{"id":638905,"date":"2010-07-28T02:42:12","date_gmt":"2010-07-28T00:42:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638905"},"modified":"2010-07-28T02:42:12","modified_gmt":"2010-07-28T00:42:12","slug":"pr-4-brisante-internet-kommentare-um-die-sich-firmen-kummern-mussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/07\/28\/pr-4-brisante-internet-kommentare-um-die-sich-firmen-kummern-mussen\/","title":{"rendered":"PR (4): Brisante Internet-Kommentare, um die sich Firmen k\u00fcmmern m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>Die PR-Abteilungen in Unternehmen und Organisationen m\u00fcssen jetzt nach dem Loveparade-Ungl\u00fcck eine weitere Aufgabe \u00fcbernehmen. Jene m\u00fcssen k\u00fcnftig mehr tun, als nur Presseartikel im Print und online \u00fcber ihre Firma oder Organisation sichten. Oder Blogbeitr\u00e4ge und selbst Twitter-Meldungen, die jetzt zur Pflichtlekt\u00fcre geh\u00f6ren. Nein, sie sollten obendrein die Artikel im Auge behalten, nachdem sie ins Internet gestellt wurden: Ob und was als Online-Kommentar von den Lesern darunter geschrieben wird. Tun sie das nicht und vers\u00e4umen, auf Brisantes zu reagieren, so tun es andere. Sp\u00e4ter vor allem.<!--more-->Etwa die Medien &#8211; und zwar dann, wenn sie in solchen Kommentaren etwas finden, f\u00fcr das sich diese Unternehmen h\u00e4tten interessieren m\u00fcssen. Etwas, was f\u00fcr die betroffenen Unternehmen peinlich ist, sie in Erkl\u00e4rungsnot bringt und ihnen eindeutig Schuld zuweist. F\u00fcr jedermann auf Mausklick nachzulesen. Medienauswerter wie Landau Media d\u00fcrften Neugesch\u00e4ft bekommen.<\/p>\n<p>Denn wie wichtig vor allem die Kommentare von Hinz und Kunz ganz pl\u00f6tzlich werden k\u00f6nnen &#8211; zu deren Identit\u00e4t komme ich sp\u00e4ter &#8211; bekamen zum Beispiel die Loveparade-Veranstalter wie der Sponsor McFit und der Duisburger Oberb\u00fcrgermeister Adolf Sauerland am Sonntag via TV eindrucksvoll vorgef\u00fchrt. Und mit ihnen die vielen TV-Zuschauer. Immer wieder blendeten s\u00e4mtliche\u00a0 TV-Sender die Zeilen ein, die jemand als warnenden Kommentar ins Netz gestellt hatte. Ganz pl\u00f6tzlich wurde dieser Kommentar \u00fcber die Sicherheitsrisiken im Nachhinein so ber\u00fchmt, wie kaum ein anderer Internet-Kommentar bislang hierzulande. Und die ganze ersch\u00fctterte Nation erfuhr, dass das Ungl\u00fcck wom\u00f6glich vorhersehbar und damit vermeidbar war. Nicht irgendwann sp\u00e4ter im Zuge der Aufkl\u00e4rung durch Staatsanw\u00e4lte und Polizei, sondern unmittelbar nach den schockierenden Bildern des Ungl\u00fccks.Gegen solch einen Internet-Kommentar wie im Falle Loveparade ist pr-m\u00e4ssig fast kein Kraut mehr gewachsen.<\/p>\n<p>Bemerkenswert war \u00fcbrigens noch etwas bei dieser Berichterstattung: Zitiert wurde von den Medien in erster Linie dieser eine Leser-Kommentar &#8211; und nicht etwa ein kritischer Artikel im Vorfeld der Loveparade von Lokaljournalisten. Jenen, die die \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnisse kennen &#8211; und dieselben Fragen h\u00e4tten aufwerfen k\u00f6nnen oder sollen wie dieser Internet-User. Ist das Aufgreifen so eines Themas aber nicht genau das, was man eigentlich von Lokaljournalisten erwartet?<\/p>\n<p>Doch nun zur Identit\u00e4t solcher Internet-Kommentatoren: Wer weiss, ob dieser Warner vor den Sicherheitsproblemen der Loveparade auf diesem Duisburger G\u00fcterbahnhof nicht tats\u00e4chlich ein Fachmann war? Eine Art Whistleblower? Ein Insider und keineswegs ein normaler Leser? K\u00f6nnte es nicht theoretisch\u00a0 jemand aus der Baubeh\u00f6rde gewesen sein? Ich spekuliere jetzt mal: Jemand, der fundiertes Wissen um die Sicherheitsriskien hatte &#8211; aber bei seinen Vorgesetzten mit seinen Bedenken kein Geh\u00f6r fand, nicht durchdrang. Oder der abgetan wurde als Miesmacher, der sich daraufhin gedem\u00fctigt f\u00fchlt &#8211; und sich tats\u00e4chlich Sorgen macht.<\/p>\n<p>Dass so jemand den Weg ins Internet w\u00e4hlt, um sich Luft zu machen, um wenigstens dort zu warnen, w\u00e4re plausibel. Die &#8222;Frankfurter Rundschau&#8220; zumindest berichtet von einzelnen Mitarbeitern im Ordnungsamt, die ihre Bedenken schlucken mussten. Und dass auch Mitarbeiter von Feuerwehr und Polizei vor dem Ungl\u00fcck vergeblich vor den Gefahren gewarnt h\u00e4tten. Was liegt f\u00fcr solche \u00fcbergangenen Experten n\u00e4her, als diese Sorgen und N\u00f6te wenigstens im Internet \u00f6ffentlich zu machen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/nachrichten\/Dokumente-belasten-OB-Sauerland_aid_887008.html\">http:\/\/www.rp-online.de\/nachrichten\/Dokumente-belasten-OB-Sauerland_aid_887008.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die PR-Abteilungen in Unternehmen und Organisationen m\u00fcssen jetzt nach dem Loveparade-Ungl\u00fcck eine weitere Aufgabe \u00fcbernehmen. Jene m\u00fcssen k\u00fcnftig mehr tun, als nur Presseartikel im Print und online \u00fcber ihre Firma oder Organisation sichten. 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