{"id":4584,"date":"2012-01-06T09:16:28","date_gmt":"2012-01-06T08:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/?p=4584"},"modified":"2021-08-17T11:28:03","modified_gmt":"2021-08-17T09:28:03","slug":"brotkasten-c64","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2012\/01\/06\/brotkasten-c64\/","title":{"rendered":"Der Brotkasten hat Geburtstag: 30 Jahre C64"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Januar 1982 stellt Computerpionier Commodore den C64 vor &#8211; der erste richtige Heimcomputer, und einer der ersten Mega-Seller der IT-Branche \u00fcberhaupt.<\/strong><\/p>\n<p>Jubil\u00e4en haben ja immer was Nostalgisches &#8211; das gilt in der IT-Welt genauso wie anderswo. Bei diesem d\u00fcrfte insbesondere die Generation der Um-die-40-J\u00e4hrigen gl\u00e4nzende Augen bekommen: Auf der US-Computermesser Consumer Electronics Show vor drei\u00dfig Jahren, die <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=3iQEAAAAMBAJ&amp;pg=PT66&amp;lpg=PT66&amp;dq=winter+consumer+electronics+show+1982&amp;source=bl&amp;ots=BO-8eI-Jp0&amp;sig=rFgau-C4pY05l4MBbaYWc7fenl4&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=fQYDT6zLMJHAswbbo5XvDw&amp;ved=0CGAQ6AEwBw#v=onepage&amp;q&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zwischen dem 7. und 10. Januar 1982 in Las Vegas stattfand<\/a>, hat der US-Computerhersteller Commodore den C64 vorgestellt. W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2011\/08\/11\/ibm-pc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der ein halbes Jahr vorher pr\u00e4sentierte erste IBM-PC<\/a>\u00a0aufgrund des deutlich h\u00f6heren Preises vor allem in Unternehmen re\u00fcssierte, wird der C64 der erste wirkliche Heimcomputer f\u00fcr Privatnutzer.<\/p>\n<p>In Deutschland kommt der von Fans liebevoll &#8222;Brotkasten&#8220; getaufte Rechner ab Anfang 1983 in die L\u00e4den. Er kostet zun\u00e4chst rund 1400 Mark; bereits ein Jahr sp\u00e4ter halbiert sich der Preis auf unter 700 Mark. Daf\u00fcr erh\u00e4lt der Nutzer einen Computer mit einem <a href=\"https:\/\/www.zock.com\/8-Bit\/D_C64.HTML\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">64 Kilobyte gro\u00dfen Hauptspeicher (daher die Typenbezeichnung), den der Commodore-eigene Prozessor 6510 mit einer Taktrate von knapp einem Megahertz (MHz)<\/a> antreibt. Einen internen Dauerspeicher hat die graue Box nicht. Stattdessen gibt&#8217;s als externe Ger\u00e4te die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datasette\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">so genannte Datasette<\/a> &#8211; sie speichert Programme auf gew\u00f6hnlichen Compact-Cassetten &#8211; und sp\u00e4ter ein\u00a05\u00bc-Zoll-Diskettenlaufwerk.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/brotkasten.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"314\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">C64 in legend\u00e4rer &#8222;Brotkasten&#8220;-Form (Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Commodore64.jpg&amp;filetimestamp=20060721164358\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia\/Bill Bertram<\/a>)<\/p>\n<p>Zum Megaseller wird der C64 aus mehreren Gr\u00fcnden: Zum einen ist der Rechner f\u00fcr die damalige Zeit vergleichsweise g\u00fcnstig, vor allem im Vergleich zur Konkurrenz von IBM oder Apple. Zum anderen ist der Kasten standardm\u00e4\u00dfig mit einer Buchse zum Anschluss an beliebige Fernseher ausgestattet, Nutzer ben\u00f6tigen also keinen speziellen Bildschirm. Und schlie\u00dflich verf\u00fcgt der Rechner neben diversen Anschl\u00fcssen auch \u00fcber ordentliche Grafik- und Sound-Chips. Dadurch avanciert er schnell zum ersten erschwinglichen Daddel-Rechner der achtziger Jahre. Je nach Sch\u00e4tzungen verkauft sich der C64 <a href=\"https:\/\/www.pagetable.com\/?p=547\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zwischen 17 und 30 Millionen mal<\/a>.