{"id":638879,"date":"2010-07-22T17:10:25","date_gmt":"2010-07-22T15:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638879"},"modified":"2010-07-22T17:10:25","modified_gmt":"2010-07-22T15:10:25","slug":"ungehorige-chefs-die-anstand-und-umgangsformen-nur-anderen-abverlangen-richtet-nachweislich-hohe-schaden-an-lesehinweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/07\/22\/ungehorige-chefs-die-anstand-und-umgangsformen-nur-anderen-abverlangen-richtet-nachweislich-hohe-schaden-an-lesehinweis\/","title":{"rendered":"Ungeh\u00f6rige Chefs, die Anstand und Umgangsformen nur anderen abverlangen, richten nachweislich hohe Sch\u00e4den an &#8211; Lesehinweis"},"content":{"rendered":"<p>Auf &#8222;Stern online&#8220; l\u00e4sst sich nachlesen, was man schon vermutet hat, aber nie belegen konnte: Zwei amerikanische Management-Professorinnen haben jahrelang erforscht, wie sich diskriminierende, r\u00fcpelige, arrogante, respektlose F\u00fchrungskr\u00e4fte auf das Unternehmen auswirken. Das Ergebnis in zwei Worten: Verheerend und teuer. <!--more-->Die Wissenschaftlerinnen Christine Porath und Christine Pearson von der University of Southern California\/Los Angeles beziehungsweise von der renommierten Thunderbird School of Global Management\/ Glendale, Arizona haben zw\u00f6lf Jahre lang geforscht und k\u00f6nnen inzwischen nachweisen: Respekt\u00a0 im Job gegen\u00fcber Kollegen und Mitarbeitern ist kein Luxus, sondern conditio sine qua non, sprich unabdingbar.Von immerhin 9 000 Befragten f\u00fchlten sich im Jahre 2005 schon 50 Prozent mindestens einmal die Woche ungeh\u00f6rig behandelt &#8211; das waren doppelt so viele wie sieben Jahre vorher. Und vor allem: 99 Prozent waren Zeugen davon, wie unh\u00f6fliche, r\u00fcpelhafte oder diskriminierende Chefs andere Kollegen schlecht behandelten. <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wissen\/mensch\/kopfwelten-ruepelnde-chefs-kosten-millionen-1585102.html#utm_source=sternde-newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=wissen-22.07.2010\">http:\/\/www.stern.de\/wissen\/mensch\/kopfwelten-ruepelnde-chefs-kosten-millionen-1585102.html#utm_source=sternde-newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=wissen-22.07.2010<\/a><\/p>\n<p>Genau diesen Punkt &#8211; die Signalwirkung von Respektlosigkeiten auf die Belegschaft &#8211; sehen F\u00fchrungsverantwortliche nur selten. Doch auch die direkten \u00dcbertretungen, und sei es nur der nicht erwiderte Gru\u00df oder der Scherz auf Kosten eines Mitarbeiters vor versammelter Mannschaft, bemerken sie selbst kaum oder spielen sie herunter. Das alles hilft aber eben nicht: Entscheidend ist nur der eine Punkt &#8211; wie das \u00fcble Verhalten ankommt. Und da setzen die Wissenschaftlerinnen an: &#8222;Kaum etwas ist so belastend f\u00fcr Menschen wie die Erfahrung von Respektlosigkeit, wo sie Respekt erwarten d\u00fcrfen. Selbst die Gesundheit kann darunter leiden. Und das sind nicht die einzigen Konsequenzen&#8220;, schreibt Stern-Online-Autor Frank Ochmann.<\/p>\n<p>Die Folge sind vor allem Konsequenzen f\u00fcr die Company: Die Gekr\u00e4nkten sinnen vielmehr auf Rache &#8211; und das kostet das Unternehmen am meisten. 94 Prozent r\u00e4chen sich an den Stinkstiefeln direkt und 88 (!) Prozent &#8222;sch\u00e4digen zur Vergeltung&#8220; die Firma. Weitere 48 Prozent reduzieren absichtlich ihre Arbeitsleistung, 47 Prozent die Arbeitszeit und 38 Prozent liefern absichtlich keine Qualit\u00e4tsarbeit mehr ab.<\/p>\n<p>Und was vor allem das Top-Management interessieren sollte, das solche Respektlosigkeiten seiner F\u00fchrungscrew duldet:<\/p>\n<p>1) 80 Prozent der Entehrten verlieren wertvolle Arbeitszeit, weil sie sich innerlich mit der erlittenen Dem\u00fctigung noch lange besch\u00e4ftigen und 63 Prozent, weil sie dem R\u00fcpel-Chef k\u00fcnftig aus dem Weg gehen. Dass sich 78 Prozent der Gedem\u00fctigten nach dem Vorfall nicht mehr so mit ihrer Firma identifizieren, ist eigentlich klar.