{"id":638079,"date":"2010-01-12T22:41:06","date_gmt":"2010-01-12T21:41:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/01\/12\/offentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-marken-werden\/"},"modified":"2010-01-12T22:41:06","modified_gmt":"2010-01-12T21:41:06","slug":"offentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-marken-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/01\/12\/offentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-marken-werden\/","title":{"rendered":"\u00d6ffentlichkeitsarbeit: Wie Anwaltskanzleien Marken werden"},"content":{"rendered":"<p>Ein einziges prominentes Mandat kann alles auf den Kopf stellen: Die Arcandor-Pleite machte G\u00f6rg Rechtsanw\u00e4lte auf einen Schlag bekannt. Im Kanzlei-PR-Ranking des Handelsblatts stand G\u00f6rg noch vor einem Jahr auf Platz 46 \u2013 und katapultierte sich im neuen Ranking auf Platz eins. Wie Juristen durch medienwirksame Auftritte ihr Image polieren.<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_638116\" style=\"width: 406px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-638116\" href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/01\/12\/offentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-marken-werden\/anwaltefoto\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-638116\" class=\"size-medium wp-image-638116 \" src=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/files\/2010\/01\/anw\u00e4ltefoto-440x330.jpg\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"297\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-638116\" class=\"wp-caption-text\">Ein Kandidat der Juve-Award ...<\/p><\/div>\n<p>Sieger der f\u00fcnften Handelsblatt-Studie \u00fcber die \u00d6ffentlichkeitsarbeit der 50 Topkanzleien ist Insolvenzspezialist Klaus G\u00f6rg. Quelle: dpa<br \/>\nBevor Klaus G\u00f6rg das Arcandor-Mandat im Juni bekam, war die Soziet\u00e4t mit den Paradedisziplinen Insolvenzen und Restrukturierungen nur einmal in der Presse aufgefallen \u2013 danach 189-mal.<\/p>\n<p>Dies ergibt die neue Handelsblatt-Studie \u00fcber die \u00d6ffentlichkeitsarbeit der f\u00fchrenden Wirtschaftskanzleien zusammen mit der Medienanalyseagentur Landau Media aus Berlin und der PR-Beratung Faktenkontor aus Hamburg. Die Studie wurde jetzt zum f\u00fcnften Mal erstellt.<\/p>\n<p>Ausgewertet wurden die 19 wichtigsten deutschen Tageszeitungen und Magazine wie \u201eFAZ\u201c, \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c, \u201eWelt\u201c, \u201eFinancial Times Deutschland\u201c, Handelsblatt, \u201eZeit\u201c, \u201eSpiegel\u201c, \u201eStern\u201c, \u201eWirtschaftswoche\u201c und \u201eCapital\u201c. Die Medienbeobachter erfassten redaktionelle Artikel, in denen ein Kanzleiname auftaucht sowie Gastkommentare aus der Feder von Anw\u00e4lten. Die Basis der untersuchten Law Firms war dabei das aktuelle \u201eJuve\u201c-Ranking der renommiertesten Top-50-Kanzleien. Der untersuchte Zeitraum lag zwischen Anfang September 2008 und Ende August 2009.<\/p>\n<p>Die Studie im Detail: Schlagartig wurde der Name G\u00f6rg ab Juni 2009 landauf landab bekannt. Er z\u00e4hlte zwar schon vorher zu den Top-50-Namen in Deutschland, war dort aber eher im Mittelfeld angesiedelt. \u201eLichtgestalt\u201c, \u201eGraue Eminenz und knallharter Krisenmanager\u201c oder \u201eF\u00fcr die Ruhe im Chaos zust\u00e4ndig\u201c lauteten die \u00fcberschw\u00e4nglichen Headlines. Kritische T\u00f6ne und Blessuren am Image folgten sp\u00e4ter, als im Herbst die Arcandor-Tochter Quelle wider Erwarten nicht zu retten war. Doch der Siegerplatz f\u00fcr G\u00f6rg d\u00fcrfte ein Ausrei\u00dfer sein, reist die Kanzlei doch auf dem zwischenzeitlichen zugkr\u00e4ftigen Ticket namens Karstadt, Arcandor und Quelle. Auf Platz zwei, drei und vier folgen diejenigen, die im Vorjahr die ersten drei Sieger stellten und die seit Jahren Kontinuit\u00e4t an der Spitze beweisen: Freshfields (172 Artikel), Linklaters (169) und Clifford Chance (132). Ihnen folgt mit geh\u00f6rigem Abstand Gleiss Lutz mit 96 Beitr\u00e4gen.<\/p>\n<div id=\"attachment_638118\" style=\"width: 406px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-638118\" href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/01\/12\/offentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-marken-werden\/juve-awards\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-638118\" class=\"size-medium wp-image-638118 \" src=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/files\/2010\/01\/juve-awards-440x293.jpg\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"264\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-638118\" class=\"wp-caption-text\">Nominierte Kanzlei ...