Das vernichtende Zeugnis der Juristinnen über die größten 75 AG´s

Vor gut zehn Jahren haben sich die großen Unternehmen – freiwillig – verpflichtet, Frauen Eintritt zu gewähren in die Führungsetagen. Freiwillig, wie gesagt. Gebracht hat´s nichts.Frauen haben´s nie auf mehr als fünf Prozent an den Spitzen der Macht gebracht in Deutschland. Das ist nicht viel – gemessen daran, dass es sich nicht etwa um eine Minderheit – sei es Behinderte oder Angehörige einer Glaubensgemeinschaft – handelt, sondern um ein Geschlecht. Eins von zweien. Also ungefähr die halbe Menschheit. Dass man darüber im 21.Jahrhundert in Europa noch diskutieren muss, ist alleine schon krdue. Jetzt hat sich der Deutsche Juristinnenbund aus der Deckung gewagt und die 75 wichtigsten börsennoierten AG´s (Dax 30 sowie 45 Unternehmen aus MDax und TecDax) zur Rechenschaft gezogen via Umfrage auf den Hauptversammlungen.

Wie Sie´s denn so mit Top-Chefinnen halten – danach haben die Juristinnen ihnen ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Bislang stagniert die Frauenquote in den Vorständen bei drei Prozent. Jetzt ist das Jahr 2011 fast vorbei und obwohl die Frauenquotendiskussion seit Monaten tobt, Frankreich schon die Frauenquote vor Monaten gefixt und EU-Komissarin Viviane Reding das Damokles Schwert längst gut sichtbar für die Unternehmen aufgehängt hat, ist innerhalb dieses Jahres fast nichts passiert an der Spitze. Und es kommt noch dicker: Nach der Untersuchung der Juristinnen tendiert auch der Wille zur Besserung gegen Null. Oft wissen die Unternehmen nicht mal, wieviele Frauen sie gerne im Vorstand hätten. Nur ein Fernziel gibt es: von 30 Prozent Damenanteil im Vorstand.

Das alte Vorurteil, Frauen hätten in Männerdomänen nichts verloren, für männertypische Berufe fehle ihnen die Qualifikation, lassen die Damen nicht gelten: Auch Juristinnen und Wirtschaftswissenschaftlerinnen können Unternehmen lenken. Dafür fallen mir auf Anhieb zwei Beispiele aus der Praxis ein: Die große Untersuchung der Commerzbank 2011 über Führungsverhalten im Mittelstand  http://www.wiwo.de/unternehmen/managementstudie-so-fuehrt-der-mittelstand/5289686.html  räumt mit dem Vorurteil auf, dass Frauen allenfalls in der Personalabteilung einsetzbar sind.Das andere ist eine lebendige Frau: Die Headhunterin Barbara Hartmann von Heads ist seit Ewigkeiten auf die Branche Automotive, sprich Automobilindustrie abonniert – und das durchaus sehr erfolgreich.

Das griffige Argument von Juristinnen-Chefin Ramona Pisal: „Man muss keinen Bart haben, um Rasierklingen verkaufen zu können.“

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