{"id":638698,"date":"2010-05-31T11:11:43","date_gmt":"2010-05-31T09:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638698"},"modified":"2010-05-31T11:11:43","modified_gmt":"2010-05-31T09:11:43","slug":"an-der-langen-blacklberry-leine-beim-kindergartenfest-und-uberhaupt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/05\/31\/an-der-langen-blacklberry-leine-beim-kindergartenfest-und-uberhaupt\/","title":{"rendered":"An der langen Blackberry-Leine &#8211; beim Kindergartenfest und \u00fcberhaupt"},"content":{"rendered":"<p>Sind\u00a0Smartphones, Notebooks und Diensthandys f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte eine moderne Fu\u00dffessel oder\u00a0 ein Befreiungsschlag? Das ist die gro\u00dfe Frage. Denn: 77 Prozen der Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte haben heute das Gef\u00fchl, f\u00fcr ihren Job rund um die Uhr erreichbar sein zu m\u00fcssen, ergibt eine Umfrage unter 1 200 Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften durch das Online-Portal Placement24. Und immerhin jeder zweite Befragte (51 Prozent) reagiert auf diesen Psychodruckk und\u00a0kontrolliert deshalb am Wochenende auch regelm\u00e4ssig sein Diensthandy sowie seine Mails.\u00a0Jeder dritte tut das nur in Ausnahmef\u00e4llen.<!--more--><\/p>\n<p>Das kann durchaus von Vorteil sein: Einerseits entsteht manches Problem gar nicht erst, wenn\u00a0man direkt eingreifen kann &#8211; und man spart sich somit viel Zeit, die man sonst zur sp\u00e4teren Probleml\u00f6sung gebraucht h\u00e4tte. Andererseits sind die hochgezogenen Augenbrauchen von Ehepartner und Kiddies, wenn man in der Freizeit zum Blackberry greift und ganz pl\u00f6tzlich heftig tippt, auch eine\u00a0Psycho-Belastung. Ganz abgesehen davon, dass man selbst ja auch in\u00a0seiner Erholungs- oder wenigstens Company-freien Zeit gest\u00f6rt wird. Denn Arbeit gibts ja auch im Privatleben genug &#8211; mit der eigenen Versorgung und wom\u00f6glich der einer ganzen Familie. 37 Prozent der Manager empfinden die Blckkberrys &amp; Co. denn zumindest auch als Unterst\u00fctzung, weil sie flexibleres Arbeiten erm\u00f6glichen. Notwehrma\u00dfnahmen? Klar kommunizieren, wof\u00fcr man am Wochenende erreichbar ist &#8211; und wof\u00fcr nicht, r\u00e4t Placement24. Und vor allem: Anrufern klarmachen, wo sie einen gerade erreichen &#8211; auf dem Kindergartenfest, an der Ikea-Kasse in der Warteschlange oder beim Getr\u00e4nkemarkt auf dem Parkplatz beim Herumhieven der Wasserk\u00e4sten. Dann verstehn sie zumindest, warum man gerade nicht mal mitschreiben kann.<\/p>\n<p>Was die Sache jedoch zus\u00e4tzlich erschwert &#8211; ausser dass die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf immer weiter verschwimmen:\u00a083 Prozent der\u00a0Manager leiden inzwischen unter der Arbeitsverdichtung, die auch sie &#8211; in den oberen Etagen &#8211; nun erreicht: Stehen doch f\u00fcr &#8211; oft immer mehr &#8211; Arbeit immer weniger Menschen zu ihrer Erledigung zur Verf\u00fcgung. Die Entlassungswellen der vergangenen Jahrzehnte zeigen inzwischen ihre deutlichen Spuren. Sprich, die Belastung des Einzelnen ist enorm gestiegen. Experten f\u00fcr Betriebsgesundheit wie der Bielefelder Wissenschaftler Badura beobachten ja bereits den rasanten Anstieg von Psycho-Erkrankungen in den Unternehmen und prophezeien\u00a0weitere Zunahme.<\/p>\n<p>Unerledigte Arbeit und gleichzeitig unausgesch\u00f6pfte Wachstumspotenziale in den Firmen sind l\u00e4ngst die Folge. Ebenso wie immer laxerer Umfgang mit Sicherheitsvorschriften &#8211; egal ob in Krankenh\u00e4usern, wo es direkt um Menschenleben und Patientengesundheit geht oder aus Sparwahn. Und das hat Folgen, die zwar erst Jahre sp\u00e4ter ans Tageslicht kommen, aber daf\u00fcr umso vehementer &#8211; siehe Berliner S-Bahn oder anscheinend auch die BP-Katastrophe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind\u00a0Smartphones, Notebooks und Diensthandys f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte eine moderne Fu\u00dffessel oder\u00a0 ein Befreiungsschlag? Das ist die gro\u00dfe Frage. 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