{"id":9824,"date":"2012-09-06T08:57:25","date_gmt":"2012-09-06T06:57:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/?p=9824"},"modified":"2015-05-11T07:51:46","modified_gmt":"2015-05-11T05:51:46","slug":"die-ewiggestrigen-totholz-publikationen-oder-die-unehrlichkeit-der-internet-szene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/09\/06\/die-ewiggestrigen-totholz-publikationen-oder-die-unehrlichkeit-der-internet-szene\/","title":{"rendered":"Die ewiggestrigen Totholz-Publikationen &#8211; oder die Unehrlichkeit der Internet-Szene"},"content":{"rendered":"<p><strong>Printmedien zu verh\u00f6hnen geh\u00f6rt in manchen Kreisen ja schon zum guten Stil. Verlogen klingt dies freilich zumindest bei all jenen, die mit der Branche immer noch gutes Geld verdienen.<\/strong><\/p>\n<p>Als Journalist f\u00fcr eine klassische Print-Publikation ist man es ja schon seit langem gewohnt, von Vertretern der Internet-Szene oder Blogsph\u00e4re gedisst zu werden, wie es heute Neudeutsch so sch\u00f6n hei\u00dft: Sei es als &#8222;Vertreter eines sterbenden Dinosauriers&#8220; wegen der weitgehend vergeblichen Bem\u00fchungen der Verlage, endlich auch Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcrs Online-Zeitalter aufzubauen.<\/p>\n<p>Oder als Totholz-Vollschreiber, gewisserma\u00dfen ein papierner Reaktion\u00e4r als Kontrast zum ach so hippen Bef\u00fcller eines Blogs. Bis hin zum Spott als &#8222;sogenannter Qualit\u00e4tsjournalist&#8220;, weil unser Berufsstand ja abgrundtief eingebildet und von der eigenen Bedeutung \u00fcberzeugt ist, obwohl er st\u00e4ndig Fehler produziert.<\/p>\n<p>Normalerweise kratzen mich derlei Frotzeleien nicht, Stichwort &#8222;Viel Feind, viel Ehr&#8220;. Anders sieht das freilich aus, wenn die Generalschelte von jemandem kommt, der gesch\u00e4ftlich nicht unwesentlich auf die Branche angewiesen ist. In der vergangenen Woche etwa hat PR-Berater Bj\u00f6rn Eichst\u00e4dt via Kurznachrichtendienst Twitter <a href=\"https:\/\/twitter.com\/beichstaedt\/status\/241059595232083970\" target=\"_blank\">seinem Frust \u00fcber den angeblichen Saustall Deutsche Bahn folgenderma\u00dfen Luft gemacht<\/a>:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Schlimmer Saustall im der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/DB_Bahn\">@db_bahn<\/a> &#8211; lassen ihre Totholzpublikation \u00fcberall rumliegen. Wann wird das endlich gesellschaftlich ge\u00e4chtet?<\/p>\n<p>\u2014 Bjoern Eichstaedt (@beichstaedt) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/beichstaedt\/status\/241059595232083970\">30. August 2012<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Eichst\u00e4dt ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der PR-Agentur Storymaker mit Sitz in T\u00fcbingen. Unabh\u00e4ngig davon, ob er mit seiner Klage nun auf achtlos weggeworfene Tageszeitungen der Reisenden oder die in ICEs regelm\u00e4\u00dfig ausgelegte <a href=\"https:\/\/mobil.deutschebahn.com\/\" target=\"_blank\">Bahn-Kundenzeitschrift &#8222;mobil&#8220;<\/a> abzielt: Ich wage mal die gar nicht k\u00fchne These, dass sich das Gros der Storymaker-Kunden, vorrangig Unternehmen aus der IT-Welt, angesichts der schieren Verbreitung alle Finger danach ablecken w\u00fcrde, um mit einer Geschichte in &#8222;mobil&#8220; zu erscheinen.<\/p>\n<p>Und damit meine ich die gedruckte Version. Nicht aus Arroganz gegen\u00fcber Blogs oder sonstigen Online-Medien (sonst betriebe ich ja kaum selber einen). Sondern weil f\u00fcr viele Menschen &#8211; auch aus der sogenannten Generation Internet &#8211; Printpublikationen noch immer etwas Besonderes darstellen. Und zwar zum einen aufgrund der Haptik eines gedruckten Heftes im Gegensatz zu einem Artikel im Internet. Und vermutlich auch wegen der l\u00e4ngeren Aufmerksamkeitsspanne von Print- im Vergleich zu Online-Geschichten.<\/p>\n<p>Etwas in der Art scheint k\u00fcrzlich jedenfalls auch Romy Mlinzk versp\u00fcrt zu haben. Mlinzk war bis Ende August bei der Hamburger PR-Agentur Achtung f\u00fcr Social Media und digitale Kommunikation verantwortlich. Man kann sie daher wohl guten Gewissens als online-affin bezeichnen. Ende August hat Mlinzk\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/snoopsmaus\/status\/238681180239695874\" target=\"_blank\">kurz vor einem Interview mit dem &#8222;Hamburger Abendblatt&#8220;<\/a>\u00a0getwittert:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Montag Interviewtermin mit dem Hamburger Abendblatt zu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/WeareHH\">@WeareHH<\/a> &#8211; aufregend. Print ist halt doch noch mal was Besonderes. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/fb?src=hash\">#fb<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Romy Mlinzk (@snoopsmaus) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/snoopsmaus\/status\/238681180239695874\">23. August 2012<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine vergleichbare Ehrlichkeit w\u00fcrde ich mir bei mehr Vertretern der Internetszene w\u00fcnschen &#8211; zumindest bei jenen, die im weitesten Sinne auch mit klassischen Zeitungen und Magazinen Geld verdienen. Ich behaupte n\u00e4mlich mal, dass etwa die Kunden von PR-Agenturen, also Unternehmen und Organisationen, nicht gerade begeistert w\u00e4ren, g\u00e4be es ausschlie\u00dflich Blogs oder Internet-Portale f\u00fcr ihre Botschaften.<\/p>\n<p>Noch mal zur Klarstellung: Mir geht es nicht darum, Blogs als schlechter oder minderwertiger darzustellen. Aber vielleicht sollte sich jeder mal selbst kritisch fragen, ob die Welt wirklich besser w\u00e4re, w\u00fcrden morgen alle ach-so-altmodischen Medien verschwinden.<\/p>\n<p>Apropos: Heute gibt&#8217;s die <a href=\"https:\/\/www.wired.de\/2012\/09\/06\/die-dritte-deutsche-wired-ist-am-kiosk\/\" target=\"_blank\">neue Ausgabe der deutschen &#8222;Wired&#8220;<\/a>\u00a0am Kiosk &#8211; gedruckt, auf Papier. DAS KultBLATT der weltweiten Internet- und Tech-Szene. Ich sag&#8216; ja blo\u00df&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Printmedien zu verh\u00f6hnen geh\u00f6rt in manchen Kreisen ja schon zum guten Stil. 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