{"id":633562,"date":"2009-08-12T01:48:39","date_gmt":"2009-08-11T23:48:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/ist-da-noch-was-ungeregelt-it-grosse-scheer-gelustet-es-nach-noch-mehr-gesetzen"},"modified":"2009-08-12T01:48:39","modified_gmt":"2009-08-11T23:48:39","slug":"ist-da-noch-was-ungeregelt-it-grosse-scheer-gelustet-es-nach-noch-mehr-gesetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/08\/12\/ist-da-noch-was-ungeregelt-it-grosse-scheer-gelustet-es-nach-noch-mehr-gesetzen\/","title":{"rendered":"Ist da noch was ungeregelt? IT-Gr\u00f6\u00dfe Scheer gel\u00fcstet es nach noch mehr Gesetzen"},"content":{"rendered":"<p>Jeder dritte Arbeitnehmer schaut auch am Abend noch auf seine Mails und ist \u00fcbers Handy erreichbar &#8211; dem Job zuliebe. F\u00fcr Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte. Dagegen nehmen sich die vier Prozent, die auch am Wochenende auf Standby sind, wenig aus. Jederzeit sind 36 Prozent der Arbeitnehmer inzwischen erreichbar f\u00fcr berufliche Zwecke. Erforscht hat dies jetzt der High-Tech-Verband Bitkom aus Berlin in einer &#8222;repr\u00e4sentativen&#8220; Umfrage. Bemerkenswert ist, dass M\u00e4nner mit 77 Prozent eifriger sind als Frauen mit 68 Prozent. Und: \u00c4ltere sind dienstbeflissener als J\u00fcngere. Unter 29 Jahren sind es 53 Prozent, ab 30 Jahren aufw\u00e4rts sind es 83 Prozent.<!--more-->Interessant \u00fcbrigens, dass 30-J\u00e4hrige f\u00fcr Bitkom schon als &#8222;\u00c4ltere&#8220; gelten. Jugendwahn und Demografiefalle lassen gr\u00fcssen. Solch ungeregelte Arbeitseins\u00e4tze missfallen Bitkom-Pr\u00e4sident August-Wilhelm Scheer und fordert &#8211; na was wohl &#8211; Regeln!<br \/>\nDenn, so sein messerscharfer Schluss: Wer zuhause f\u00fcr den Job mailt (meist freiwillig, oder?), nutzt auch im B\u00fcro das Internet privat, so sein Fazit. Fragt sich nur, wer beim Saldieren draufzahlen m\u00fcsste. Vielleicht bleibt derjenige, der in der Arbeitszeit bei Bofrost Essen oder bei H&amp;M eine Hose bestellt, ja auch ebenso selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4nger f\u00fcrs Kundengespr\u00e4ch im B\u00fcro, wenn`s sich so ergibt. Und schreibt die Zeit nicht auf &#8211; zumal die Sache mit dem Bewilligen von \u00dcberstunden ohnehin oft gar nicht zu schaffen ist. Weil eben abends in der Firma oft gar kein Vorgesetzter mehr da ist, der \u00dcberstunden bewilligen k\u00f6nnte. Und weil der Auftrag aber trotzdem p\u00fcnktlich zu Ende gebracht werden muss. Verantwortungsvolle Mitarbeiter bleiben dann doch lange und schauen nicht zuerst danach, ob ihnen ihr Mehreinsatz gedankt und gutgeschrieben wird.<br \/>\nOb Scheer diese Menschen im Auge hatte bei seinem Ruf nach einem Gesetz? Dann w\u00e4re er ein arger Nachz\u00fcgler, denn die Rechtsprechung zum vorherigen Bewilligen-Lassen von \u00dcberstunden ist in der Hinsicht seit Jahren schon v\u00f6llig weltfremd.<br \/>\nOder meinte er den Umstand, \u00fcber den sonst eher der &#8222;Stern&#8220; schreibt: Dass sich Unternehmen pl\u00f6tzlich besinnen und in Kleinigkeiten verbeissen, um Mitarbeitern irgendein schuldhaftes Verhalten nachzuweisen &#8211; um letzten Endes Abfindungen zu sparen und Mitarbeiter kostenneutral loszuwerden? Auch eher nicht.<br \/>\nOder ist es vielmehr so, dass mancher Mitarbeiter sich freut, wenn er unentbehrlich ist f\u00fcr seinen Arbeitgeber? Dass er es gar stolz der Familie vorzeigt, wie sehr in die Firma braucht? Dass er eine Best\u00e4tigung erf\u00e4hrt. Oder wenn jemand als Single froh ist, an langen Abenden eine kleine Abwechslung zu haben, bei der er sich gerne kurz n\u00fctzlich macht? Was will Scheer f\u00fcr die geregelt wissen? Will er von jenen gar Vergn\u00fcgungssteuer kassieren?<br \/>\nDer Leser darf r\u00e4tseln &#8211; oder einfach Internet und Handy abschalten oder nicht mehr draufschauen, wenn er Feierabend haben will. Es gibt auch immer noch viele Funkl\u00f6cher mitten in der Stadt, gerade in allzu gut isolierten Wohnungen und PC-Probleme gibts es auch zuhause. Und wenn einArbeitnehmer einfach mal schl\u00e4ft oder den Ruf der Firma &#8211; warum auch immer &#8211; nicht geh\u00f6rt hat, das kann ihm abends auch keiner mehr so richtig vorwerfen.<br \/>\nZumindest, wenn er sich nicht schon den ganzen Tag im B\u00fcro ausgeruht hat. Die Jobs werden immer rarer &#8211; und diejenigen ruft auch im \u00fcbrigen niemand abends an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder dritte Arbeitnehmer schaut auch am Abend noch auf seine Mails und ist \u00fcbers Handy erreichbar &#8211; dem Job zuliebe. F\u00fcr Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte. Dagegen nehmen sich die vier Prozent, die auch am Wochenende auf Standby sind, wenig aus. Jederzeit sind 36 Prozent der Arbeitnehmer inzwischen erreichbar f\u00fcr berufliche Zwecke. Erforscht hat dies jetzt der High-Tech-Verband Bitkom aus Berlin in einer &#8222;repr\u00e4sentativen&#8220; Umfrage. Bemerkenswert ist, dass M\u00e4nner mit 77 Prozent eifriger sind als Frauen mit 68 Prozent. Und: \u00c4ltere sind dienstbeflissener als J\u00fcngere. Unter 29 Jahren sind es 53 Prozent, ab 30 Jahren aufw\u00e4rts sind es 83 Prozent. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/08\/12\/ist-da-noch-was-ungeregelt-it-grosse-scheer-gelustet-es-nach-noch-mehr-gesetzen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[5353],"class_list":["post-633562","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-standard","tag-standard"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=633562"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633562\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=633562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=633562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=633562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}