{"id":639000,"date":"2010-08-31T12:44:36","date_gmt":"2010-08-31T10:44:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=639000"},"modified":"2020-04-07T23:40:03","modified_gmt":"2020-04-07T21:40:03","slug":"gutscheine-nerven-und-sind-ein-immenses-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/08\/31\/gutscheine-nerven-und-sind-ein-immenses-risiko\/","title":{"rendered":"Gutscheine nerven &#8211; und sind ein immenses Risiko"},"content":{"rendered":"<p>Ein Gutschein, der nur drei Tage einl\u00f6sbar ist? Was soll das f\u00fcr eine Entsch\u00e4digung sein? Schlecker will auf dem Wege die Herzen der Kunden in seiner Kundendatenbank zur\u00fcck erobern, oder sie zumindest bes\u00e4nftigen, nachdem ein Datenleck ihre Daten offen im Internet einsehbar gemacht hatte. Doch statt Trostpflaster ist diese Ma\u00dfnahme wohl eher ein geschickt eingesetztes Marketinginstrument, um mal kurz noch etwas Umsatz zu generieren. <!--more--><\/p>\n<p>Mich w\u00fcrde interessieren, wie viel Prozent der betroffenen Kunden den Gutschein tats\u00e4chlich in dieser kurzen Frist einl\u00f6sen. <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/2010\/08\/31\/schlecker-trostpflaster\/\">http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/2010\/08\/31\/schlecker-trostpflaster\/<\/a><\/p>\n<p>Dabei ist Schlecker nicht der einzige, der bei mir mit seinen Gutscheinen Ver\u00e4rgerung statt Gl\u00fcckseligkeit ausl\u00f6st. Auch der Shopping-Club Brands4friends schickte mir vor ein paar Tagen so einen vermeintlichen Gutschein, weil ich die Mailadresse einer Freundin &#8211; sie hatte mich darum gebeten &#8211; an den Shopping-Club gegeben hatte. Anders als auf &#8222;Einladung&#8220; kann man dort ja gar nichts erwerben, das ist das Gesch\u00e4ftsmodell. Doch dann wurde ich gleich zweimal gemahnt, dass mein Gutschein bald abliefe &#8211; nach dem Motto, schnell kaufen, kaufen, kaufen.<\/p>\n<p>Will ich Gutscheine, die mich so unter Druck setzen? Ehrlich gesagt, nein.<\/p>\n<p>Dann sind mir schon die von Payback lieber, die ich regelm\u00e4\u00dfig geschickt bekomme: die tragen von vornherein ein Ablaufdatum und weil ich fast immer vergesse, sie vor dem Einkaufen sorgsam einzustecken, entsorge ich sie mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit irgendwann Wochen sp\u00e4ter ungenutzt.<\/p>\n<p>Was mich wundert: So komplett, wie man mit seinen Daten computertechnisch erfasst ist, m\u00fcsste es doch m\u00f6glich sein, mir auch bei vergessenen Gutscheinen den Vorteil zukommen zu lassen? Das ist es dann aber pl\u00f6tzlich nicht. Selbst die kleine Boutique, wo man mich mit Namen kennt und wo ich zuweilen etwas kaufe und mir daf\u00fcr irgendwelche Punkte gut schreibt, ist nicht in der Lage, mich diese Punkte einl\u00f6sen zu lassen, wenn ich nicht ihre vorherige Benachrichtigung per Post vorlegen kann. Mit anderen Worten: Ich f\u00fchle mich an der Nase herumgef\u00fchrt, entweder wollen sie mich als Stammkunden belohnen oder nicht. Aber k\u00e4mpfen m\u00fcssen um die Belohnung, nein danke. In welch entw\u00fcrdigende Situation bringt ein H\u00e4ndler da seine Kunden und obendrein die treuesten? Will er ihnen wirklich Gutes tun, soll er ihnen halt an Ort und Stelle Rabatt geben. Von alleine und am besten ohne drauf hinzuweisen. Das ist stilvoll.<\/p>\n<p>Will ich Gutscheine, die mich \u00e4rgern, statt mir eine Freude zu machen? Definitiv nicht.<\/p>\n<p>Und dann gibt es noch die Gutscheine, die ich wenn m\u00f6glich kategorisch abglehne: Geschenkgutscheine f\u00fcr Freunde bei L\u00e4den von Saturn bis zur Buchhandlung &#8211; statt einem Schein im Umschlag oder ein wenig Gehirnschmalz, was man denn so schenken kann.