{"id":637366,"date":"2009-10-11T19:47:15","date_gmt":"2009-10-11T17:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/wie-ein-unberechtigter-vorwurf-eine-grosse-law-firm-zerstorte-der-fall-haarmann-hemmelrath"},"modified":"2009-10-11T19:47:15","modified_gmt":"2009-10-11T17:47:15","slug":"wie-ein-unberechtigter-vorwurf-eine-grosse-law-firm-zerstorte-der-fall-haarmann-hemmelrath","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/10\/11\/wie-ein-unberechtigter-vorwurf-eine-grosse-law-firm-zerstorte-der-fall-haarmann-hemmelrath\/","title":{"rendered":"Wie ein unberechtigter Vorwurf eine gro\u00dfe Law Firm zerst\u00f6rte: Der Fall Haarmann Hemmelrath"},"content":{"rendered":"<p>Der gr\u00f6\u00dfte Kanzleizusammenbruch Deutschlands h\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen: Ein falscher Vorwurf trieb die Gro\u00dfkanzlei Haarmann Hemmelrath in den Ruin. Und genau davor ist auch kein anderer Dienstleister sicher, keine Anwaltssoziet\u00e4t, keine Unternehmensberatung und keine Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft \u2013 ein Lehrst\u00fcck.<br \/>\n<!--more-->Die Geschichte klingt wie ein Alptraum. Nur dass die Protagonisten nicht mehr daraus aufwachten. Allein wegen einer einzigen Klage zerbrach ausgerechnet die gro\u00dfe, renommierte Anwaltskanzlei Haarmann Hemmelrath &amp; Partner (HHP). Sie konnte ihren eigenen Niedergang nicht aufhalten. Jetzt wurde sie viele Jahre sp\u00e4ter rehabilitiert und bekommt eine Millionensumme Schadensersatz \u2013 wie viel, dar\u00fcber wurde Stillschweigen vereinbart.<br \/>\nDer Stein kam ins Rollen, als die Werhahn-Gruppe als Mandant von Haarmann Hemmelrath ihre eigene Kanzlei vor f\u00fcnf Jahren wegen Falschberatung verklagte. Die Oberfinanzdirektion D\u00fcsseldorf hatte die Steuersparkonstruktion, die HHP ausgekl\u00fcgelt hatte, nicht anerkannt. HHP hatte die Werhahn-Tochter M\u00e4rkische Bau Union beim Verkauf von Unternehmensteilen beraten und ein Konzept entwickelt, wonach keine Steuern anfallen sollten. Dennoch schickte das zust\u00e4ndige Finanzamt Neuss nach einer Betriebspr\u00fcfung drei Jahre sp\u00e4ter der Werhahn-Gruppe einen Steuerbescheid \u00fcber 480 Millionen Euro.<br \/>\nDeshalb beauftragte die Werhahn-Gruppe die Kanzlei Clifford Chance und verlangte 430 Millionen Euro Schadensersatz wegen Falschberatung von HHP. Zwar lenkte das Finanzamt noch im November 2004 ein. Doch die Kanzlei kam ins Wanken, die Klagen vor Gericht gingen weiter: Da atomisierte sich eine der Top-Ten-Law-Firms, die 21 B\u00fcros in aller Welt hatte. \u00dcber 1 000 Mitarbeiter arbeiteten dort, keine andere deutsche Kanzlei war so gro\u00df. Doch nachdem das Damokles-Schwert der horrenden Schadensersatzklage \u00fcber der Kanzlei schwebte, verlie\u00dfen immer mehr Partner die Soziet\u00e4t. Schlie\u00dflich beschloss die Kanzlei selbst ihre eigene Liquidation im Dezember 2005.<br \/>\nDie Tragik dabei: HHP hatte von Anfang an recht und keinen Fehler gemacht \u2013 das steht heute fest. Das Ganze geschah, obwohl diese Kanzlei eine der Renommiertesten im Steuerrecht war. Einen \u201ekometenhaften Aufstieg\u201c attestierte das Fachblatt \u201eJuve\u201c HHP und nannte sie den \u201eStar unter deutschen Steuerrechtskanzleien\u201c. Sie war es, die Vodafone bei der feindlichen \u00dcbernahme von Mannesmann beraten hatte.<br \/>\nHHP passierte, was auch jedem anderen Dienstleister passieren kann: jeder Anwaltssoziet\u00e4t, jedem Unternehmensberater oder Wirtschaftspr\u00fcfer. Und das Bemerkenswerteste daran ist: Niemand kann sich vor so einer Klage eines Klienten sch\u00fctzen \u2013 und der entsprechenden Presse.<br \/>\nIm Falle HHP endete es jetzt mit einem Vergleich. \u201eIrgendwann muss Schluss sein\u201c, kommentiert Wilhelm Haarmann. Man habe \u201ekeine Lust mehr zum Prozessieren. Und es war alles andere als n\u00f6tig, den Prozess gegen HHP zu er\u00f6ffnen.\u201c Heute sitzt er im selben Frankfurter B\u00fcro und am selben Schreibtisch wie zu HHP-Zeiten und ber\u00e4t in Sachen Steuerrecht \u2013 aber in einer Kanzlei mit rund 20 Leuten statt \u00fcber 1 000.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr alle Dienstleister von der Kanzlei bis zur Unternehmensberatung. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/10\/11\/wie-ein-unberechtigter-vorwurf-eine-grosse-law-firm-zerstorte-der-fall-haarmann-hemmelrath\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[232,364,481,490,520,693,819,5353],"class_list":["post-637366","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-standard","tag-clifford-chance","tag-falschberatung","tag-groskanzlei-wehrhahn","tag-haarmann-hemmelrath","tag-hhp","tag-law-firms","tag-oberfinanzdirektion-dusseldorf","tag-standard"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/637366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=637366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/637366\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=637366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=637366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=637366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}