{"id":4797,"date":"2012-01-11T08:03:59","date_gmt":"2012-01-11T07:03:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/?p=4797"},"modified":"2012-01-12T11:07:01","modified_gmt":"2012-01-12T10:07:01","slug":"google-kriegserklarung-an-facebook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/01\/11\/google-kriegserklarung-an-facebook\/","title":{"rendered":"Google verzahnt Google+ mit Internetsuche &#8211; eine Kriegserkl\u00e4rung an Facebook"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Der US-Internetgigant personalisiert seine Suche &#8211; und bezieht k\u00fcnftig private Fotos und Profile beim eigenen sozialen Netz Google+ mit ein. Doch wie bewerten Kartellbeh\u00f6rden in Europa und Amerika jene B\u00fcndelung?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ohne viel Aufheben hat Google gestern Nachmittag eine Neuerung in seinem Blog ver\u00f6ffentlicht &#8211; und zwar eine, deren wahre Bedeutung sich erst bei genauerem Hinsehen erschlie\u00dft. So will der US-Internetgigant k\u00fcnftig seine Online-Suchmaschine k\u00fcnftig deutlich st\u00e4rker personalisieren. &#8222;Bisher war die Suche beschr\u00e4nkt auf ein ganzes Universum von Webseiten, die \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sind &#8211; zum gro\u00dfen Teil von Menschen erstellt, die man nie getroffen hat&#8220;, erl\u00e4utert der f\u00fcr das Projekt namens <a href=\"https:\/\/googleblog.blogspot.com\/2012\/01\/search-plus-your-world.html\" target=\"_blank\">&#8222;Search, Plus Your World&#8220; mitverantwortliche Google-Manager Amit Singhal in dem Blog-Eintrag<\/a>. &#8222;Heute \u00e4ndern wir dies, indem wir Deine eigene Welt, reich an Personen und Informationen, in die Suche integrieren.&#8220;<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das: Google verzahnt seine Internetsuche eng mit seinem sozialen Netzwerk Google+. So gibt es es auf der Suchmaske jetzt die Option &#8222;pers\u00f6nliche Suche&#8220;. Mit dieser Option durchk\u00e4mmt die Suchmaschine unter anderem Fotos und Postings bei Google+. Wer den Namen einer Person eingibt, erh\u00e4lt &#8211; sofern vorhanden &#8211; direkt dessen Profil bei Google+ angezeigt. Bei allgemeineren Suchbegriffen wie etwa &#8222;Musik&#8220; oder &#8222;Baseball&#8220; verweisen die Suchergebnisse zudem auf prominente Mitglieder bei Google+, die zu dem entsprechenden Thema passen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4800\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googlepersonalresults.png\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googlepersonalresults.png 924w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googlepersonalresults-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Quelle: Google<\/p>\n<p>Das Angebot ist gestern auf der US-Seite Google.com gestartet. Voraussetzung f\u00fcr die Nutzung der personalisierten Suche ist ein eigenes Konto bei Google, und dass der Nutzer w\u00e4hrend der Suche bei dem Dienst eingeloggt ist. Wie Singhal gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur dpa sagte, <a href=\"https:\/\/www.computerwoche.de\/netzwerke\/web\/2502844\/\" target=\"_blank\">soll der Dienst demn\u00e4chst auch nach Deutschland kommen<\/a>.<\/p>\n<p>Neben verbesserten, weil st\u00e4rker individualisierten und personalisierten Suchergebnissen bringt Googles j\u00fcngster Schachzug vor allem eins: Er l\u00e4utet eine neue Runde im Kampf mit dem Primus bei sozialen Netzwerken ein, mehr noch, er ist geradezu so etwas wie eine Kriegserkl\u00e4rung an Facebook. Durch die enge Integration seiner marktbeherrschenden Internet-Suche mit dem noch jungen sozialen Dienst Google+ spielt der Suchmaschinen-Gigant seinen st\u00e4rksten Trumpf auf. Das Ziel: Die verbesserte Suche soll Nutzer noch l\u00e4nger an Google binden &#8211; und den Wunsch zur Abwanderung bei Facebook beschleunigen.<\/p>\n<p>Immerhin, nachdem das Mitte 2011 gestartete Google+ zwischenzeitlich mal schw\u00e4chelte, hat die Nutzung zum Jahresende wieder angezogen. Laut US-Marktforscher Experian-Hitwise konnte Google+ seinen Traffic im <a href=\"https:\/\/mashable.com\/2012\/01\/03\/google-growth-2012\/\" target=\"_blank\">Dezember gegen\u00fcber dem Vormonat um 55 Prozent auf fast 50 Millionen Besuche steigern<\/a>. Laut US-Analyst Paul Allen hatte der Dienst Ende des Jahres gar bereits 62 Millionen Mitglieder &#8211; eine Zahl, die <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/117388252776312694644\/posts\/ZcPA5ztMZaj\" target=\"_blank\">Allen bis Ende dieses Jahres sogar auf (\u00e4u\u00dferst optimistische) 400 Millionen anwachsen sieht<\/a>. Sollte die Prognose auch nur ansatzweise zutreffen, k\u00f6nnte es schneller als erwartet ungem\u00fctlich f\u00fcr Facebook-Gr\u00fcnder Mark Zuckerberg mit seinen gegenw\u00e4rtig <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/press\/info.php?statistics\" target=\"_blank\">mehr als 800 Millionen Mitgliedern<\/a> werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4807\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googleplusexperian.png\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googleplusexperian.png 789w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/googleplusexperian-300x96.