{"id":638463,"date":"2010-04-13T00:08:05","date_gmt":"2010-04-12T22:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638463"},"modified":"2010-04-13T00:08:05","modified_gmt":"2010-04-12T22:08:05","slug":"warum-bewerber-nicht-auf-peinliche-facebook-fotos-direkt-angesprochen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/04\/13\/warum-bewerber-nicht-auf-peinliche-facebook-fotos-direkt-angesprochen-werden\/","title":{"rendered":"Warum Bewerber nicht auf peinliche Facebook-Fotos direkt angesprochen werden"},"content":{"rendered":"<p>Manche Unternehmensmeldung ist einfach nur \u00fcberfl\u00fcssig. Da bl\u00e4st zum Beispiel die Online-Jobb\u00f6rse Stepstone das Umfrageergebnis raus, dass Kandidaten bei Vorstellungsgespr\u00e4chen &#8222;nie auf ihr Profil in sozialen Netzwerken angesproche werden&#8220;. <a href=\"http:\/\/www.stepstone.de\/Ueber-StepStone\/presse\/soziale-netzwerke-kein-gespraechsthema.cfm\">http:\/\/www.stepstone.de\/Ueber-StepStone\/presse\/soziale-netzwerke-kein-gespraechsthema.cfm <\/a>Um kurz drauf zu berichten, dass immerhin elf Prozent der Antwortgeber in der Stepstone-Umfrage entweder dirket auf ihr Netzwerkprofil angesprochen wurden oder die Personaler sich auf Infos bezogen, die sie wahrscheinlich in einem sozialen Netzwerk recherhiert hatten. Das w\u00e4re der erste Schuss ins eigene Knie.<!--more--><\/p>\n<p>Zwar befragte Stepstone fast 11 000 Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte aus acht L\u00e4ndern in Europa, doch klar ist eins: Wie viele Personaler geben schon den Kandidaten zu erkennen, wo sie sich im Vorfeld informieren. Sollten sie ihnen sagen: &#8222;Ach, wie schade, dass ich im Internet \u00fcber Sie nichts gefunden habe&#8220; oder &#8222;Ich habe da Fotos entdeckt, auf denen sie ganz sch\u00f6n peinlich, d\u00e4mlich, oder wie auch immer wirken&#8220;. Um wom\u00f6glich im Falle einer Ablehnung eine Diskriminierungsklage an den Hals zu bekommen? Um sich \u00fcberhaupt irgendwie angreifbar zu machen<\/p>\n<p>Oder um mit einem Hinweis auf peinliche Fotos des Bewerbers daf\u00fcr zu sorgen, dass der Kandidat zuschnappt wie eine Auster und gar nichts mehr sagt. Weil er eingesch\u00fcchtert ist, oder sich sch\u00e4mt.<\/p>\n<p>Das zweite Eigentor ist die Unterstellung, dass Personaler so naiv sind und ihr Herz auf der Zunge tragen. Dem ist nur selten so. Oder haben Sie schon mal einen Arbeitgeber in spe erlebt, der im Vorstellungsgespr\u00e4ch bekennt: &#8222;Ach, ich habe schon mal bei ihrem Ex-Chef von vor f\u00fcnf Jahren angerufen und der hat dies oder jenes \u00fcber Sie gesagt.&#8220; Never ever. Warum sollte er auch.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nur von einem Fall, in dem eine Dame von den Vor-Recherchen eines Personalchefs erfuhr. Diese Dame hat n\u00e4mlich denselben Namen wie ihn eine Darstellerin aus dem Pornobusiness als Kunstnamen tr\u00e4gt &#8211; und sie wu\u00dfte es. Dem Personaler hingegen, der sie zum Gespr\u00e4ch eingeladen hatte, dem stand die Entt\u00e4uschung ins Gesicht geschrieben, als er sie begr\u00fc\u00dfte. So deutlich, dass sie ihm direkt auf den Kopf zusagte, dass er wohl jemand anderen erwartet hatte. Der Mann gab es auch prompt zu, so perplex war er. Und er rechtfertigte sich, dass er neugierig gewesen war &#8211; aber auf den Pornostar, nicht auf sie. Lachen konnte die Kandidatin dar\u00fcber jedenfalls nicht &#8211; auch nicht im Nachhinein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Unternehmensmeldung ist einfach nur \u00fcberfl\u00fcssig. 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