{"id":638697,"date":"2010-05-31T21:45:04","date_gmt":"2010-05-31T19:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638697"},"modified":"2010-05-31T21:45:04","modified_gmt":"2010-05-31T19:45:04","slug":"40-prozent-mehr-psychisch-kranke-in-den-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/05\/31\/40-prozent-mehr-psychisch-kranke-in-den-unternehmen\/","title":{"rendered":"40 Prozent mehr psychisch Kranke in den Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Krankschreibungen aus psychischen Gr\u00fcnden haben um 40 Prozent zugenommen, vermeldet der sogenannte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Weil sich die Arbeitswelt ver\u00e4ndert hat, und zwar zum Negativen. Arbeitsverdichtung allerorten, immer mehr Arbeit f\u00fcr immer weniger Angestellte. TK-Vorstandschef Norbert Klusen listet auch noch die Zunahme der Zeitarbeitsvertr\u00e4ge auf, die Steigerung des Arbeitstempos &#8211; auch durch st\u00e4ndige Handy-Erreichbarkeit und massenhaft Mails. Aber auch die Tatsache, dass der Arbeitsrhythmus immer weniger selbstbestimmt sei.<!--more--><\/p>\n<p>Vor allem: Patienten  mit psychischen Erkrankungen sind &#8211; so die Studie &#8211; meist sehr lange  arbeitsunf\u00e4hig, oft mehrere Monate. Die F\u00e4lle, in denen Mitarbeiter l\u00e4nger als sechs Wochen ausfallen, sind allein in 2009 im Vorjahresvergleich um zehn Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Des weiteren: Psychopharmaka wurden im vergangenen Jahr  30 Prozent h\u00e4ufiger verschrieben als vor zehn Jahren,  Herz-Kreislauf-Pr\u00e4parate sogar mehr als doppelt so oft. Auf das Konto der ver\u00e4nderten Demografie und dem gestiegenen Durchschnittsalter geht nur ein Drittel dieser Steigerung. Die Zahl der Frauen, die Antidepressiva  einnehmen, hat sich verdoppelt. Bei M\u00e4nnern liegt die Steigerung sogar  bei fast 120 Prozent.<\/p>\n<p>Und noch etwas zeigt die TK-Studie: Arbeit hat doch heilende Wirkung. Auch wenn die popul\u00e4re Ansage ab   den 70-er Jahren eher gegenteilig lautete. So hat die TK in dieser Studie auch herausgefunden, dass Arbeitslose heute   im Schnitt 20 Tage arbeitsunf\u00e4hig sind &#8211; und damit um 25 Prozent   h\u00e4ufiger als noch vor zehn Jahren. Der durchschnittliche Arbeitslose fiel 2009 um 81  Prozent \u00f6fter aus als Berufst\u00e4tige. Arbeitslose Frauen bekamen  doppelt so viele Antidepressiva wie berufst\u00e4tige Frauen verschrieben. Arbeitslose  M\u00e4nner lagen sogar um 200 Prozent \u00fcber dem Volumen der M\u00e4nner mit Job.<\/p>\n<p>TK-Chef Klusen w\u00fcnscht sich mehr betriebliches Gesundheitsmanagement in den Unternehmen:  Arbeitnehmer seien bei besseren Arbeitsbedingungen zufriedener und  leistungsf\u00e4higer. Die entsprechenden Vorteile f\u00fcr Unternehmen: Weniger  Fluktuation, weniger Fehlzeiten und h\u00f6here Produktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der TK-Gesundheitsreportbasisert auf der Auswertung der Daten von 3,4 Millionen Besch\u00e4ftigten\u00a0 und Bezieher von Arbeitslosengeld I.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krankschreibungen aus psychischen Gr\u00fcnden haben um 40 Prozent zugenommen, vermeldet der sogenannte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Weil sich die Arbeitswelt ver\u00e4ndert hat, und zwar zum Negativen. Arbeitsverdichtung allerorten, immer mehr Arbeit f\u00fcr immer weniger Angestellte. 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