<\/p>\n<p>2) Leitende Angestellt selbst verlieren 13 Prozent ihrer Arbeitszeit damit, &#8222;die Folgen unh\u00f6flichen Verhaltens aus der Welt zu schaffen&#8220;, so die Professorinnen. Und das summiere sich auf sieben Manager-Arbeitswochen j\u00e4hrlich &#8211; nur weil ihnen ziviliserte Umgangsformen und gute Manieren fehlen.<\/p>\n<p>Man fragt sich nur immer wieder, wie es \u00fcberhaupt sein kann, dass die T\u00e4ter nicht bemerken, a) wie sie ankommen bei ihren Mitarbeitern und wie es ihnen b) so gleichg\u00fcltig sein kann. Dass es ihnen offenbar komplett entgeht, dass sie vom Musterbild eines guten Managers, der dem Unternehmen im besten Sinne des Wortes langfristig dient, meilenweit entfernt sind.<\/p>\n<p>Um den Bogen nach Deutschland zu spannen: Nach jahrelangen grossen Entlassungsrunden der Wirtschaft und mit gleichzeitiger, immer st\u00e4rkerer Arbeitsverdichtung\u00a0 k\u00f6nnen immer weniger nachgeordnete Mitarbeiter ihre pers\u00f6nliche Reissleine ziehen und mal so eben die Firma wechseln. Aber gerade Online-Umfragen haben bereits belegt, dass viele in der Startl\u00f6chern sitzen, um ihrem Arbeitgeber den R\u00fccken zu kehren. Das k\u00f6nnen sie sp\u00e4testens dann tun, wenn die Demographie kippt. Wenn die Unternehmen wieder Fachleute brauchen und in ihrer Not auch auf \u00c4ltere und Frauen nicht verzichten k\u00f6nnen. Experten erwarten diesen Wendepunkt in sp\u00e4testens f\u00fcnf Jahren. Und was tun die Gedem\u00fctigten oder die Zeugen von Dem\u00fctigungen in der Zeit f\u00fcr ihre Company? Sichert nicht hochmotiviert und kreativ ans Werk gehen.<\/p>\n<p>Das Fazit der US-Management-Forschungen laut &#8222;Stern online&#8220;: Schon in wirtschaftlich stabilen Zeiten sind solche Verluste keine Kleinigkeit &#8211; und umso schwerwiegender sind sie in der Krise.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Wer R\u00fcpel einstellt oder duldet und nicht ausbremst, kann auf der anderen Seite aufw\u00e4ndige Kostensparmassnahmen und ganze Kostensenkungsprogramme durchziehen, die die selbst eingebrockten Verluste &#8211; und seien es nicht genutzte Verdienstchancen &#8211; gar nicht auffangen.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten die Top-Entscheider an der Unternehmensspitze ihren nachgeordneten managern lieber \u00f6fter mal den Einsatz einer Unternehmensberatung streichen und die Betreffenden auf Benimmkurse schicken. Wenn nicht schon Hopfen und Malz dank schlechter Erziehung verloren ist. Preiswerter sind Benimm-Coaches allemal &#8211; und bergen offenbar obendrein Chancen auf Umsatzausweitungen. Das bieten die kostenkillenden Unternehmensberater, die meist doch nur Entlassungen empfehlen, nur seltenst.<\/p>\n<p>Doch zugegeben: Einfacher aus Managersicht ist es, Berater zu holen, statt an sich selbst und r\u00fccksichtslosem Verhalten zu arbeiten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Es gibt nat\u00fcrlich auch die Ausnahmeunternehmen, wo Respekt selbstverst\u00e4ndlich ist. Ein Mitinhaber eines Dienstleisters in Berlin mit mehreren Hundert Angestellten erz\u00e4hlte mir k\u00fcrzlich, dass er einen top-qualifizierten Mann bei der Kokurrenz abwerben konnte. Und das, obwohl er ihm nicht dasselbe Gehalt zahlen konnte wie sein Konkurrent &#8211; so sehr hatte der Leistungstr\u00e4ger wohl dort zuvor gelitten und soviel war dem Mann sein Seelenfrieden wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf &#8222;Stern online&#8220; l\u00e4sst sich nachlesen, was man schon vermutet hat, aber nie belegen konnte: Zwei amerikanische Management-Professorinnen haben jahrelang erforscht, wie sich diskriminierende, r\u00fcpelige, arrogante, respektlose F\u00fchrungskr\u00e4fte auf das Unternehmen auswirken. 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