{"id":638743,"date":"2010-06-12T02:29:53","date_gmt":"2010-06-12T00:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638743"},"modified":"2010-06-12T02:29:53","modified_gmt":"2010-06-12T00:29:53","slug":"beschaftigungstherapie-a-la-gez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/06\/12\/beschaftigungstherapie-a-la-gez\/","title":{"rendered":"Besch\u00e4ftigungstherapie \u00e0 la GEZ"},"content":{"rendered":"<p>Was machen bloss die GEZ-Mitarbeiter, wenn sie nicht mehr schn\u00fcffeln brauchen? Wenn man ihre Schn\u00fcffel-Arbeit und ihre Fantasie in Sachen GEZ-Zahler-Suche einfach nicht mehr braucht? In der &#8222;Frankfurter Rundschau&#8220; berichtet Daniel Kothenschulte http:\/\/bit.ly\/b7B3D3http:\/\/bit.ly\/b7B3D3 vom Besuch einer GEZ-Dame, die an seinem Fernseher scheiterte und einsehen musste, dass jener eben nicht empfangsbereit war und man auf ihm ausschlie\u00dflich DVDs ansehen konnte.<!--more--><\/p>\n<p>In einem anderen Fall wollte die GEZ einer Frau, die seit \u00fcber 15 Jahren verheiratet war, separat ein zweites Mal f\u00fcr denselben Haushalt zur Kasse bitten &#8211; f\u00fcr ihren M\u00e4dchennamen. Zwar kl\u00e4rte ein entr\u00fcsteter Anruf die Angelegenheit im Handumdrehen, jedoch stellte sich die Frage: Wo hatte die GEZ den Namen her nach so vielen Jahren? Angeblich vom Adressenlieferanten Schober, wo man f\u00fcr gew\u00f6hnlich solche Adressen herbek\u00e4me, hiess es. Doch die prompte Nachfrage bei Schober ergab: Jawohl, wir verkaufen der GEZ die Adressen von potenziellen zus\u00e4tzlichen Geb\u00fchrenzahlern, &#8211; aber diese eine mit dem betreffenden M\u00e4dchennamen war nicht dabei. Womit die Dame wieder am Anfang angelangt war und sich vorgef\u00fchrt f\u00fchlte &#8211; die GEZ trug zur Wahrheitsfindung nichts mehr bei.<\/p>\n<p>Noch ein Beispiel gef\u00e4llig? Einer Augenarztpraxis schickt die GEZ jedes Jahr aus Neue &#8211; freundlich ausgedr\u00fcckt &#8211; eine Einladung, GEZ-Geb\u00fchrenzahler zu werden. Jedes Jahr, so zuverl\u00e4ssig wie das Weihnachtsfest. Und jedes Mal schreibt der Mediziner, dass er keine Disco betreibe, sondern seine Untersuchungen im Gegenteil strikte Ruhe br\u00e4uchten. Damit die Messergebnisse unbeeintr\u00e4chtigt bleiben. Davon unbeeindruckt meldet sich die GEZ im Folgejahr wieder &#8211; seit \u00fcber zehn Jahren jedes Jahr dasselbe Spiel. Manchmal schickt die GEZ im \u00dcbereifer dem Arzt gleich zwei dieser ultimativen Schreiben, einmal mit und einmal ohne Doktortitel oder so \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Was uns das sagt? Wer so verzweifelt versucht, seine Kunden zu vermehren und so viel Arbeitszeit und Arbeitskraft mit sinnlosen Aktionen verschwendet, und auch noch anderen Leuten deren wertvolle Lebens-Zeit und Telefongeb\u00fchren und Briefporto stiehlt, sollte sein Tun lieber auf N\u00fctzliches f\u00fcr die Gesellschaft richten. Etwas mit positivem, vorzeigbarem, produktiven Ergebnis und nicht nur eine Art Besch\u00e4ftigungstherapie. Vielleicht etwas Handwerkliches? Auch Pfleger f\u00fcr Senioren sind durchaus gebraucht. Und die Senioren sind sogar dankbar &#8211; anders als die Formular-Gequ\u00e4lten und zu-Unrecht-Verd\u00e4chtigten.<\/p>\n<p>Fazit: Wem es absolut nicht mehr gelingt, seine Kundenzahl auf intelligente Weise und effizient zu steigern, dem ist mit einer Haushaltpauschale, wie sie nun geplant ist, ohnehin mehr gedient &#8211; Stichwort Arbeitszufriedenheit. Und allen anderen auch, wenn man daf\u00fcr dann die Geb\u00fchren insgesamt senken kann. Weil die vielen GEZ-H\u00e4scher einfach nicht mehr gebraucht werden. Und die Opfer endlich aufatmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ob die GEZ-Geb\u00fchren dann bald sinken? http:\/\/www.newsroom.de\/news\/detail\/%24FTJVJTMUFLFJ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was machen bloss die GEZ-Mitarbeiter, wenn sie nicht mehr schn\u00fcffeln brauchen? Wenn man ihre Schn\u00fcffel-Arbeit und ihre Fantasie in Sachen GEZ-Zahler-Suche einfach nicht mehr braucht? 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