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/>Quelle: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/Hitwise_US\/status\/153846701763993600\" target=\"_blank\">Experian Hitwise<\/a><\/p>\n<p>Bleibt nur die Frage, ob Google wegen der neuerlichen B\u00fcndelung von verschiedenen Diensten nicht weitere Probleme mit den Wettbewerbsh\u00fctern bekommt. Schlie\u00dflich verf\u00fcgt Google im Segment der Internet-Suche nach europ\u00e4ischer Lesart \u00fcber eine marktbeherrschende Stellung. Daher darf das Unternehmen nicht beliebig weitere Dienste in seine Suche integrieren, weil dies jene marktbeherrschende Stellung unrechtm\u00e4\u00dfigerweise in neue Segmente \u00fcbertragen und Konkurrenten benachteiligen k\u00f6nnte. Im Segment der Online-Preisvergleiche untersucht beispielsweise die <a href=\"https:\/\/europa.eu\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=IP\/10\/1624&amp;format=HTML&amp;aged=1&amp;language=DE&amp;guiLanguage=de\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Kommission seit Ende 2010, ob Google seinen eigenen Preisvergleich bei der Internet-Suche bevorzugt und dadurch gegen europ\u00e4isches Kartellrecht verst\u00f6\u00dft<\/a>. Eine \u00e4hnliche <a href=\"https:\/\/online.wsj.com\/article\/SB10001424052702303339904576403603764717680.html\" target=\"_blank\">Kartelluntersuchung hat im Juni 2011 die amerikanische Wettbewerbsbeh\u00f6rde FTC gestartet<\/a>.<\/p>\n<p>Wie jene ausgehen, ist einstweilen offen. Erste kritische Stimmen gibt es aber bereits. Laut des zum &#8222;Wall Street Journal&#8220; geh\u00f6rigen US-Wirtschaftsblogs &#8222;All Things D&#8220; hat sich der Kurznachrichtendienst Twitter in einem Statement bereits \u00fcber die Bevorzugung von Google+ bei der Internetsuche beschwert. &#8222;Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, machen Nachrichten meist zuerst auf Twitter die Runde. Twitter und Twitter-Konten sind bei der Suche daher oft die relevantesten Ergebnisse. Wir sind besorgt, dass diese in Zukunft schwerer zu finden sein werden&#8220;, <a href=\"https:\/\/allthingsd.com\/20120110\/twitter-complains-about-google-giving-preference-to-google-content\/\" target=\"_blank\">hei\u00dft es in dem Statement<\/a>.<\/p>\n<p>Fakt ist zudem, dass Google durch die Integration beider Dienste auch seine Datensammlung &#8211; der eigentliche Schatz des Unternehmens &#8211; deutlich ausbauen kann. Weil der Nutzer f\u00fcr die personalisierte Suche \u00fcber ein Konto bei Google verf\u00fcgen und gleichzeitig auch angemeldet sein m\u00fcssen, geben sie k\u00fcnftig noch mehr Daten und Informationen preis. Wer das nicht will, kann per Knopfdruck von der pers\u00f6nlichen zur globalen Seite wechseln &#8211; oder darf w\u00e4hrend der Internet-Suche schlicht nicht eingeloggt sein. <strong><em>(Update 12.01.2012: Laut Aussage von Google geben Nutzer nicht mehr oder weniger Informationen preis; die Daten in der pers\u00f6nlichen Suche h\u00e4tte Google bereits zuvor gehabt; neu sei lediglich, dass der Nutzer sie nun in der Suche angezeigt bekomme.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Suche wird besser, wenn Deine Welt miteinbezogen wird&#8220;, schreibt Singhal. <a href=\"https:\/\/googleblog.blogspot.com\/2012\/01\/search-plus-your-world.html\" target=\"_blank\">&#8222;Und wir fangen gerade erst damit an.&#8220;<\/a>\u00a0Das freilich d\u00fcrfte f\u00fcr nicht wenige wie eine Drohung klingen. So oder so, eine visuelle Zusammenfassung der j\u00fcngsten Neuerungen gibt Google <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_embedded&amp;v=8Z9TTBxarbs\" target=\"_blank\">im folgenden kurzen Video<\/a>.<\/p>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkLzhaOVRUQnhhcmJzP3JlbD0wIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgd2lkdGg9IjQzNSIgaGVpZ2h0PSIyNTEiPjwvaWZyYW1lPg==\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/4\/yt_8Z9TTBxarbs_hqdefault.jpg')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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