{"id":638390,"date":"2010-03-23T01:34:22","date_gmt":"2010-03-23T00:34:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638390"},"modified":"2010-03-23T01:34:22","modified_gmt":"2010-03-23T00:34:22","slug":"mckinseys-neuer-rat-frauen-hochieven-und-fachleute-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/03\/23\/mckinseys-neuer-rat-frauen-hochieven-und-fachleute-halten\/","title":{"rendered":"McKinsey\u00b4s neuer Rat: Frauen hochieven und Fachleute halten"},"content":{"rendered":"<div id=\"topic\">\n<div id=\"grid\">\n<div id=\"grid-aux\">\n<div id=\"article\">Kontinuit\u00e4t? Ach was. Frei nach dem Motto \u00b4was schert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern\u00b4 wechseln die guten, teuren\u00a0Ratschl\u00e4ge von der Unternehmensberatung\u00a0McKinsey pl\u00f6tzlich wie die Oberhemden. Konnte man jahrelang darauf wetten, dass am Ende eines\u00a0Beratungsauftrags fast immer Personalabbau der heisse Tipp war, so irritieren die Verlautbarungen aus dem Hause McKinsey pl\u00f6tzlich\u00a0die Klienten:\u00a0\u00a0\u00a0Zuerst kommt die Meldung, dass Fimen mit Chefinnen an der Spitze wirtschaftlich bessere Ergebnisse haben als Unternehmen mit frauenfreien F\u00fchrungsetagen. Dann kommt pl\u00f6tzlich der Rat, lieber auf Gewinn als auf qualifizierte Mitarbeiter zu verzichten.<!--more--><\/div>\n<div>\n<div>\n<div>Da fragt man sich: Haben die McKinsey-Klienten denn schon vorher den Rat erhalten, Frauen einzustellen und zu f\u00f6rdern, bis sie an die Spitze gehievt haben?\u00a0Oder bekommen die Klienten diesen Rat dann zumindest jetzt quasi formularm\u00e4ssig mit auf den Weg? M\u00fcssten sie doch eigentlich.<\/div>\n<div>Und damit nicht genug. Ganz pl\u00f6tzlich kommt die n\u00e4chste erstaunliche Erkenntnis der Unternehmenberater: &#8222;McKinsey sieht Arbeitskr\u00e4ftemangel von 2015 an&#8220; warnt man\u00a0nunmehr die deutsche Wirtschaft vor einem massiven Arbeitskr\u00e4ftemangel in wenigen Jahren. Schon in f\u00fcnf Jahren w\u00fcrden Unternehmen mehr Jobs anbieten, als sie dann noch besetzen k\u00f6nnen, berichtet die\u00a0&#8222;Welt am Sonntag&#8220; \u00fcber\u00a0eine McKinsey-Studie. Das aufgezeigte Horror-Szenario: Die L\u00fccke werde bis 2020 auf rund zwei Millionen Arbeitskr\u00e4fte anwachsen. Quelle suprise, als\u00a0Grund f\u00fcr\u00a0diese Entwicklung bemerkt das Beratungsunternehmen nun die\u00a0demografische Entwicklung. Der gute \u00f6ffentliche und gar nicht teure Rat lautet nunmehr:\u00a0Unternehmen sollten\u00a0kurzfristig lieber auf Gewinn statt auf Mitarbeiter\u00a0verzichten.\u00a0Firmen sollten ein gro\u00dfes Interesse daran haben, ihre qualifizierte Stammbelegschaft zu halten, r\u00e4t\u00a0McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern pl\u00f6tzlich den Unternehmen.<\/div>\n<div><strong>Guter Rat &#8211; nur zu sp\u00e4t<\/strong><\/div>\n<div>Schade nur, dass der Rat f\u00fcr viele zu sp\u00e4t kommt. Weil sie einen gut Teil gerade ihrer erfahrenen Mitarbeiter schon in die W\u00fcste geschickt haben.\u00a0Diejenigen Firmen k\u00f6nnen kaum mehr ihren &#8211; oft wahllosen &#8211; Stellenabbau der vergangenen Jahre\u00a0noch r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Hiess die Devise doch jahrelang, Hauptsache weniger Leute an Bord. Wer immer gehen will, kann &#8211; gegen Abfindung &#8211; gehen. Ob der Rest der Belegschaft oder gar die Kunden die geschassten Kollegen keineswegs entbehrlich fanden &#8211; ganz egal.\u00a0Zur\u00fcck geblieben sind arbeitsverdichtete Belegschaften, bei denen sich psychische Krankheiten h\u00e4ufen oder\u00a0denen alle m\u00f6glichen Drogen helfen, den Arbeitsalltag zu \u00fcberstehen. Und v\u00f6llig desillusionierte Mitarbeiter, die mit der Faust in der Tasche auf den Aufschwung warten. Um sich wegbewerben zu k\u00f6nnen.<\/div>\n<div>Gar bedrohlich ist es bei\u00a0Firmen geworden, in denen\u00a0wichtige Funktionen einfach gar nicht mehr wahrgenommen werden. Unter dem Deckmantel des Kostensparens. Schien ja auch zu klappen, vordergr\u00fcndig. Die Berliner S-Bahn hat ihre Quittung schon bekommen.<\/div>\n<div>Diesen\u00a0Firmen als Unternehmensberater nun zu verk\u00fcnden, dass sie bald auch gar nicht mehr die Mitarbeiter kriegen k\u00f6nnen, die sie bald so dringend brauchen &#8211; das klingt schon fast zynisch. Schon die erfahrenen Leute, die wenigstens ihr Wissen an junge Menschen weitergeben k\u00f6nnten, sind ja nach all den Entlassungsrunden der vergangenen Jahre l\u00e4ngst weg.<\/div>\n<div><strong>Sind \u00f6ffentliche Ratschl\u00e4ge\u00a0andere als die in den Vorstands-Power-Point-Pr\u00e4sentationen?<\/strong><\/div>\n<div>Oder liegt es vielleicht daran, dass diese zwei \u00fcberraschenden Ansagen via Presse geschehen und in die breite \u00d6ffentlichkeit gestreut werden &#8211; aber nicht via Power-Point-Pr\u00e4sentation nur f\u00fcr den Vorstand bestimmt sind? F\u00fchrungskr\u00e4fte, die h\u00f6here Pr\u00e4mien bekommen, je mehr Mitarbeiter sie absch\u00fctteln.<\/div>\n<div>Liegt der Kurswechsel von McKinsey\u00a0daran, dass es sich in der \u00d6ffentlichkeit einfach besser macht, Partei\u00a0f\u00fcr Frauen und qualifizierte Facharbeiter\u00a0zu ergreifen? Statt Rechnungen aufzumachen, wieviele Mitarbeiter dieses Mal wieder in die W\u00fcste geschickt werden sollten? Man darf gespannt sein auf die n\u00e4chste Initialz\u00fcndung.\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/magazine.web.de\/de\/themen\/finanzen\/wirtschaft\/10094642-Studie-Ab-2015-Arbeitskraeftemangel.html\">http:\/\/magazine.web.de\/de\/themen\/finanzen\/wirtschaft\/10094642-Studie-Ab-2015-Arbeitskraeftemangel.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontinuit\u00e4t? Ach was. Frei nach dem Motto \u00b4was schert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern\u00b4 wechseln die guten, teuren\u00a0Ratschl\u00e4ge von der Unternehmensberatung\u00a0McKinsey pl\u00f6tzlich wie die Oberhemden. 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