{"id":638852,"date":"2010-07-15T01:14:19","date_gmt":"2010-07-14T23:14:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638852"},"modified":"2010-07-15T01:14:19","modified_gmt":"2010-07-14T23:14:19","slug":"kostenkiller-auf-dem-pulverfass-beispiel-deutsche-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/07\/15\/kostenkiller-auf-dem-pulverfass-beispiel-deutsche-bahn\/","title":{"rendered":"Kostenkiller auf dem Pulverfass, Beispiel: Deutsche Bahn"},"content":{"rendered":"<p>Wie es zu den Pannen in Serie bei den Klimaanlagen der Z\u00fcge kommen konnte? Dass man am falschen Ende gespart habe, diese Erkenntnis kommt rasch &#8211; und lag wohl auch auf der Hand. Die Tageszeitung &#8222;Express&#8220;\u00a0 jedenfalls wartet &#8211; zwar anonymisiert, aber daf\u00fcr recht konkret &#8211; mit einem 54-j\u00e4hrigen Mechaniker namens Hermann M. (Name ge\u00e4ndert) auf , der als Mechaniker im Bahnbetriebswerk Hamburg-Eidelstedt ICE-Z\u00fcge gewartet hat. Oder besser gesagt, nicht warten durfte, zumindest nicht so oft wie es eigentlich seine Pflicht war und so gr\u00fcndlich, wie es eigentlich vorgeschrieben war:<!--more--> &#8222;Wegen des Kostendrucks wurden die Wartungsintervalle verl\u00e4ngert. Immer weniger Personal muss immer mehr erledigen&#8220;, schilderte der anonyme Zeuge. Und dass das nicht funktionieren kann und dass nicht mal der Betriebsrat seine entsprechenden Warnungen hatte h\u00f6ren wollen.<br \/>\nUnd dass die Arbeit dann als erledigt abgezeichnet werden musste, die gar nicht erledigt werden kann. Und zwar &#8222;auf Druck von oben&#8220;. Damit der Zug schnell wieder weiter fahren konnte.<\/p>\n<p>Schlimmer noch: Selbst bei &#8222;gr\u00f6\u00dferen M\u00e4ngeln&#8220; gebe es einen \u201enie  dagewesenen Wartungsstau\u201c \u2013 selbst in\u00a0 sicherheitsrelevanten Bereichen. <a href=\"http:\/\/www.express.de\/news\/politik-wirtschaft\/insider--bahn-trickst-bei-der-wartung\/-\/2184\/4409470\/-\/index.html\">http:\/\/www.express.de\/news\/politik-wirtschaft\/insider&#8211;bahn-trickst-bei-der-wartung\/-\/2184\/4409470\/-\/index.html<br \/>\n<\/a>So hatte auch der Fall der Berliner S-Bahn gelegen. Da hatte man laut Presseberichten den pflichtbewussten Mitarbeitern &#8222;Wahrnehmungsprobleme&#8220; vorgeworfen. Wenig originell, handelt es sich doch nur um abgedroschene, auswendig gelernte Phrasen aus irgendwelchen Arbeitsrecht-f\u00fcr-Arbeitgeber-Handb\u00fcchern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/02\/25\/pr-trick-wenn-anwalte-gutachten-persilscheine-sein-sollen\/\">http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/02\/25\/pr-trick-wenn-anwalte-gutachten-persilscheine-sein-sollen\/<\/a> Auch hier war auf Weisung von oben das nicht getan worden, was Gesetzespflkicht gewesen w\u00e4re. Mit demselben Ziel: Kosten sparen.<\/p>\n<p>Das ist auch gelungen, aber leider nur zun\u00e4chst &#8211; und eigentlich muss es jeder F\u00fchrungkraft einleuchten, dass diese Managementmethode nicht lange gutgehen kann. Und dass sie damit ihren Job und am Ende sogar Schadenersatzzahlungen an ihre Company riskieren. Denn die wird ganz schnell die b\u00f6sen Buben h\u00e4ngen &#8211; sch\u00f6n sichtbar f\u00fcr Kunden und Gesch\u00e4ftspartner -, beteuern, man habe nichts kaputtsparen wollen und die Kosten-Killer pers\u00f6nlich zur Kasse bitten.\u00a0 Bei der Berliner S-Bahn mussten die verantwortlichen Manager rasch ihren Hut nehmen. Der Schritt steht bei der Deutschen Bahn noch aus.<\/p>\n<p>Merke: Kosten-sparen kann jede Putzfrau. Eigentlich. Aber die richtigen Kosten streichen, das erfordert intensives Nachfragen, Checken und Umorganisieren. Oder manchmal auch ganz die Finger davon lassen, der Sicherheit zuliebe etwa. Und wer nur noch die Pr\u00e4mien-Euros in den Augen hat und seine langfristige Veranwtortung f\u00fcr die Firma dar\u00fcber ganz vergisst, der hatte dazu wohl vorher keine Lust mehr, so scheint\u00b4s. Die schnelle Streich-Nummer erschien verlockender.<\/p>\n<p>Nur: bei Image-Skandalen wie in den beiden vorliegenden F\u00e4llen richten dann pl\u00f6tzlich andere \u00fcber sie, die Kosten-Helden. Diese n\u00e4chsth\u00f6heren Manager stehen dann selbst pl\u00f6tzlich unter Druck und erheben pl\u00f6tzlich ihren Zeigefinger und lassen den Kosten-Spar-Star von gestern fallen wie die ber\u00fchmte heisse Kartoffel.<\/p>\n<p>Ketzerische Frage: Mussten die so eingesparten Kosten in den beiden F\u00e4llen vor allem deshalb so hoch getrieben werden, damit Unternehmensberater bezahlt werden konnten, die zu eben diesen Kostenmassnahmen zuvor rieten?<\/p>\n<p>Experten raten zu neuen Spielregeln: Dass Wartungsarbeiten nur noch von Externen auszuf\u00fchren seien &#8211; und nicht mehr von denen, die Kosten-Spar-Interessen verfolgen<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.focus.de\/reisen\/urlaubstipps\/bahn\/deutsche-bahn-wieder-probleme-mit-der-kuehlung_aid_530617.html\">http:\/\/www.focus.de\/reisen\/urlaubstipps\/bahn\/deutsche-bahn-wieder-probleme-mit-der-kuehlung_aid_530617.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es zu den Pannen in Serie bei den Klimaanlagen der Z\u00fcge kommen konnte? 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