{"id":637971,"date":"2009-12-01T00:59:57","date_gmt":"2009-11-30T23:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/?p=637971"},"modified":"2009-12-01T00:59:57","modified_gmt":"2009-11-30T23:59:57","slug":"halten-banker-ihre-kunden-fur-doof-hilft-auch-kein-neuanstrich-der-filiale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/12\/01\/halten-banker-ihre-kunden-fur-doof-hilft-auch-kein-neuanstrich-der-filiale\/","title":{"rendered":"Halten Banker ihre Kunden f\u00fcr doof, hilft auch kein Neuanstrich der Filiale"},"content":{"rendered":"<p>Da schickt mir meine Bank einen Prospekt mit demTitel &#8222;Pr\u00e4mie, die das Leben sch\u00f6ner machen &#8211; Weiterempfehlen lohnt sich f\u00fcr Sie!&#8220; &#8211; und versucht mich zu locken mit einer Espresso-Maschine mit einem MP4-Player oder einem Akku-Bohrschrauber von Bosch. Damit ich in heutiger Zeit ausgerechnet eine Bank empfehle. Und das nicht etwa meinem Intimfreind, sondern einem Freund, Kollegen, Bekannnten oder Verwandten. Den Teufel werd\u00b4 ich tun.<br \/>\nWarum? Weil genau diese Bank mit drei Schreiben in den vergangenen Wochen schrieb, die mich auf die Palme gebracht haben- wie sollich sie da empfehlen k\u00f6nnen?<!--more--><br \/>\nIn dem einen Schreiben teilte mir diese meine Bank k\u00fcrzlich mit, dass die Kreditkarte nicht mehr kostenlos ist wie bisher, wenn man eine bestimmte Summe damit im Jahr umsetzte, sondern ab Januar gleich 30 Euro im Jahr kostet. Egal wie oft man die Kreditkarte eingesetzt hat. Dies war in freundliche Worte eingeh\u00fcllt und kam eher wie ein Angebot daher &#8211; ich wollte es schon wegwerfen, da fiel mir der letzte Satz des Anschreibens ins Auge: Wenn ich nicht binnen sechs Wochen schriftlich widersp\u00e4che, w\u00fcrde dies nun f\u00fcr mich gelten.<br \/>\nAlso macht mir meine Bank erstens Arbeit &#8211; zwingt mich, ihr zu schreiben &#8211; und zieht mich zweitens irgendwie \u00fcber den Tisch. Und viel schlimmer: Sie h\u00e4lt mich offenbar f\u00fcr doof, sonst w\u00fcrde sie diese linke Tour gar nicht erst versuchen. So etwas kennt man sonst von Billig-Lose-Blatt-Sammlungen, oder Probe-Abos nicht wirlich seri\u00f6ser Verlage. Unh\u00f6flich ist die Tour allemal.<br \/>\nDer zweite und der dritte Brief &#8211; Rechnungen &#8211; galten ein und demselben Schlie\u00dffach: Erstens eine \u00fcbliche Rechnung und zweitens eine Rechnung \u00fcber die Versicherung f\u00fcr dieses Schlie\u00dffach. Trickreich, nicht wahr? H\u00e4tten sie beide Rechnungen wenigstens in einem Umschlag verschickt, w\u00e4re ich mir nicht ganz so genasf\u00fchrt vorgekommen.<br \/>\nZuguterletzt kam noch eine Pressemitteilung der Consultingfirma Mummert Steria, die mich vollends verwirrt zur\u00fcckl\u00e4sst: &#8222;Die deutschen Kreditinstitute wollen ihre Filialen<br \/>\nbis zum Jahr 2012 einer umfassenden Modernisierung unterziehen. Vier von zehn Banken planen daf\u00fcr zus\u00e4tzliche Investitionen ein. Der Grund: Viele Gesch\u00e4ftsstellen entsprechen nicht mehr den aktuellen<br \/>\nKundenbed\u00fcrfnissen.&#8220;<br \/>\nWie bitte? Wegen Kundenbed\u00fcrfnissen? Da haben die Banken im Zuge der Wirtschaftskrise und ihrer kundenfeindlichen Beratung der vergangenen Jahre jetzt einen Ruf, der so schlecht ist wie noch nie &#8211; und wollen ihr l\u00e4diertes Image mit einem neuen Anstrich der Filialen reparieren. Um &#8222;den Aufenthalt in den Filialen f\u00fcr die Kunden k\u00fcnftig so angenehm wie m\u00f6glich gestalten. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise, Barrieren zu beseitigen, um die Gesch\u00e4ftsstellen f\u00fcr jeden Besucher problemlos zug\u00e4nglich zu machen. Einige Institute richten sogar eigene Lounges oder Bistros ein.&#8220;<br \/>\nIch w\u00fcrde empfehlen, statt auf \u00c4u\u00dferlichkeitenzu setzen, endlich den Banker wieder das erlauben zu tun, was sie gelernt haben und was sie selbst auch vermutlich am liebsten machen wollen: Den Kunden beraten, und zwar nicht so, dass ausschlie\u00dflich die Bank etwas davon hat (siehe Wirtschtswoche-Reportage 2009), sondern zur Abwechslung auch mal wieder der Kunde. Also nicht nur nach der Montagsmorgends-Ansage aus der Zentrale nach dem Restaurant-Motto &#8222;Was der K\u00fcchenchef heute empfiehlt&#8220;, sprich was heute unbedingt weg muss. Und wof\u00fcr ein Dummer gefunden werden muss. http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/banken\/herbert-walter-ex-dresdner-chef-rechnet-mit-bankenbranche-ab_aid_456871.html<br \/>\nEx-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walther: Der Bankberater &#8222;muss sich als Anwalt seiner Kunden verstehen d\u00fcrfen und nicht nur als Produktverk\u00e4ufer.\u201c Die Kunden m\u00fcssten erwarten k\u00f6nnen, \u201edass der Berater sie m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig und frei von Verkaufsdruck beraten kann\u201c. Das klingt gut,aber auf die Schwalbe, die den Sommer macht, m\u00fcssen die Bankkunden sicher noch lange, lange warten. Walter war bis zum Januar Chef der Dresdner Bank und die ist inzwischen in der Commerzbank aufgegangen &#8211; er hatte also Gelegegenheit genug, diese Methoden zu \u00e4ndern &#8211; hat er aber nicht und jetzt hat er gut Reden.<br \/>\nNur ob Bankkunden wegen eines neuen Teppichbodens in ihrer Filiale oder wegen einer neuen Tapetenfarbe (wieder) Vertrauen fassen zu demjenigen, der sie lange genug geleimt hat, das wage ich zu bezweifeln. Und wenn man Bank-Schreiben bekommt wie die eingangs erw\u00e4hnten, die das sichere Gef\u00fchl vermitteln, dass die eigene Bank einen f\u00fcr bl\u00f6d h\u00e4lt, schon dreimal nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da schickt mir meine Bank einen Prospekt mit demTitel &#8222;Pr\u00e4mie, die das Leben sch\u00f6ner machen &#8211; Weiterempfehlen lohnt sich f\u00fcr Sie!&#8220; &#8211; und versucht mich zu locken mit einer Espresso-Maschine mit einem MP4-Player oder einem Akku-Bohrschrauber von Bosch. 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