{"id":5625,"date":"2012-03-28T08:03:23","date_gmt":"2012-03-28T06:03:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/?p=5625"},"modified":"2012-03-29T16:06:42","modified_gmt":"2012-03-29T14:06:42","slug":"mangelnde-kritikfahigkeit-google","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/03\/28\/mangelnde-kritikfahigkeit-google\/","title":{"rendered":"Mangelnde Kritikf\u00e4higkeit bei Google"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Gro\u00dfkonzern wird anders behandelt und be\u00e4ugt als ein Startup &#8211; das muss der amerikanische Internet-Gigant freilich noch lernen.<\/strong><\/p>\n<p>Gestern hat Martin Weigert von dem auf Internet-Themen spezialisierten Blog Netzwertig.com in einer lesenswerten Analyse festgestellt, dass Google aktuell durch die wachsende Kritik, vor allem im Zusammenhang mit den Bem\u00fchungen um das eigene soziale Netzwerk Google+,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/technologie\/digitale-welt\/social-media-google-bekommt-ein-image-problem\/6442856.html\" target=\"_blank\">zunehmend ein Image-Problem bekomme<\/a>.<\/p>\n<p>Ich teile zwar nicht jede von Weigerts Behauptungen. So sehe ich es beispielsweise nicht so, dass die wachsende Zahl von kritischen Texten \u00fcber den Suchmaschinen- und Internet-Giganten ein vergleichsweise neues Ph\u00e4nomen ist. Viele Medien widmen sich seit Jahren den Schwachpunkten bei Google &#8211; und damit meine ich nicht die Hysterie wie seinerzeit um den Online-Stra\u00dfendienst Street View. Die WirtschaftsWoche hat etwa bereits Anfang 2006 in einer Titelgeschichte\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/technologie\/internet-imperium-das-system-google-veraendert-die-welt\/5011374.html\" target=\"_blank\">\u00fcber &#8222;das verschwiegene Unternehmen&#8220; berichtet<\/a>; auf Oktober 2008 datiert unsere erste (von diversen) kritischen W\u00fcrdigungen der Datenauswertung bei Google &#8211;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/technologie\/digitale-welt\/internet-google-schrecklich-netter-cyberschnueffler\/5475868.html\" target=\"_blank\">der Titel: &#8222;Schrecklich nette Cyberschn\u00fcffler&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/03\/Google_Logo.png\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"97\" \/><\/p>\n<p>Grund f\u00fcr jene Titulierung war das Google-Firmenmotto &#8222;Don&#8217;t be evil&#8220;, zu Deutsch &#8222;Sei nicht b\u00f6se&#8220;.\u00a0Denn das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View tr\u00e4gt diese Parole seit Jahren mantrahaft vor sich her. Entsprechend reagieren Google-Mitarbeiter, so zumindest meine eigene Erfahrung aus der Vergangenheit, auf kritische Artikel verschnupft &#8211; vorsichtig ausgedr\u00fcckt. Man k\u00f6nnte auch sagen: Es schwingt immer ein bisschen Beleidigtsein mit im Stile von: &#8222;Wir sagen doch immer, dass wir die Guten sind &#8211; wieso glaubt Ihr uns das nicht einfach?&#8220;\u00a0Dieses Argument f\u00fchrt auch\u00a0<a href=\"https:\/\/netzwertig.com\/2012\/03\/27\/oeffentliche-kritik-google-bekommt-ein-image-problem\/\" target=\"_blank\">Weigert in seiner Analyse noch einmal auf<\/a>\u00a0&#8211; zurecht, wie ich finde.<\/p>\n<p><strong>Vorwurf des Facebook-J\u00fcngers<\/strong><\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich habe ich die D\u00fcnnh\u00e4utigkeit von Google bez\u00fcglich Kritik n\u00e4mlich mal wieder am eigenen Leibe erfahren: Mitte Februar habe ich die widerspr\u00fcchlichen Zahlen bez\u00fcglich Google+ in einem Blogst\u00fcck analysiert: Demnach steigt zwar einerseits die Zahl der registrierten Nutzer steil an, andererseits verharrt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer je Besuch auf deutlich niedrigerem Niveau als die der Konkurrenz. Basis jener Analyse waren\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/02\/14\/googleplus-wachst-und-kommt-dennoch-nicht-richtig-in-fahrt\/\" target=\"_blank\">zwei von unabh\u00e4ngiger Stelle ver\u00f6ffentlichte Studien<\/a>. Trotzdem bekomme ich danach von offizieller Seite zu h\u00f6ren, ich sei offenbar so etwas\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/02\/14\/googleplus-wachst-und-kommt-dennoch-nicht-richtig-in-fahrt\/#comment-861\" target=\"_blank\">wie ein (Zitat) &#8222;FB-Fanboy&#8220;<\/a>, also ein Facebook-Anh\u00e4nger. Dabei wei\u00df doch jeder: Parteiisch bin ich nur bei einer Sache\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fck.de\/\" target=\"_blank\">\u00a0&#8211; im Fu\u00dfball<\/a>.<\/p>\n<p>Ob wirklich als Vorwurf gemeint oder nicht: Souver\u00e4ner Umgang mit Kritik geht jedenfalls anders. Ob Google an seiner mangelnden Kritikf\u00e4higkeit irgendwann untergeht, wie Weigert ausgangs seiner Analyse argw\u00f6hnt, kann und will ich nicht beantworten. Fakt ist aber: Die Google-Leute m\u00fcssen lernen, dass sie eben seit langen kein junges, freches Startup mehr sind. Sondern ein Internet-Gigant, dem eben auch mal genauer auf die Finger geschaut &#8211; und auf selbige geklopft wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gro\u00dfkonzern wird anders behandelt und be\u00e4ugt als ein Startup &#8211; das muss der amerikanische Internet-Gigant freilich noch lernen. 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