<\/p>\n<p>Der Beschenkte ist an einen bestimmten Laden gebunden und muss wom\u00f6glich eigens einen umst\u00e4ndlichen Weg dorthin auf sich nehmen &#8211; prima Geschenk f\u00fcr Berufst\u00e4tige oder gar berufst\u00e4tige M\u00fctter, die Samstags echt anderes zu tun haben. Den H\u00e4ndler freut\u00b4s, er bekommt einen zinslosen Kredit. Wenn er Gl\u00fcck hat, wird der Gutschein nie eingel\u00f6st und er beh\u00e4lt das Geld ganz selbstverst\u00e4ndlich.Ich erinnere mich da an ein Geschenk von f\u00fcnf Fahrstunden &#8211; die die Dame nie einl\u00f6ste. Sie glauben doch nicht, dass die Fahrschule sich je bei ihr gemeldet h\u00e4tte? Auch sch\u00f6n f\u00fcr den H\u00e4ndler: Wenn der so Beschenkte etwas teureres kauft und somit noch f\u00fcr Zusatzumsatz sorgt.<\/p>\n<p>Und von der \u00fcblen Sorte sind dann die L\u00e4den, die erst Ihnen Ihr gutes Geld abnehmen, dann bei Ihrer Reklamation nach einer Falschlieferung passen und ihnen nur noch einen Gutschein rausr\u00fccken (statt des Geldes). Da riskieren Sie, ihren Kaufpreis von mehr als 700 Euro f\u00fcr eine Stehlampe gar nicht mehr wieder zu sehen, auch keine Ware mehr. Sie haben ja den Gutschein. Nur der funktioniert auch nicht mehr pl\u00f6tzlich. Aus Gr\u00fcnden wie: Der Eigent\u00fcmer des Gesch\u00e4fts hat gewechselt. So erging es mir k\u00fcrzlich in Holland in Nijmegen (Nimwegen) bei Deja Vu B.V. Der Laden ist da, wo er seit fast 20 Jahren ist und wirkt auch keineswegs insolvent.Aber die Vorlage des Gutscheins liess das Personal komplett unbeeindruckt.<\/p>\n<p>Selbst der anschlie\u00dfende Mailwechsel mit dem Inhaber brachte nichts: Dem angeblich neuen Besitzer gingen zwar meine Mails auf den Wecker und er antwortete zumindest irgendwann, aber leider abschl\u00e4gig. Er wisse auch nicht, wo der Vorbesitzer des Ladens jetzt sei. V\u00f6llig desinteressiert. Super.<\/p>\n<p>Auf der deutschsprachigen Web-Seite eigens f\u00fcr deutsche Shopper &#8222;Besondere Gesch\u00e4fte in Nimwegen&#8220; ist Deja Vu als Life-Style-Gesch\u00e4ft extra empfohlen &#8211; freilich ohne auf das anscheinend besondere Risiko des holl\u00e4ndischen Rechts hinzuweisen. <a href=\"http:\/\/www.coolregion.nl\/aufenthalt\/einkaufen-in-arnheim-nimwegen-cool-region\/nimwegen\/bijzondere-winkels-nijmegen?set_language=de\">http:\/\/www.coolregion.nl\/aufenthalt\/einkaufen-in-arnheim-nimwegen-cool-region\/nimwegen\/bijzondere-winkels-nijmegen?set_language=de<\/a><\/p>\n<p>Nun raten Sie mal, wie gro\u00df meine Lust ist, noch einmal \u00fcber der Grenze einkaufen zu gehen? Richtig. Ich kaufe nur noch Schokostreusel in Holland. Da ist der Verlust nicht so hoch im Fall der F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Ach und der Douglas-Gutschein, den ich k\u00fcrzlich statt Geschenks bekam und der jetzt auf dem K\u00fcchenregal mahnt, der macht mir fast Angst. Unbedingt schnell genug ans Einl\u00f6sen denken. Beim letzten Mal bekam der Douglas-Gutschein n\u00e4mlich sogar Junge: Weil die erworbene Wimperntusche weniger kostete als der ausgewiesenen Betrag, gab man mir einen neuen Gutschein, und dann beim zweiten Anlauf nochmal einen \u00fcber schlie\u00dflich circa 3\u00a0 Euro.\u00a0 Irgendwann hasst man dann die CI-Farbe der Parf\u00fcmeriekette.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gutscheine sind nur f\u00fcr einen ein guter Deal: Der H\u00e4ndler oder Dienstleister der sie ausstellt &#8211; und hofft, dass sie nie eingel\u00f6st werden. Er hat verdammt gute Chancen. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/08\/31\/gutscheine-nerven-und-sind-ein-immenses-risiko\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[259,487,752,844,898],"class_list":["post-639000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-standard","tag-deja-vu-bv","tag-gutschein","tag-marketinginstrument","tag-payback","tag-rabatt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639000"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":673503,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639000\/revisions\/673503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}