{"id":638044,"date":"2010-01-04T02:36:14","date_gmt":"2010-01-04T01:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/2010\/01\/04\/der-vermeintliche-makel-der-verfugbarkeit\/"},"modified":"2010-01-04T02:36:14","modified_gmt":"2010-01-04T01:36:14","slug":"der-vermeintliche-makel-der-verfugbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2010\/01\/04\/der-vermeintliche-makel-der-verfugbarkeit\/","title":{"rendered":"Der vermeintliche Makel &#8222;Verf\u00fcgbarkeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Berufst\u00e4tige Frauen mit Kind &#8211; oder schlimmer noch, mit Kindern (Plural!) &#8211; haben einen gewaltigen Makel. Automatisch. Selbst wenn sie ihre Kinderbetreuung hervorragend organisiert haben. Selbst wenn sie NIE ausfallen wegen kranken Kindern, Arztbesuchen mit Kindern oder Elternsprechtagen in der Schule und \u00e4hnlichem. M\u00fctter im Job gelten als &#8222;nicht verf\u00fcgbar&#8220;, erz\u00e4hlte mir k\u00fcrzlich ein Manager. Sie haben richtig gelesen. Gelten, hei\u00dft das Verb. Auch wenn sie tats\u00e4chlich Tag und Nacht erreichbar sind und auch noch nie gefehlt haben wegen Kiddies \u2013 gelten reicht. Dem Vorurteil sei dank. Studien aus Banken haben schon vor Jahren dasselbe ergeben: Selbst wenn Frauen schon \u00fcber das geb\u00e4rf\u00e4hige Alter hinaus waren, bekamen sie keine Chance \u2013 rein hypothetisch k\u00f6nnten sie ja schwanger werden.<br \/>\nWas genau \u201everf\u00fcgbar\u201c hei\u00dft? W\u00e4re es eindeutig definiert, k\u00f6nnte frau sich ja drauf einstellen. Ist es aber nicht. Es wird nirgendwo als Kriterium aufgestellt &#8211; oder offen zugegeben. es spukt offenbar nur in den K\u00f6pfen der m\u00e4nnlichen Hierarchen in den Unternehmen.<br \/>\nUS-Manager haben es da besser: Sie d\u00fcrfen sehr wohl mitten am Tag aus ihrer Firma verschwinden, um zum Beispiel ein wichtiges Basketballspiel ihres Sohns anzusehen. Oder eine Schulauff\u00fchrung ihrer Tochter. Das mindert ihre Karrierechancen nicht im geringsten.<br \/>\nBei deutschen Unternehmen w\u00e4re das nicht m\u00f6glich &#8211; und schon dreimal nicht f\u00fcr Frauen. www.rp-online.de\/beruf\/arbeitswelt\/Warum-Kinder-oft-Karrierekiller-sind_aid_801242.html . \u201eWarum Kinder oft Karrierekiller sind\u201c titelt die \u201eRheinische Post\u201c. Und weiter: &#8222;F\u00fcr Frauen ist es immer noch ganz schwierig, auf der Karriereleiter weit nach oben zu kommen&#8220;, sagt Elke Holst vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Im Wettbewerb mit m\u00e4nnlichen Konkurrenten k\u00f6nnen Kinder dann leicht zum Nachteil werden: &#8222;Ein Kind wird zum Risikofaktor.&#8220; Frauen versuchten deshalb oft, sich zun\u00e4chst eine berufliche Position zu erarbeiten und verschieben den Kinderwunsch, bis das geklappt hat.<br \/>\nDas ist freundlich ausgedr\u00fcckt. Sch\u00f6n, wenn alles so nach Plan l\u00e4uft. D\u00fcrfte aber eher der Ausnahmefall sein, weil im wirklichen Leben eben doch nicht das Rei\u00dfbrett regiert. Aus welchem Grund auch immer.<br \/>\nTrotz Grundgesetz und AGG sind auch heute noch nur Frauen stigmatisiert, wenn sie Kinder haben \u2013 M\u00e4nner nicht. M\u00e4nner bleiben verf\u00fcgbar. Was immer das konkret bedeuten mag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berufst\u00e4tige Frauen mit Kind &#8211; oder schlimmer noch, mit Kindern (Plural!) &#8211; haben einen gewaltigen Makel. Automatisch. Selbst wenn sie ihre Kinderbetreuung hervorragend organisiert haben. 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