, wo Intrigen zur Unternehmenskultur geh\u00f6ren"},"content":{"rendered":"<p>Der Aufsichtsrat sucht schon einen Nachfolger: Politiker fordern die Abl\u00f6sung von Vorstandschef Nonnenmacher von der HSH Nordbank. Er sei untragbar geworden, wenn den eigenen Managern\u00a0 mit Verleumdungskampagnen und Kinderporno-Vorw\u00fcrfen in seinem Unternehmen Fallen gestellt und der Garaus gemacht werde.<\/p>\n<p>Nur ob sich jemand findet, der Lust hat, seine Karriere mit solch einem Risiko aufs Spiel zu setzen?<!--more--> So hoch kann das Schmerzensgeld kaum sein. Der Aufsichtsrat soll schon Gespr\u00e4che mit mehreren Kandidaten f\u00fchren &#8211; doch ob die von Erfolg gekr\u00f6nt sein werden? <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/regionales\/hamburg\/article9304311\/HSH-Aufsichtsrat-sucht-Nachfolger-fuer-Nonnenmacher.html\">http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/regionales\/hamburg\/article9304311\/HSH-Aufsichtsrat-sucht-Nachfolger-fuer-Nonnenmacher.html <\/a>Immerhin steht der Vorwurf im Raum: Gegen den Ex-Vorstand Frank Roth habe man schon 2009 im Hause HSH intrigiert, um ihn loszuwerden. Die Fortsetzung dieses hauseigenen F\u00fchrungsstils und der dazugeh\u00f6rigen Unternehmenskultur liest sich umso abenteuerlicher: Dem fr\u00fcheren Leiters der New Yorker HSH-Filiale, Roland K., soll &#8211; so besagt ein Untersuchungsbericht der Anwaltskanzlei WilmerHale &#8211; eine kompromittierende Mail-Adresse und ein Passwort untergeschoben   worden sein, um ihn mit Kinderpornografie in Verbindung zu bringen.  Dies  habe allein als Vorwand f\u00fcr seine Entlassung gedient. Jetzt ermittelt die laut &#8222;Spiegel&#8220; die Staatsanwaltschaft in New York wegen der Umst\u00e4nde um die Entlassung des US-Filialleiters.<\/p>\n<p>Welcher Manager m\u00f6chte sich auf so etwas einlassen? Sehenden Auges, nachdem diese Nachricht seit Tagen die \u00d6ffentlichkeit erstaunt. Schlie\u00dflich ist der Fantasie &#8211; zumal im Internetzeitalter &#8211; keine Grenze gesetzt, welche Fallen man nichtsahnenden Leuten noch so stellen kann.<\/p>\n<p>Da gibt es etwa den Fall von dem D\u00fcsseldorfer Manager, dem sein Arbeitgeber, mit dem er gerade Trennungsverhandlungen f\u00fchrte, zur fr\u00fchen Morgenstunde die Staatsanw\u00e4lte zur Hausdurchsuchung auf den Hals hetzte. Nicht mal die Sockenschublade im ehelichen Schlafzimmer blieb verschont &#8211; doch das was die Polizei suchte, angeblich entwendete Betriebsgeheimnisse, fand sie nicht. Das Ganze war nur eine Intrige und obendrein ein \u00fcbler Missbrauch der Beh\u00f6rden. Das einzige Ziel des Arbeitgebers war, die Abfindungssumme des missliebig gewordenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers runterzuverhandeln. Letzte Endes vergebens, denn der liess sich sp\u00e4ter gerichtlich best\u00e4tigen, dass er absolut unschuldig war.<\/p>\n<p>Wie vorsichtig Manager sich ihren neuen Job aussuchen, zeigt n\u00e4mlich ein ganz konkretes aktuelles Beispiel: Der Stadt Krefeld gelingt es derzeit nicht, jemanden f\u00fcr das Amt des K\u00e4mmerers zu gewinnen. So berichtet es die &#8222;Rheinische Post&#8220;:\u00a0 Gut 70 Kandidaten f\u00fcr das Amt des K\u00e4mmerers in  Krefeld hat das D\u00fcsseldorfer B\u00fcro Kienbaum kontaktiert. &#8222;Viele davon  haben wegen der problematischen Situation in Krefeld  abgesagt&#8220;, so Frank Weingarten, der bei Kienbaum mit der  Suche nach einem K\u00e4mmerer f\u00fcr Krefeld beauftragt ist. <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/niederrheinsued\/krefeld\/nachrichten\/Kaemmerei-Viele-Kandidaten-sagten-ab_aid_900906.html\">http:\/\/www.rp-online.de\/niederrheinsued\/krefeld\/nachrichten\/Kaemmerei-Viele-Kandidaten-sagten-ab_aid_900906.html<\/a><\/p>\n<p>Warum niemand dorthin m\u00f6chte? Zum einen die Haushaltslage, ok, aber vor allem\u00a0 das &#8222;schwierige Umfeld&#8220; nach dem  Finanzskandal in Krefeld, so Kienbaum-Headhunter Weingarten. Und, jetzt kommt`s: Die m\u00f6glichen  Kandidaten hatten die Sorge, dass ihr Name verbrannt wird.<\/p>\n<p>Genau das ist der Punkt. Das d\u00fcrften sich auch Kandidaten f\u00fcr die HSH Nordbank jetzt fragen: W\u00e4re ich nur das n\u00e4chste Opfer? Wer mag sich schon auf solche Risiken einlassen? Ohne Not? Niemand. Denn gegen Intrigen l\u00e4sst sich oft reinweg gar nichts ausrichten. Schon gar nicht solide Arbeit. Auch der New Yorker Filialleiter hat schlie\u00dflich seinen Job verloren, selbst wenn`s sp\u00e4ter eine hohe Abfindung gegeben haben soll.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise m\u00fcssen Unternehmen dem n\u00e4chsten Manager nach so einem Skandal oder wenn das Unternehmen selbst kurz vorm Ruin steht, eine stattliche Risikozulage zahlen. Klingt nicht sehr logisch, wenn zuvor jahrelang gespart wird, was das Zeug h\u00e4lt und eine Kostensenkungsrunde die n\u00e4chste jagt. Aber das setzt dann niemand mehr zueinander in Bezug. Und wenn, wird er eben kurzerhand als Miesmacher beschimpft.<\/p>\n<p>PS vom 5.9.2010:<\/p>\n<p>Laut NDR gibt es noch einen dritten fall, in dem die HSH Nordbank einen einen eigenen Manager diskreditiert und denunziert hat: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/regional\/hamburg\/hshnordbank459.html\">http:\/\/www.ndr.de\/regional\/hamburg\/hshnordbank459.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aufsichtsrat sucht schon einen Nachfolger: Politiker fordern die Abl\u00f6sung von Vorstandschef Nonnenmacher von der HSH Nordbank. Er sei untragbar geworden, wenn den eigenen Managern\u00a0 mit Verleumdungskampagnen und Kinderporno-Vorw\u00fcrfen in seinem Unternehmen Fallen gestellt und der Garaus gemacht werde. 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