{"id":633692,"date":"2009-08-14T02:58:42","date_gmt":"2009-08-14T00:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/nur-mit-strikter-transparenz-nachhilfe-fur-kanzlei-linklaters-von-konkurrent-gleiss"},"modified":"2009-08-14T02:58:42","modified_gmt":"2009-08-14T00:58:42","slug":"nur-mit-strikter-transparenz-nachhilfe-fur-kanzlei-linklaters-von-konkurrent-gleiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/08\/14\/nur-mit-strikter-transparenz-nachhilfe-fur-kanzlei-linklaters-von-konkurrent-gleiss\/","title":{"rendered":"Nur mit strikter Transparenz &#8211; Nachhilfe f\u00fcr Kanzlei Linklaters von Konkurrent Gleiss"},"content":{"rendered":"<p>Die Gro\u00dfkanzlei Linklaters hat es gerade nicht leicht. Da stellt sie ihr juristisches Know-how gegen Entgelt zur Verf\u00fcgung &#8211; Business as usual &#8211; und steht ganz pl\u00f6tzlich im Mittelpunkt des Medieninteresses. Mehr noch, unter Beschuss von allen Seiten. Weil sie weder vor Gericht f\u00fcr einen Mandanten gefochten noch einen Firmen-Deal gedeichselt hat, sondern weil sie ein ganzes Gesetz formuliert hat.<br \/>\nEin Thema also, mit dem eine Kanzlei nicht gerne in der Presse steht. Als m\u00f6glicher Einfl\u00fcsterer mit eventuell unlauteren Motiven. So weit so misslich f\u00fcr die Kanzlei.<br \/>\n<!--more-->Dabei: Warum sollen Anw\u00e4lte als Dienstleister nicht dasselbe tun d\u00fcrfen wie Unternehmensberater? Die \u00f6ffentliche Hand beraten und insbesondere Ministerien? Welche Motive im Einzelfall ein Ministerium auch immer haben mag &#8211; meist d\u00fcrften eigene Kapazit\u00e4ten fehlen. Oder die eigenen Leute einfach schon \u00fcberlastet sein.<br \/>\nDass ein Anwalt &#8211; immerhin ein unabh\u00e4ngiges Organ der Rechtspflege laut Gesetz &#8211; sein Know-how f\u00fcr ein neues Gesetz zur Verf\u00fcgung stellt, was sollte dagegen einzuwenden sein? Er muss es nur transparent machen, jegliche Interessen (Kollisionen mit anderen Mandanten derselben Kanzlei) sollten &#8211; soweit vorhanden &#8211; erkennbar sein und die Kosten des Auftrags ebenso.<br \/>\nSolange solche Auftr\u00e4ge ausgeschrieben werden, sich eine Kanzlei bewirbt wie jeder andere Auftragnehmer f\u00fcr irgendeinen Bauauftrag auch und das Auswahlverfahren sowie die entstehenden Kosten transparent gemacht werden.<br \/>\nUnerwartete Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt Linklaters gerade von dem Berufsverband Die F\u00fchrungskr\u00e4fte aus Essen, in dem 20.000 Mitglieder organisiert sind: Die Kritik an Linklaters Auftraggeber, Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg, sei &#8222;unberechtigt&#8220;. Im Gegenteil, der Gesetzgeber sei &#8222;gut beraten, beim Erarbeiten von Gesetzesentw\u00fcrfen externe Experten zum Beispiel aus Rechtsanwaltskanzleien hinzuzuziehen&#8220;. Schlie\u00dflich unterliefen dem Gesetzgeber immer wieder schwere handwerkliche Fehler, die der B\u00fcrger am Ende ausbaden mu\u00df.&#8220; Und: &#8222;Mit professioneller Begleitung des Gesetzgebungsverfahrens h\u00e4tte mancher Fehler vermieden werden k\u00f6nnen&#8220;, legt Ulrich Goldschmidt, Chef des F\u00fchrungskr\u00e4fte-Verbands nach. Und er ist schlau genug, auch gleich einzuschr\u00e4nken: &#8222;Auch wenn die Einbeziehung externen Sachverstands durch den Gesetzgeber grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fc\u00dfen ist, muss striktes Transparenzgebot gelten.&#8220;<br \/>\nUnd genau das ist der Knackpunkt, denn das scheint die Kanzlei Linklaters nicht so zu sehen. Die ganz konkrete Nachfrage: Wie viele Linklaters-Anw\u00e4lte beteiligt waren, wie viele Stunden sie f\u00fcr den Gesetzentwurf gearbeitet und abgerechnet haben und wie hoch das Honorar f\u00fcr die Kanzlei war, mochten die Juristen heute dem &#8222;Handelsblatt&#8220; nicht beantworten. Die Begr\u00fcndung? Die &#8222;laufende Mandantsbeziehung erlaube das nicht&#8220;, hiess es.<br \/>\nDoch diese Abfuhr l\u00e4sst jedoch nur diese Schl\u00fcsse zu: Erstens, es gibt weitere Auftr\u00e4ge dieser Art vom Bundeswirtschaftsministerium f\u00fcr Linklaters, die Arbeit ist ja noch nicht abgeschlossen. Zweitens legt Linklaters keinen Wert auf Transparenz, sondern \u00fcbt sich lieber in Geheimniskr\u00e4merei &#8211; und genau die macht erst richtig misstrauisch.<br \/>\nVielleicht sollte sich Linklaters ein paar Ratgeberb\u00fccher \u00fcber PR zulegen, um in kritischen Momenten wie diesem besser vorbereitet zu sein. Und nicht das Feld von vornherein anderen zu \u00fcberlassen.<br \/>\nZum Beispiel dem Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer von der Konkurrenz, der Gro\u00dfkanzlei Gleiss. Der machte deutlich, was ein Motiv des Ministeriums f\u00fcr den Auftrag gewesensein k\u00f6nnte <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/anwaelte-verteidigen-beratung-von-ministern;2444717\">www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/anwaelte-verteidigen-beratung-von-ministern;2444717<\/a>: Dass die Anw\u00e4lte in Kanzleien auch bereit sind, Tag und Nacht durchzuarbeiten f\u00fcr solche Auftr\u00e4ge.<br \/>\nUnd damit gibt der Stuttgarter in Sachen PR den Linklaters-Kollegen \u00f6ffentlich Nachhilfe. Denn Einsatzbereitschaft ist prinzipiell ja etwas lobenswertes, oder?<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/politik\/article4406659\/Zippert-zappt.html\">www.welt.de\/die-welt\/politik\/article4406659\/Zippert-zappt.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gro\u00dfkanzlei Linklaters hat es gerade nicht leicht. 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So weit so misslich f\u00fcr die Kanzlei. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/08\/14\/nur-mit-strikter-transparenz-nachhilfe-fur-kanzlei-linklaters-von-konkurrent-gleiss\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[5353],"class_list":["post-633692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-standard","tag-standard"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=633692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633692\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=633692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=633692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=633692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}