{"id":381,"date":"2010-02-02T17:30:24","date_gmt":"2010-02-02T16:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/?p=381"},"modified":"2010-02-02T17:30:24","modified_gmt":"2010-02-02T16:30:24","slug":"vorsicht-vor-den-datenspahern-auf-facebook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2010\/02\/02\/vorsicht-vor-den-datenspahern-auf-facebook\/","title":{"rendered":"Bauern &amp; Mafia-Krieger: Vorsicht vor den Datensp\u00e4hern auf Facebook"},"content":{"rendered":"<p>Wer einige Zeit Mitglied in dem sozialen Netzwerk Facebook ist, kennt das: Einer der virtuellen Freunde verf\u00e4llt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dem Online-Spielewahn. Das w\u00e4re nicht weiter schlimm, w\u00fcrde er dadurch nicht die Statusmeldungen der Freunde mit Meldungen wie \u201eClaudia ben\u00f6tigt Hilfe beim D\u00fcngen des Getreides&#8220; oder \u201eMartin ben\u00f6tigt Deine Hilfe im Kampf gegen eine Motorradgang in Bangkok&#8220; zukleistern.<\/p>\n<p>Doch der wachsende Meldungsspam von Facebook-Spielen wie FarmVille oder Mafia Wars ist nur das sichtbare Indiz f\u00fcr Probleme, die viel tiefer reichen: Denn insgesamt erlebt das Social Gaming durch Spiele in Online-Netzwerken wie Facebook oder MySpace gerade einen regelrechten Boom. FarmVille-Entwickler Zynga meldet inzwischen 75 Millionen Mitspieler weltweit allein f\u00fcr das Bauernhofspiel.<\/p>\n<p><strong>Verbrauchersch\u00fctzer warnen vor Datenabgriff<\/strong><\/p>\n<p>Was viele der B\u00e4uerinnen und Bauern beim virtuellen Beackern ihrer Farmen nicht ahnen: FarmVille-Hersteller Zynga &#8211; und andere Anbieter von Facebook-Spielchen &#8211; greifen oft hemmungslos Profildaten wie etwa pers\u00f6nliche Informationen oder Fotos von Freunden ab. \u201eDie Datenschutzerkl\u00e4rung ist teilweise sehr vage, und der Anbieter beh\u00e4lt sich vor, so gut wie alles abzurufen&#8220;, so Henry Krasemann vom Unabh\u00e4ngigen Landeszentrum <a href=\"https:\/\/www.techfieber.de\/2010\/02\/01\/social-gaming-farmville-von-zynga-hat-75-mio-nutzer-doch-verbraucherschutzer-warnen\/\" target=\"_blank\">in einer aktuell verbreiteten Warnung<\/a>.<\/p>\n<p>Demnach erstellt Zynga &#8211; das Unternehmen hat neben Farmville und dem ebenfalls sehr popul\u00e4rem Mafia Wars <a href=\"https:\/\/www.zynga.com\/games\/index.php?network=facebook\" target=\"_blank\">insgesamt 19 Spiele allein f\u00fcr Facebook im Angebot<\/a> &#8211; aus verschiedenen Online-Quellen ein detailliertes Nutzerprofil. Das d\u00fcrfte dem US-Unternehmen nicht schwer fallen, denn insgesamt nutzen mehr als 230 Millionen Menschen eines der Zynga-Spiele. Diese Profile wiederum sollen laut Unternehmenswebseite f\u00fcr gezielte Werbung genutzt werden. \u201eDas ist nach deutschem Recht fragw\u00fcrdig, wenn nicht gar unzul\u00e4ssig&#8220;, so Krasemann.<\/p>\n<p>Die Datenschn\u00fcffelei reiht sich ein in eine Serie von Negativberichten \u00fcber Social Games, die im vergangenen Jahr begann. So tritt US-Hightech-Blogger Michael Arrington Ende Oktober 2009 eine regelrechte Lawine los, als er in seinem IT-Blog TechCrunch die dubiosen Gesch\u00e4ftspraktiken der Szene unter der eing\u00e4ngigen Schlagzeile <a href=\"https:\/\/www.techcrunch.com\/2009\/10\/31\/scamville-the-social-gaming-ecosystem-of-hell\/\" target=\"_blank\">\u201eScamville (auf gut Deutsch: Betrugsstadt) The Social Gaming Ecosystem of Hell&#8220;<\/a> beschreibt. Hintergrund: Manche Spieleanbieter, darunter auch Partner von Zynga, haben Spielern durch so genannte Abofallen &#8211; also durch das heimliche Unterjubeln von Abovertr\u00e4gen &#8211; das Geld aus der Tasche gezogen. Diese Praxis stoppte erst, nachdem Betroffene in den USA <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Facebook-und-Zynga-wegen-Social-Games-Abzocke-verklagt-864605.html\" target=\"_blank\">eine Sammelklage gegen Facebook und Zynga<\/a> initiierten.<\/p>\n<p><strong>Unr\u00fchmliches Bild auch von Facebook<\/strong><\/p>\n<p>Auch Facebook gibt dabei kein r\u00fchmliches Bild ab. Zum einen hat das Unternehmen selber die Praxis solcher Abofallen nicht aktiv unterbunden &#8211; obwohl es als Betreiber des Netzwerks dazu leicht in der Lage gewesen w\u00e4re. Blogger Arrington erkl\u00e4rte das seinerzeit mit einem Interessenkonflikt: Schlie\u00dflich profitiert Facebook ja auch vom enormen Wachstum von Zynga &amp; Co, weil diese ihre Erl\u00f6se wiederum in neue Werbung stecken &#8211; die wichtigste Umsatzquelle von Facebook. Zum anderen hat Facebook auch seine eigenen Datenschutzbestimmungen k\u00fcrzlich ge\u00e4ndert. Umstritten ist dabei besonders, dass die Nutzerdaten standardm\u00e4\u00dfig auf \u201esichtbar&#8220; geschaltet werden (siehe dazu meine Blogstory vom 19.01.2010: <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/2010\/01\/19\/die-dunkle-seite-von-facebook\/\" target=\"_blank\">Die dunkle Seite von Facebook<\/a>). Dies unter anderem deshalb, um mit mehr offenen Daten auch lukrativere Deals mit Suchmaschinen einstielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zieht Facebook seiner Konkurrenz immer mehr davon. So verdreifachten sich die Zugriffe auf das US-Netzwerk allein in Deutschland im vergangenen Jahr, <a href=\"https:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/netzkonom\/archive\/2010\/02\/02\/social-media-facebook-zieht-der-konkurrenz-davon.aspx\" target=\"_blank\">wie jetzt das Marktforschungshaus Nielsen meldet<\/a>. Parallel zu diesem rasanten Wachstum steigt auch der Missbrauch: Laut IT-Sicherheitsanbieter Sophos hat die <a href=\"https:\/\/www.pressetext.de\/news\/100202031\/malware-flut-ueberrollt-facebook-und-co\/\" target=\"_blank\">Verbreitung von Schadsoftware und Spam auf Facebook 2009 um 70 Prozent zugelegt<\/a>. Die Probleme rund um Facebook und Social Gaming d\u00fcrften daher hierzulande erst noch am Anfang stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Virtuelle Spiele auf Facebook wie FarmVille oder Mafia Wars boomen. Die Kehrseite ist die wachsende Datensammelwut ihrer Betreiber. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2010\/02\/02\/vorsicht-vor-den-datenspahern-auf-facebook\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[19,23,40,96,82],"class_list":["post-381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-datenschutz","tag-facebook","tag-internet","tag-social-media","tag-zynga"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}