{"id":638009,"date":"2009-12-17T01:36:15","date_gmt":"2009-12-17T00:36:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=638009"},"modified":"2009-12-17T01:36:15","modified_gmt":"2009-12-17T00:36:15","slug":"nintendo-test-traumjob-arzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/12\/17\/nintendo-test-traumjob-arzt\/","title":{"rendered":"Nintendo-Test: Traumjob Arzt?"},"content":{"rendered":"<p>Der erste Tag im Job nach der Uni: Ob er tats\u00e4chlich ein Traumberuf oder eher ein Alptraum ist, zeigt sich so nach und nach. Junge Leute, die \u00fcberlegen, ob sie Arzt, oder genauer gesagt Kinderarzt werden wollen, k\u00f6nnen den Berufsalltag schon mal simulieren &#8211; auf ihrem Nintendo. Sie tun so als ob sie eine Praxis \u00fcbernehmen w\u00fcrden &#8211; von der \u00c4rztin Frau M\u00f6ller, die bald in Ruhestand gehen will. Gleich am ersten Tag stehen da etliche Patienten mit unterschiedlich schwerwiegenden Problemen mit Zecken entfernen, Pflaster aufkleben, k\u00fchlende Gels auftragen und Knochenbr\u00fcche eingipsen. Man muss nicht nur die richtigen Priorit\u00e4ten setzen, sondern den Kindern &#8211; virtuell &#8211; die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, was ihnen fehlt. Nachuntersuchungen, \u00dcberweisungen ins Krankenhaus undsoweiter, alles wie im richtigen Job. Die Folge sind wachsende Herausforderungen: Wer richtig diagnostiziert und therapiert, steigert seinen Ruf und dessen Wartezimmer wird immer voller. Alles will organisiert sein samt Einkauf neuer Ger\u00e4te und Einstellen von Personal. Jedenfalls k\u00f6nnen Medizin-Aspiranten schon mal am Nintendo austesten, welche Facetten der Job hat und ob man dann noch immer darauf hin arbeiten will. Etwa wenn der Druck laufend steigt, weil die Patienten im Wartezimmer immer mehr moppern, weil sie warten m\u00fcssen. Dann wird das Ganze schon weniger heiter und deutlich unangenehmer.<!--more--><\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Tivola war der Hersteller der ersten bilingualen Spiele-CD-Roms f\u00fcr Kiddies. K\u00f6nnte sein, dass den Berlinern mit dieser neuen Idee &#8211; Job-Check mit Nintendo &#8211; ein \u00e4hnlich gro\u00dfer Wurf gelingt.<br \/>\nRichtig nah am Job w\u00e4re das Spiel nat\u00fcrlich, wenn der Medizin-Proband die halbe Arbeitszeit lang Ziffern eingeben, Ziffern verschl\u00fcsseln und Dokumentationen f\u00fcr die gesetzlichen Krankenkassen erstellen muss &#8211; und anschlie\u00dfend sechs Monate sp\u00e4ter erf\u00e4hrt, wieviel er f\u00fcr die gesch\u00e4tzten 66 Prozent seiner Patienten als Flatrate erh\u00e4lt, wieviele er und sein Team in der Zeit kostenlos behandelt haben und wieviel der Kollege im benachbarten Bundesland f\u00fcr dieselbe Leistung mehr erh\u00e4lt &#8211; oder weniger. Und ob die Arztpraxis Geld vomHonorar abgezogen bekommt, weil der Arzt aus Empathie oder Mitleid einem Patienten ein Medikament verschrieben hat, das er besser vertr\u00e4gt als das Standardmedikament seiner Krankenkasse &#8211;  und dass der Mediziner zur Strafe dann aus eigener Tasche bezahlen muss. Ohne dass der Patient es je mitbekommt. Das alles w\u00e4re freilich noch n\u00e4her am Berufsalltag. Zumindest hier in Deutschland. Die 80 Prozent der Bochumer Medizinstudenten, die sich nach einer aktuellen Umfrage ob dieser Aussichten ins Ausland abzusetzen trachten, haben sich deshalb schon in der Ausbildung gegen den Arztjob hierzulande entschieden. Locken doch die Schweiz, Norwegen und andere mit familienfreundlicheren Bedingungen, vern\u00fcnftigeren organisationen und vor allem weniger Verwaltungskram &#8211; den ohnehin kein Mensch gesunder macht.<br \/>\nWie dem auch sei: Im Tivola-Programm fehlen jetzt noch weitere Traum-Berufe wie Pilot, Ingenieur (der wird erst neuerdings, aber daf\u00fcr ganz oft genannt von Kindern und ihren Eltern), Gerichtsmediziner oder vielleicht auch Modedesigner. Oder dieser &#8222;irgendetwas-mit-Medien&#8220;-Beruf. Mit allen Ups and downs. Und vor allem an den Downs k\u00f6nnen die Youngsters erst mal zusehen, ob sie wirklich Lust auf den konkreten Job haben, oder ob sie sich lieber noch umorientieren wollen. Ohne mehr oder weniger sinnvolle Praktika und Arbeitsamt-Vortr\u00e4ge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Tag im Job nach der Uni: Ob er tats\u00e4chlich ein Traumberuf oder eher ein Alptraum ist, zeigt sich so nach und nach. Junge Leute, die \u00fcberlegen, ob sie Arzt, oder genauer gesagt Kinderarzt werden wollen, k\u00f6nnen den Berufsalltag &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/12\/17\/nintendo-test-traumjob-arzt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[97,609,811,916,1047],"class_list":["post-638009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-standard","tag-arztberuf","tag-karriere","tag-nintendo","tag-rezension","tag-tivola"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/638009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=638009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/638009\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=638009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=638009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=638009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}