{"id":634688,"date":"2009-08-31T01:51:37","date_gmt":"2009-08-30T23:51:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/ladies-lunch-mit-henkel-und-douglas"},"modified":"2009-08-31T01:51:37","modified_gmt":"2009-08-30T23:51:37","slug":"ladies-lunch-mit-henkel-und-douglas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/08\/31\/ladies-lunch-mit-henkel-und-douglas\/","title":{"rendered":"Ladies\u00b4 Lunch mit Henkel und Douglas"},"content":{"rendered":"<p>\u201eCharity Ladies\u00b4 Lunch\u201c mag nach Sue Ellen Ewing von Dallas klingen. Nach gelangweilten Ehefrauen reicher M\u00e4nner, die sich darauf verlegen, Gutes zu tun und zum Beispiel Geld einzusammeln f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke. Mangels eigenen Jobs. Muss es aber nicht sein. In D\u00fcsseldorf fand am Freitagmittag im NRW-Forum ein Charity Ladies\u00b4 Lunch von DKMS Life statt. <!--more-->Anwesende Promis: die Schauspielerinnen Veronica Ferres und Katharina Schubert. Der Zweck der guten Sache: Kosmetikseminare f\u00fcr Krebspatientinnen. Wirklich eine gute Sache. Denn wem durch die monatelange Chemotherapie nach und nach nicht nur die Kopfhaare, sondern schlussendlich auch seine Wimpern und die Augenbrauen ausgehen, dem hilft so etwas ungemein. Die ausgehenden Kopfhaare lassen sich noch halbwegs kaschieren, mit Per\u00fccken oder schicken Herm\u00e8s-T\u00fcchern etwa. Aber Augenbrauen und Wimpern? K\u00fcnstliche Wimpern \u2013 so erfuhr frau in D\u00fcsseldorf \u2013 halten n\u00e4mlich dann nicht mehr, wenn es gar keine eigenen Wimpern mehr gibt. Und was klingt wie eine Kleinigkeit, ist f\u00fcr die Betroffenen tats\u00e4chlich etwas ganz Entscheidendes: Wenn nicht mehr f\u00fcr jeden anderen erkennbar ist, dass sie Opfer, Kranke und Betroffene sind. Sondern wenn sie ihre Krankheit wegschminken k\u00f6nnen. Das hilft. Wenn sie nicht mehr f\u00fcr jedermann sichtbar Chemopatient sind. Wenn sie nicht jedem Rede und Antwort stehen m\u00fcssen, weil ihre Krankheit f\u00fcr jeden erkennbar ist. Weil gute, dekorative Kosmetik die Krankheit vertuschen hilft.<br \/>\nUnd deshalb haben sich Henkel Schwarzkopf, Douglas und etliche Markenhersteller  von Shiseido \u00fcber Christian Dior bis Art Deco dieser Sache als Sponsoren angenommen \u2013 weil es zu ihnen passt: Wenn die Betroffenen in der Klinik eine Tasche mit ihren Produkten bekommen und die Anleitung durch eine Frau vom Fach, wie sie die Dinge einsetzen m\u00fcssen.<br \/>\nSo \u00e4hnlich wie W\u00f6chnerinnen, die in etlichen Kliniken nach der Entbindung eine Tasche mit diversen Baby-Produkten diverser Firmen mit auf den Weg bekommen.<br \/>\nUnd Veronica Ferres sagte denn auch etwas Kluges: Es ist der bessere Ansatz, \u201enicht den Krebs zu bek\u00e4mpfen, sondern das Beste aus der Situation zu machen.\u201c<br \/>\nSchade nur, dass den anwesenden Damen offenbar nicht klar war, dass auch sie selbst am n\u00e4chsten Tag Opfer sein k\u00f6nnen, weil j\u00e4hrlich 200 000 Frauen an Krebs erkranken. Sondern dass sie arg distanziert zum eigentlichen Thema waren. Gefhlt hat eine Betroffene, am besten Prominente.<br \/>\nErfrischend ehrlich dann die Henkel Top-Managerin Tina M\u00fcller, die als Gastgeberin fungierte und Grundz\u00fcge des Marketing darlegte: M\u00fcller betonte erst mal, dass \u201eman ein Match braucht zwischen der Marke und der Person, die daf\u00fcr wirbt.\u201c Dass sonst ein Vampir-Effekt entstehe, und die Konsumenten sich nur noch an den Promi erinnern, aber  leiderleider nicht mehr an das Produkt. Und schwupps, ehe man sich versah, war auch gleich die Kurve zum ganz allgemeinen Thema der berufst\u00e4tigen M\u00fctter genommen. Veronica Ferres erz\u00e4hlte, dass erst ihr Gyn\u00e4kologe sie \u00fcberzeugte, berufst\u00e4tig zu bleiben, als ihre Tochter Lilly im Anmarsch war. Dass \u201eeine Tochter ein Anrecht auf eine gl\u00fcckliche Mutter hat\u201c \u2013und dass sie genau das nicht mehr w\u00e4re, wenn sie selbst ihren Job, die Schauspielerei, an den Nagel h\u00e4ngt.<br \/>\nIn die gleiche Kerbe haute Tina M\u00fcller, die ihren obersten Boss Kasper Rorsted zitierte: Dass nur die Frauen dazu neigen, sich immer selbst zu kritisieren. Aber dass jeder Mann dagegen immer eigentlich schon im Vorstand sitzt \u2013 und sich alles zutraut. Wie wahr.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/regional\/duesseldorf\/leute\/2009\/08\/29\/ladies-lunch\/duesseldorfs-power-frauen-helfen-in-der-not.html\">http:\/\/www.bild.de\/BILD\/regional\/duesseldorf\/leute\/2009\/08\/29\/ladies-lunch\/duesseldorfs-power-frauen-helfen-in-der-not.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eCharity Ladies\u00b4 Lunch\u201c mag nach Sue Ellen Ewing von Dallas klingen. 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