{"id":576720,"date":"2009-06-05T11:27:30","date_gmt":"2009-06-05T09:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/management\/interview-internationaler-zusammenschluss-von-do-profis-hendricks-und-howden"},"modified":"2009-06-05T11:27:30","modified_gmt":"2009-06-05T09:27:30","slug":"interview-internationaler-zusammenschluss-von-do-profis-hendricks-und-howden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2009\/06\/05\/interview-internationaler-zusammenschluss-von-do-profis-hendricks-und-howden\/","title":{"rendered":"Interview: Internationaler Zusammenschluss von D&amp;O-Profis Hendricks und Howden"},"content":{"rendered":"<p>Der deutsche Marktf\u00fchrer in der D&amp;O-Beratung f\u00fcr Managerhaftung, Hendricks &amp; Co. schlie\u00dft sich mit der britischen Howden-Gruppe zusammen, die selbst Marktf\u00fchrer unter den Spezialisten weltweit ist. Michael Hendricks, D&amp;O-Pionier hierzulande, erkl\u00e4rt, warum er mit den Versicherern laufend einen Wettlauf wie dem zwischen Hase und Igel absolvieren muss.<!--more--><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/ShowImage.aspx?img=2382838\" alt=\"Michael Hendricks\" align=\"left\" hspace=\"5\"> Herr Hendricks, Ihr Beratungsunternehmen Hendricks &amp; Co. fusioniert jetzt mit dem britischen Versicherungsmakler Howden Broking der zum Londoner Hyperion-Konzern geh\u00f6rt und der spezialisiert ist auf D&amp;O-Versicherungen sowie Berufshaftpflichtversicherungen f\u00fcr Anw\u00e4lte, Notare und Banker.<\/p>\n<p>Was ist ihr Ziel?<\/p>\n<p>Internationale Pr\u00e4senz. Tritt bei einem unserer Kunden etwa in Australien oder Indien ein Schadensfall ein, k\u00f6nnen wir ihn beziehungsweise seine Manager k\u00fcnftig vor Ort direkt beraten und begleiten, sei es wenn er in Haft oder in Regress genommen wird. Ich werde m\u00f6glichst viel Know-how aus der Howden-Gruppe auf unser Unternehmen f\u00fcr D&amp;O-Beratung sowie D&amp;O-Vertragsvermittlung \u00fcbertragen, um es unseren Kunden zur Verf\u00fcgung zu stellen. Denn in den angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern ist das Thema D&amp;O viel weiter als in Deutschland. Die Produkte sind internationalisiert und weiter fortentwickelt, sie haben bereits mehr F\u00e4lle erlebt, kennen mehr Risiken und Absicherungsmechanismen.<\/p>\n<p>Und was ist mit neuen Zielgruppen?<\/p>\n<p>Die k\u00f6nnen wir jetzt auch erschlie\u00dfen und ausbauen: Und zwar die gro\u00dfen b\u00f6rsennotierten Unternehmen aus den Dax-Segmenten, Finanzdienstleister und die Freiberufler.<\/p>\n<p>Sie wollen also in die Domaine der weltweit t\u00e4tigen Gro\u00dfmakler wie Aon, Marsh oder Willis eindringen und denen Konkurrenz machen?<\/p>\n<p>Durchaus. Wir haben heute schon etliche internationale Kunden, die wir mit diesem neuen Netz auch weltweit bedienen k\u00f6nnen. Howden ist in den wichtigen Industriel\u00e4ndern \u2013 es sind insgesamt 18 L\u00e4nder &#8211; vertreten und dieses Netzwerk expandiert jedes Jahr zweistellig.<\/p>\n<p>Und zwar wie hoch genau?<\/p>\n<p>Die Zuwachsrate beim Umsatz von Howden ist seit \u00fcber zehn Jahren in einem hohen zweistelligenBereich.<\/p>\n<p>Sie und  David Howden, der Gr\u00fcnder der Howden Gruppe sind 1994 mit exakt derselben Gesch\u00e4ftsidee unabh\u00e4ngig voneinander am Markt gestartet- sie in Deutschland, er zun\u00e4chst in Gro\u00dfbritannien. Purer Zufall?<\/p>\n<p>Das ist schon ein Kuriosum, dass wir exakt im selben Jahr denselben Trend erkannt und zur Gesch\u00e4ftsidee gemacht haben. Damals wurde mir und anscheinend auch ihm bewusst, dass die D&amp;O-Versicherung nach ihrem Aufstieg in Amerika, auch in Europa und sp\u00e4ter weltweit eine gro\u00dfe Zukunft haben w\u00fcrde. Seither hat die D&amp;O-Versicherung immer mehr Ziel- und Risikogruppen erobert. Bis hin zum ehrenamtlichen Kirchenvorstand, Karnevalspr\u00e4sidenten und Beiratsvorsitzenden der Wohneigent\u00fcmergemeinschaft.<\/p>\n<p>Welches Know-how bringt Howden konkret mit?<\/p>\n<p>David Howden ist sehr innovativ in der Entwicklung und Konzeption von Spezialpolicen zum Beispiel f\u00fcr Fonds- oder Private-Equity-Gesellschaften, mit denen die Unternehmen sowie die Manager pers\u00f6nlich vor Haftung gesch\u00fctzt werden sollen. In diesem Segment hat sich ein gewaltiger Bedarf entwickelt, den Howden erkannt hat. Er  war dann rechtzeitig mit den richtigen Produkten da. F\u00fcr seinen Erfolg wurde er sogar mit dem Queens-Award vom britischen K\u00f6nigshaus ausgezeichnet, weil er zu den Unternehmen in Gro\u00dfbritannien geh\u00f6rt, die am st\u00e4rksten wachsen und ausgesprochen profitabel sind.