<\/p><\/div>\n<p>Im F\u00fcnf-Jahres-Vergleich hat sich Heuking K\u00fchn von Platz 22 auf 14 hochgearbeitet, Taylor Wessing von 17 auf zw\u00f6lf und Allen &amp; Overy von elf auf sieben. Abgest\u00fcrzt ist Flick Gocke Schaumburg von Platz sechs auf 13, Lovells von vier auf acht und Hengeler Mueller von f\u00fcnf auf neun. In dieser Zeit hat sich die Gesamtzahl der gefundenen Artikel um zw\u00f6lf Prozent auf 1 886 erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Womit die Juristen in die Presse kamen? 32 Prozent erschienen im Gefolge von medienwirksamen Mandaten, meist Opfer der Finanzkrise und Insolvenzen \u2013 das waren vor f\u00fcnf Jahren erst 24 Prozent. Zudem haben sich Anw\u00e4lte inzwischen einen festen Platz als Experten neben Analysten und Unternehmensberatern erobert. Immer h\u00e4ufiger werden sie um ihre Einsch\u00e4tzung gebeten: In 30 Prozent aller Artikel treten sie in dieser Rolle auf. In elf Prozent der St\u00fccke waren sie selbst die Autoren, der Gesch\u00e4ftsentwicklung von Kanzleien widmeten sich f\u00fcnf Prozent. \u201eDas zeigt, dass sich die meisten von ihnen noch immer schwertun mit ihrer Rolle als mittelst\u00e4ndische Dienstleistungsunternehmen und Transparenz vermeiden wollen\u201c, kritisiert Medienexperte Uwe Mommert, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Landau Media.<\/p>\n<p>Wovon die aufgefundenen Artikel mit und \u00fcber Anw\u00e4lte handelten? An erster Stelle ging es um Insolvenzrecht \u2013 das stand vor f\u00fcnf Jahren auf dem elften und letzten Platz. Dem folgte Banking und Investment sowie Arbeitsrecht und M&amp;A. Letzteres war vor f\u00fcnf Jahren ein hei\u00dfes Thema und auf Platz eins.<\/p>\n<p>Und wer kam am besten weg? Freshfields hatte die meiste positive Presse. Dies, weil sie im Ranking des Fachblatts \u201eJuve\u201c mit an der Spitze lagen und auch bei der Oskar-Verleihung der Anw\u00e4lte mehrere Awards erhielten, und vor allem weil sie im M&amp;A-Bereich so eine starke Stellung haben. Ihnen folgt Linklaters und Clifford Chance. Die ganz \u00fcberwiegende Mehrheit der Artikel wurde als neutral gewertet.<\/p>\n<p>Linklaters galten aber zugleich auch die meisten Negativzeilen, vor allem wegen eines Themas: Dass die Kanzlei das Bundeswirtschaftsministerium unterst\u00fctzte beim Entwerfen eines Gesetzestextes \u2013 aber gleichzeitig f\u00fcr Banken als Mandanten arbeitet. Als Entlasser unter den Law Firms machte sich Clifford Chance einen unr\u00fchmlichen Namen und landet dadurch auf dem zweiten Platz des Rankings der Negativpresse. Auf Platz drei steht Allen &amp; Overy, insbesondere wegen ihres Rainmakers Rolf Koerfer, der Maria-Elisabeth Schaeffler ber\u00e4t. Er habe bei den Debatten wegen Conti eine \u201edesastr\u00f6se\u201c Figur abgegeben, sagten Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sowie Vertreter der Kapitalseite.<\/p>\n<p>Relevanz bekam Allen &amp; Overy auch ausgerechnet in der Regenbogenpresse \u2013 was der Markenbildung absolut dienen d\u00fcrfte: Allein schon die Ank\u00fcndigung, dass Chelsy Davy \u2013 die Freundin des britischen Prinzen Harry \u2013 im n\u00e4chsten Herbst in London bei Allen &amp; Overy nach ihrem Uni-Abschluss starten sollte, sorgte reichlich f\u00fcr Erw\u00e4hnungen: von \u201eGala\u201c bis \u201eBild\u201c.<\/p>\n<p>J\u00f6rg Lichter, Claudia T\u00f6dtmann<\/p>\n<p>Mitarbeit: Karen Schumann<\/p>\n<p>Bilder: Oberes Bild Kanzlei Osborne Clark<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unteres Bild Kanzlei <span style=\"font-size: x-small;color: #000080;font-family: Arial\">Pusch Wahlig Legal<\/span><\/p>\n<p>Hier finden Sie das komplette Ranking der Top-50-Kanzleien:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/oeffentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-zu-starken-marken-werden;2510539\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/oeffentlichkeitsarbeit-wie-anwaltskanzleien-zu-starken-marken-werden;2510539<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein einziges prominentes Mandat kann alles auf den Kopf stellen: Die Arcandor-Pleite machte G\u00f6rg Rechtsanw\u00e4lte auf einen Schlag bekannt. 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