{"id":5135,"date":"2012-02-08T14:15:28","date_gmt":"2012-02-08T13:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/?p=5135"},"modified":"2012-02-08T14:15:28","modified_gmt":"2012-02-08T13:15:28","slug":"die-kommunikations-verhinderer-von-oracle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/02\/08\/die-kommunikations-verhinderer-von-oracle\/","title":{"rendered":"Die Kommunikations-Verhinderer von Oracle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die besch\u00e4mdende Kommunikationspolitik des zweitgr\u00f6\u00dften Softwarekonzerns der Welt im Heimatland seines Erzrivalen.<\/strong><\/p>\n<p>Larry Ellison, der exzentrische Gr\u00fcnder des amerikanischen Hightech-Konzerns Oracle, hat einen erkl\u00e4rten Lieblingsgegner: Den deutschen Softwareanbieter SAP aus dem badischen Walldorf. Grund: Zwar ist Oracle mit einem Umsatz von knapp 36 Milliarden Dollar im Ende Mai abgelaufenen Gesch\u00e4ftsjahr 2011\u00a0(<a href=\"https:\/\/www.oracle.com\/us\/corporate\/investor-relations\/financials\/q4fy11-421266.pdf\" target=\"_blank\">hier die Ergebnis-Meldung als PDF<\/a>)\u00a0rund doppelt so gro\u00df wie Erzrivale SAP (<a href=\"https:\/\/www.sap.com\/corporate-de\/investors\/press.epx?pressid=18187\" target=\"_blank\">2011 Umsatz 14,2 Milliarden Euro; umgerechnet rund 18,8 Milliarden Dollar<\/a>). Doch im wichtigen Markt mit Software zur Unternehmenssteuerung haben die Walldorfer weiterhin die Nase vorn, trotz dutzendfacher Zuk\u00e4ufe von Ellison in den vergangenen Jahren.<\/p>\n<p>Kaum verwunderlich also, dass Ellison auch jenseits des Gesch\u00e4ftslebens keine Gelegenheit ausl\u00e4sst, dem teutonischen Erzrivalen eins auszuwischen und ihn vorzuf\u00fchren. Auf das Jahr 2007 datiert etwa eine Klage von Oracle gegen SAP wegen des Diebstahls von geistigen Eigentums, die &#8211; wie gestern die Presseagentur &#8222;Reuters&#8220; verbreitet hat, nun in die n\u00e4chste Runde geht: Oracle will <a href=\"https:\/\/de.reuters.com\/article\/companiesNews\/idDEBEE81600E20120207\" target=\"_blank\">die im vergangenen Jahr von einem US-Gericht gegen SAP verh\u00e4ngte Schadenersatzzahlung in H\u00f6he von 272 Millionen Dollar nicht akzeptieren und ein neues Gerichtsverfahren anstrengen<\/a>. Es geht also &#8211; wie so oft zwischen den beiden Kontrahenten &#8211; nicht um Peanuts.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund habe ich gestern versucht, von Oracle eine Stellungnahme einzuholen. Keine gute Idee &#8211; denn trotz aller Rivalit\u00e4t ist Oracle in Sachen Kommunikation hierzulande praktisch nicht vorhanden, wohlgemerkt im Heimantland seines Erzrivalen: In M\u00fcnchen arbeiten in der Pressestelle des US-Konzerns offiziell zwei Mitarbeiter (von denen eine zudem im Mutterschutz weilt).\u00a0Noch einmal zur Verdeutlichung: Oracle ist hinter Microsoft der zweitgr\u00f6\u00dfte Softwarekonzern der Welt, mit 8,5 Milliarden Dollar Gewinn zudem hochprofitabel. Und jene Gelddruckmaschine leistet sich in Deutschland, immerhin der &#8211; ich glaube &#8211; viertgr\u00f6\u00dfte IT-Markt der Welt, gerade mal zwei Presse-Ansprechpartner. Wobei bei einer l\u00e4ngeren Abwesenheit des zweiten sogar einer allein ausreichen muss.<\/p>\n<p><strong>Abnehmende Wertigkeit der Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p>Zur Klarstellung: Es geht mir hier nicht um die armen Presse-Leute bei Oracle. Die sind nur das schw\u00e4chste Glied in einer langen Kette. Denn gerade in der Kommunikation &#8211; und speziell bei einem so zentral gef\u00fchrten Unternehmen mit einem Self-Made-Mann wie Ellison an der Spitze &#8211; stinkt der Fisch sprichw\u00f6rtlich vom Kopf. Soll hei\u00dfen: Die Besetzung der Pressestelle spricht B\u00e4nde dar\u00fcber, was die Wertigkeit von Kommunikation bei Oracle betrifft. Demnach z\u00e4hlt sie bei Ellison offenbar nicht sehr viel &#8211; um nicht zu sagen gar nichts. Ich finde das &#8211; vorsichtig ausgedr\u00fcckt &#8211; besch\u00e4mend f\u00fcr so einen Branchenriesen wie Oracle.<\/p>\n<p>Schon in der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass mir bei Recherchen rund um Oracle mitgeteilt wurde, derlei Anfragen liefen \u00fcber die Konzernzentrale in den USA und seien daher &#8211; trotz teils mehrw\u00f6chigem Vorlauf (sic!) &#8211; zu kurzfristig. Das ist keine Kommunikation, sondern ihr Gegenteil: Kommunikationsverhinderung. Jeder deutsche IT-Mittelst\u00e4ndler mit einem Bruchteil des Oracle-Umsatzes agiert auf diesem Felde professioneller als die Ellison-Company.\u00a0Vielleicht ist Deutschland den Amerikanern ja wirklich schlichtweg egal &#8211; was als Signal an den Markt und nicht zuletzt die hiesigen Oracle-Kunden ebenfalls kaum positiv anmutet.<\/p>\n<p>Oder ist das Oracle-Beispiel sogar das Indiz f\u00fcr einen allgemeinen Trend, n\u00e4mlich die abnehmende Wertigkeit der Kommunikation in Unternehmen? Wie ist Ihre Meinung dazu?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die besch\u00e4mdende Kommunikationspolitik des zweitgr\u00f6\u00dften Softwarekonzerns der Welt im Heimatland seines Erzrivalen. Larry Ellison, der exzentrische Gr\u00fcnder des amerikanischen Hightech-Konzerns Oracle, hat einen erkl\u00e4rten Lieblingsgegner: Den deutschen Softwareanbieter SAP aus dem badischen Walldorf. 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