<br \/>\nDie Strategie von Howden ist, international spezialisierte Makler und Berater zu suchen und zu seinem Netz hinzuzuf\u00fcgen. Mein Unternehmen, Hendricks &amp; Co  ist nun die bislang gr\u00f6\u00dfte Akquisition f\u00fcr Howdens Gruppe.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist Howden jetzt?<\/p>\n<p>Das Unternehmen hat 700 Mitarbeiter an 51 Standorten und machte 2007 immerhin  21 Millionen britische Pfund Provisionsumsatz. Tendenz stark steigend. Gegr\u00fcndet wurde es vor 15 Jahren. Die Beteiligungsgesellschaft 3i ist seit kurzem Investor, jedoch mit einer Minderheitsbeteiligung.<\/p>\n<p>Zu welchem Prozentsatz ist Howden nun bei Hendricks &amp; Co. eingestiegen und warum ist diese Fusion so spannend?<\/p>\n<p>Mit 75 Prozent. Spannend ist sie, weil es weltweit kein anderes Netz gibt, das beim Segment D&amp;O derart hochspezialisiert ist. Wir haben von jetzt auf gleich eine multinationale Plattform.<\/p>\n<p>Wie wirkt sich Ihre Fusion auf den deutschen Markt aus?<\/p>\n<p>Wir waren in Deutschland schon immer Marktf\u00fchrer in der D&amp;O-Beratung und der Policenvermittlung. Durch unsere Spezialisierung und unsere starke Position k\u00f6nnen wir bei den Versicherern f\u00fcr unsere Kunden Bedingungen durchsetzen, die sonst nicht zu haben sind. Mit unserem Know-how von mittlerweile 16 D&amp;O-Juristen entwickeln wir immer wieder wichtige Deckungserweiterungen, die den Schutz der Manager sicherstellen. In den 90-er Jahren haben die Versicherer ausgerechnet die Hauptfallgruppe \u2013 die Klage des Aufsichtsrats gegen den Vorstand \u2013 ausgeschlossen.  Das haben damals viele Kunden nicht einmal realisiert, weil die Versicherungsbedingungen so schwer verstehbar formuliert sind und solche Fallen auch gut versteckt werden. Anderes Beispiel: Endete damals der D&amp;O-Vertrag, gab es keine Nachhaftung. F\u00e4lle die also in der Laufzeit passiert waren, durften danach nicht mehr geltend gemacht werden.  Auch das Hauptrisiko eines Vorstands \u2013 das Tagesgesch\u00e4ft \u2013 hatten die Versicherer ausgeklammert. All diese Absurdit\u00e4ten und existenzbedrohende Gefahren f\u00fcr Manager haben wir nach und nach wegverhandelt zu Gunsten unserer Kunden. Viele Versicherungsmakler durchschauen bis heute die Vertr\u00e4ge f\u00fcr ihre Kunden nicht und \u00fcbersehen die Deckungsl\u00fccken. Heraus kommt das aber erst dann, wenn ein Schaden passiert und der Haftungsfall eingetreten ist, mithin zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Wo sehen Sie Marktpotenziale f\u00fcr D&amp;O?<\/p>\n<p>Die Aufsichtsr\u00e4te haben inzwischen verstanden, dass sie selbst verklagt werden k\u00f6nnen, wenn sie einen Vorstand, der fehlerhaft gehandelt hat, nicht auf Schadenersatz verklagen.<\/p>\n<p>So wie jetzt auch die Telekom, die von Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke Schadensersatz verlangt?<\/p>\n<p>Ja, diese Fall-Konstellation wird k\u00fcnftig immer h\u00e4ufiger werden. Aufsichtsr\u00e4te \u00fcberlegen es sich heute deshalb auch doppelt und dreifach, ob sie eine Aufsichtsposition annehmen wollen \u2013 um nicht selbst eines Tages haften zu m\u00fcssen. Denn selbst wenn sie nur ein kleines Geld f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit erhalten \u2013 sie haften unbegrenzt.<br \/>\nWelche Minenfelder gibt es noch in den kleingedruckten Versicherungsbedingungen?<br \/>\nT\u00e4glich entstehen neue Risiken \u2013 Stichwort Compliance \u2013 und damit neue Deckungsl\u00fccken. Das ist vergleichbar mit der Automobilindustrie, deren Autos auch von Jahr zu Jahr sicherer werden. Nicht umsonst hat k\u00fcrzlich der D&amp;O-Entwicklungschef von einem der renommiertesten Versicherungsmakler unsere Bedingungen zu einem Versicherer getragen und aufgefordert, von uns alle Neuerungen komplett in seine Vertr\u00e4ge zu \u00fcbernehmen. Er selbst hatte n\u00e4mlich nicht einmal verstanden, was neu war und warum.<\/p>\n<p>Die Fragen stellte Claudia T\u00f6dtmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Marktf\u00fchrer in der D&amp;O-Beratung f\u00fcr Managerhaftung, Hendricks &amp; Co. schlie\u00dft sich mit der britischen Howden-Gruppe zusammen, die selbst Marktf\u00fchrer unter den Spezialisten weltweit ist. 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