{"id":636516,"date":"2009-09-27T20:52:52","date_gmt":"2009-09-27T18:52:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/der-stratege-des-jahres-mit-autowerbung-von-zetsche-himself"},"modified":"2009-09-27T20:52:52","modified_gmt":"2009-09-27T18:52:52","slug":"der-stratege-des-jahres-mit-autowerbung-von-zetsche-himself","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/09\/27\/der-stratege-des-jahres-mit-autowerbung-von-zetsche-himself\/","title":{"rendered":"Der &#8222;Stratege des Jahres&#8220; mit Autowerbung von Zetsche himself"},"content":{"rendered":"<p>Donnerstagabend war es wieder soweit. Bain &amp; Company k\u00fcrte zusammen mit der der Hochschule WHU und der &#8222;FTD&#8220; zum sechsten Mal die &#8222;Strategen des Jahres&#8220; bei einer gro\u00dfen Gala in Frankfurt: Mit Sterne-Koch-Essen von Christian J\u00fcrgens vom &#8222;Seehotel \u00dcberfahrt&#8220; am Tegernsee, dem Auftritt eines A-Capella-M\u00e4nner-Quartetts sowie kurzen und langen Ansprachen. Dieter Zetsche von Daimler war einer der Redner &#8211; der aber leider eher den Eindruck erweckte, statt einer Key-Note nur eine Pro-Mercedes-Produkte-Werbe-Ansprache halten zu wollen.<!--more-->Etwa dass man zwar auch mit einem Werbekuli schreiben kann, aber das Schreiben mit einem Montblanc ein besseres Gef\u00fchl gebe. Dass es mit Premium-Autos auch so sei. Und dass es Fakt sei, dass man R\u00fcckschl\u00fcsse von Autos auf ihre Besitzer zieht. Dass die Absicht, sich beim anderen Geschlecht attraktiver zu machen, die Nachfrage nach Premium befeuert &#8211; und dieses Anliegen nun mal zeitlos sei. sein selbstbewusstes Fazit: &#8222;Wir machen gr\u00fcne Autos cooler und coole Autos gr\u00fcner.&#8220;  Sogar die Frauen w\u00fcrdigte er als Autokunden: Dass heute 34 Prozent der Autok\u00e4ufer Frauen seien und dieseZahl in zehn Jahren bei 43 Prozent liegen werde. Zetsche: &#8222;Und die wollen nicht alle Twingo fahren&#8220; &#8211; wie wahr.<br \/>\nEr selbst hatte n\u00e4mlich &#8211; so sagte er &#8211; urspr\u00fcnglich geglaubt, er sei es, der geehrt werden solle und habe erst sp\u00e4t festgestellt, dass dies leider gar nicht der Fall sei. Die Rede also als Retourkutsche? Weil er es gerne geworden w\u00e4re? Wom\u00f6glich.<br \/>\nJedenfalls hatte er die richtige Zielgruppe f\u00fcr die Premium-Autos erwischt.<br \/>\nDie Geehrten  &#8211; sie wurden laut FTD-Chef Steffen Klusmann knallhart an ihren Unternehmenskennzahlen gemessen &#8211; waren dieses mal: J\u00fcrgen Hambrecht von BASF, Thomas Bauer von der Bauer Gruppe (Baumaschinehersteller), Thomas Quaas von Beiersdorf, Henning Kreke von Douglas Holding (der bereits zum zweiten Mal schon als Geehrter nicht selbst auftauchte, sondern jemand vom Staff schickte), Albrecht Hornbach von Hornbach Holding und Ben Lipps von Fresenius Medical Care. <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/management\/:stratege-des-jahres-das-sixpack-der-favoriten\/50009778.html\">http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/management\/:stratege-des-jahres-das-sixpack-der-favoriten\/50009778.html<\/a><br \/>\nJedoch: Mehrfach wurde erw\u00e4hnt, dass es ja auch ein Risiko sei, so einen Titel zu bekommen &#8211; einer der letzten Strategen des Jahres war immerhin Klaus Zumwinkel. Und der w\u00fcrde den Titel heute sicher nicht mehr bekommen. Stehende Wendung: Was bedeutet so ein Preis, wenn man zwei Jahre sp\u00e4ter in Vorruhestand geht?