<\/p>\n<p>Kaum verwunderlich also, dass man in den achtziger Jahren kaum am C64 vorbei kommt. Selbst wenn man ihn &#8211; so wie ich &#8211; gar nicht selber besitzt. Ich bin damals eher aufs Programmieren aus und habe die ersten Schritte in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zock.com\/8-Bit\/D_ZX80.HTML\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Assembler auf einem ZX80 von Sinclair<\/a>\u00a0getan.\u00a0Der\u00a0verwendet als Prozessor einen Z80A von Zylog. Mein erster eigener Rechner ist daher\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zock.com\/8-Bit\/D_CPC464.HTML\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der 1984 erschienene Schneider CPC 464<\/a>, ausgestattet mit dem gleichen Prozessor, so dass ich mit meinen bescheidenen Assembler-Kenntnissen nicht extra auf den C64 umsatteln muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4594\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/c64.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/c64.jpg 854w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/c64-213x300.jpg 213w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2012\/01\/c64-728x1024.jpg 728w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">C64-Werbung von 1983 (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.8bit-museum.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">8bit-museum.de<\/a>)<\/p>\n<p>\u00a0Aufs Daddeln verzichten muss ich trotzdem nicht: Mein Kumpel H. hat als einer der ersten in meiner Klasse einen C64 samt Floppy-Laufwerk &#8211; und nennt bald, der einfachen Raubkopiererei sei Dank, eine umfangreiche Computerspiele-Sammlung sein Eigen. H\u00e4ufig sitzen wir mit der ganzen Clique nachmittags bei H. und spielen abwechselnd Shooter wie <a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.de\/index.php\/Zaxxon_(Synapse)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zaxxon<\/a>, Jump-&amp;-Run-Spiele wie <a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.de\/index.php\/Pitfall_(Activision)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pitfall<\/a> oder den virtuellen Zehnkampf-Klassiker <a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.de\/index.php\/Decathlon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Decathlon<\/a>. Letzterer erweist sich freilich als wahrer Joystick-Killer, weil man &#8211; etwa beim 100- oder 1500-Meter-Lauf &#8211; die Spielfigur durch m\u00f6glichst schnelles Hin- und Her-Bewegen des Joysticks steuert.<\/p>\n<p>Ungeachtet solcher Erfolge in den Jugendzimmer rund um den Erdball &#8211; am Ende geht&#8217;s C64-Hersteller Commodore \u00e4hnlich wie den maltr\u00e4tierten Joysticks: Trotz eines weiteren <a href=\"https:\/\/cbmmuseum.kuto.de\/amiga_500.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erfolgsrechners Amiga 500<\/a> reibt sich das Unternehmen zunehmen auf im Spagat zwischen Anbietern von Business-Rechnern wie IBM auf der einen und dem Erzrivalen im Heimcomputergesch\u00e4ft Atari auf der anderen Seite: Am 29. April 1994 meldet Commodore International offiziell Konkurs an. Die Marke lebt freilich weiter und geh\u00f6rt heute der <a href=\"https:\/\/www.commodoreusa.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Commodore USA<\/a>: Das im Jahr 2010 gegr\u00fcndete Unternehmen hat unter anderem auch den C64 wiederbelebt &#8211; im altehrw\u00fcrdigen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/gadgets\/0,1518,755090,00.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brotkasten-Design, aber mit modernem Intel-Prozessor unter der Haube<\/a>.<\/p>\n<p>Passend zum anstehenden Jubil\u00e4um noch ein witziger Werbespots aus dem C64-Erscheinungsjahr 1982: In ihnen nimmt Commodore seine Rivalen IBM, Apple und Atari aufs Korn &#8211; in bereits damals US-typischer Manier als vergleichende Werbung.<\/p>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgaGVpZ2h0PSI0MjAiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvSGRNYUJ0UGZZX1EiIHdpZHRoPSI1NjAiPjxzcGFuIHN0eWxlPSJ3aWR0aDogMHB4O292ZXJmbG93OiBoaWRkZW47bGluZS1oZWlnaHQ6IDAiIGNsYXNzPSJtY2VfU0VMUkVTX3N0YXJ0Ij7vu788L3NwYW4+PC9pZnJhbWU+\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/4\/yt_HdMaBtPfY_Q_hqdefault.jpg')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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