<br \/>\nBauer brachte es auf den Punkt: K\u00fcnstler haben den Vorteil, das ihr Bild oder ihre CD fertig sei, f\u00fcr die sie geehrt werden. Bei diesem Preis, dem &#8222;Strategen des Jahres&#8220;, m\u00fcsse man sich nachher genauso anstrengen wie vorher. Stimmt irgendwie, aber das ist eben der Unterschied zwischen Produkt und Unternehmen.<br \/>\nUnd es waren ja auch noch viele Top-Manager da, die ebenfalls angereist waren, obwohl nicht sie selbst gek\u00fcrt wurden: Simone Bagel-Trah zum Beispiel, die neue Henkel-Aufsichtsrat-Chefin. Sie war ohnehin eine der wenigen anwesenden Frauen &#8211; als Spiegelbild der M\u00e4nner-dominierten Manager-Riege in Deutschland. Je Tisch ungef\u00e4hr eine Dame.<br \/>\nWer noch so alles da war, lie\u00df sich hier wie bei all solchen Veranstaltungen leider nicht so leicht auszumachen. Denn mit den kleinen Namensk\u00e4rtchen ist es fast \u00fcberall dieselbe Misere. Der erste Nachteil: Die Namen sind viel zu klein geschrieben. Wenn man nicht auf 30 Zentimeter seinem Gegen\u00fcber zuleibe r\u00fccken will, kann man meist den Namen kaum entziffern. Oder gerade mit M\u00fch und Not den Namen, aber nicht mehr seine Company. Ganz abgesehen davon, dass nicht jeder \u00fcber 35 Jahren noch Adleraugen hat &#8211; das l\u00e4sst sich gerade hier sch\u00f6n beobachten. Der letzte Augenarzttermin war wohl schon l\u00e4nger her.<br \/>\nNoch schwierieger ist es &#8211; der zweite Nachteil -, bei Damen diese Namensk\u00e4rtchen zu entziffern beziehungsweise sie als Dame irgendwo zu befestigen. Die gebr\u00e4uchlichen Knipsklammern plus Sicherheitsnadel sind n\u00e4mlich absolut frauenfeindlich. Wo soll frau sie anbringen? Meist steht sie irgendwieauf dem Kopf, denn Damen-Jacketts haben weniger M\u00f6glichkeiten zum Anklammern. Zum Beispiel keine Tasche auf der Brust f\u00fcr ein Einstecktuch. Die Seitentaschen sitzen zu niedrig und am Revers klappts eben nur hochkant.<br \/>\nUnd als Frau ohne Jackett will man sich eigentlich ohnehin nicht unbedingt sein gutes Kleid zerstechen.<br \/>\nDie Problematik, nicht zu erkennen, wer da am selben Tisch sitzt oder wer in derselben Runde steht, wurde an diesem Abend auf dem Campus Westend in Frankfurter sogar zum Thema. W\u00e4re es doch so viel netter, man k\u00f6nnte dadurch viel rascher in einen Small Talk einsteigen, fand man. Wann hat man schon mal so viele interessante Wirtschaftsbosse aus den verschiedensten Branchen auf einen Haufen &#8211; die man nur leider nicht einordnen kann? Oder rascher einen Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcrs Plaudern und Netzwerken zu haben.<br \/>\nEiner der anwesen Herren berichtet vom Weltwirtschaftsgipfel in Davos, die h\u00e4tten dieses Problem gut gel\u00f6st: Alle Teilnehmer h\u00e4tten Brustbeutel um den Hals baumeln, auf denen die Namen sch\u00f6n gro\u00df gedruckt drauf st\u00fcnden. So wie fr\u00fcher bei alleinreisenden Kindern im Flugzeug.<br \/>\nSch\u00f6n, dass die Schweizer bei so einer elit\u00e4ren Veranstaltung offenbar so pragmatisch und entspannt mit dem Thema umgehen &#8211; und sich einfach hinwegsetzen \u00fcber Eitelkeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstagabend war es wieder soweit. 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