{"id":3568,"date":"2011-10-23T00:48:47","date_gmt":"2011-10-22T23:48:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/?p=3568"},"modified":"2019-07-08T17:11:23","modified_gmt":"2019-07-08T15:11:23","slug":"apple-ipod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2011\/10\/23\/apple-ipod\/","title":{"rendered":"10 Jahre iPod: Wie Apple die Musikindustrie revolutionierte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor einer Dekade kam der erste MP3-Spieler aus dem Hause Apple auf den Markt. Damit startet auch die Transformation des Computerbauers hin zum Unterhaltungselektronik-Konzern.<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr, dass es der erste Schritt zur Revolution einer ganzen Industrie war, liest sich die Ank\u00fcndigung recht lakonisch: &#8222;Apple stellt iPod vor&#8220;, <a href=\"https:\/\/michaelkroker.posterous.com\/pressemitteilung-apple-stellt-ipod-vor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">so lautet die \u00dcberschrift der Pressemitteilung vom 23.10.2001<\/a>. Selbst Apple, in sp\u00e4teren Jahren ja nicht gerade zur\u00fcckhaltend mit Superlativen bez\u00fcglich der eigenen Produkte, gibt sich im Text geradezu zur\u00fcckhaltend (&#8222;Ein MP3-Player der n\u00e4chsten Generation&#8220; &#8211; nun ja).<\/p>\n<p>Als Unternehmensgr\u00fcnder Steve Jobs das Ger\u00e4t auf einer eher klein gehaltenen Produktvorstellung pr\u00e4sentiert, benutzt er jedenfalls Begriffe wie &#8222;Amazing&#8220; oder &#8222;Revolution&#8220; noch vergleichsweise sp\u00e4rlich, im Gegensatz zu sp\u00e4teren Apple-Veranstaltungen (ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kN0SVBCJqLs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">nicht mal zehn-min\u00fctiges\u00a0Video mit dem Kern seiner Ank\u00fcndigung hier<\/a>). Der iPod, jener 185-Gramm schwere Musik-Player mit eingebauter 5-Gigabyte-Festplatte f\u00fcr teure 399 Dollar im US-Markt, kommt zun\u00e4chst quasi als Nebenprodukt zu den hauseigenen Mac-Rechnern daher.<\/p>\n<p>Auch wenn der erste iPod noch nicht sonderlich erfolgreich ist und von Analysten wie Journalisten eher skeptisch be\u00e4ugt wird, weist er bereits die wichtigsten Design-Merkmale auf, die sp\u00e4ter zum Markenzeichen werden: Das in wei\u00df gehaltene Chassis und das innovative Drehrad &#8211; genannt Click-Wheel &#8211; zum einfachen Navigieren durch die digitale Musiksammlung. Zudem l\u00e4uft der iPod nur in Verbindung mit der bereits zuvor von Apple ver\u00f6ffentlichten Musik-Software iTunes &#8211; beide zusammen bilden in der Folge ein Gespann, das die Musikindustrie revolutionieren sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3569\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/ipod_beide.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/ipod_beide.jpg 862w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/ipod_beide-300x195.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Erster iPod aus dem Jahre 2001 (<em>links, Quelle: Apple<\/em>); WiWo-Titelbild Heft 51\/2004 (<em>Quelle: WiWo<\/em>)<\/p>\n<p>Los geht die vor allem durch zwei wichtige Meilensteine im Jahr 2003: Im April gelingt es Jobs, alle gro\u00dfen Musikkonzerne davon zu \u00fcberzeugen, ihm den Gro\u00dfteil ihres Repertoires f\u00fcr legale Digital-Downloads zu lizensieren: Die iTunes-Software erweitert er um den so genannten Music Store. Fortan k\u00f6nnen iTunes-Nutzer \u00fcbers Internet aus zun\u00e4chst 200.000 Titeln ausw\u00e4hlen und diese f\u00fcr 99 Cent per Knopfdruck herunterladen &#8211; der erste legale und einfach zu nutzende Musik-Shop im Web kommt mithin von Apple, einem Branchenfremden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im Jahr, im Oktober 2003, legt Jobs dann mit einer Windows-Version von iTunes nach &#8211; ab jenem Zeitpunkt k\u00f6nnen nicht nur die damals rund f\u00fcnf Prozent Mac-User den iPod nutzen, sondern auch das gesamte Universum des Erzrivalen Microsoft mit mehreren hundert Millionen PC-Nutzern weltweit. In der Folge explodieren die Verk\u00e4ufe; bereits im Jahr 2004 verkauft Apple fast 10 Millionen Ger\u00e4te. Dies markiert auch den Startpunkt eines sp\u00e4ter in der \u00d6ffentlichkeit lange sehr pr\u00e4genden Bildes: Der ambitionierte Musik-H\u00f6rer tr\u00e4gt wei\u00dfe St\u00f6psel im Ohr &#8211; eben iPod-typisch.<\/p>\n<p>Mehr noch: Der Einfluss des Apple-Designs zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass die lange Zeit verp\u00f6nte Farbe wei\u00df durch den Erfolg des iPod eine regelrechte Renaissance hinlegt. Auch f\u00fcr die <em>WirtschaftsWoche<\/em> war der iPod eines der Produkte des Jahres 2004, <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/55137\/660317\/wirtschaftswoche-gewinnt-auszeichnung-beim-art-directors-club-fuer-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wie die sp\u00e4ter vom Art Directors Club pr\u00e4mierte Cover-Optik<\/a> eindrucksvoll beweist: Die wei\u00dfe WiWo-Grundfarbe der Titel-Seite passt halt geradezu kongenial zum wei\u00dfen iPod-Design.<\/p>\n<p>Unter anderem\u00a0befeuert durch die <a href=\"https:\/\/www.aiseesoft.com\/article\/ipod-family.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erweiterung der Produktfamilie um g\u00fcnstigere Einstiegsmodelle wie den iPod Mini (sp\u00e4ter ersetzt durch den iPod Nano) oder den iPod Shuffle<\/a>, geht der H\u00f6henflug weiter: Schon 2005 verkauft das Unternehmen mehr als 30 Millionen Ger\u00e4te &#8211; der Anfang vom Wandel des Computerbauers Apple hin zum Unterhaltungselektronik- und Handy-Hersteller: In der Spitze im Jahr 2006 erwirtschaftet Apple mit seinem kleinen Musikspieler rund die H\u00e4lfte des gesamten Konzernumsatzes, wie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.splatf.com\/2011\/09\/apple-ipod\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">US-Blogger Dan Frommer in seinem Blog SplatF \u00fcbersichtlich dargestellt hat<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3572\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/apple-ipod-business-charts.gif\" alt=\"apple-ipod-business-charts\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/apple-ipod-business-charts.gif 633w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/10\/apple-ipod-business-charts-300x252.gif 300w\" sizes=\"(max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Quelle: <em><a href=\"https:\/\/www.splatf.com\/2011\/09\/apple-ipod\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SplatF\/Dan Frommer<\/a><\/em><\/p>\n<p>In der Folge sinkt der Umsatzanteil des iPod am Gesamtgesch\u00e4ft von Apple rasant &#8211; vor allem durch das Mitte 2007 eingef\u00fchrte iPhone, das neben der Handy-Funktion quasi mit einen iPod huckepack dabei hat. Dadurch sinkt die Bedeutung eines Musik-Spielers als eigenst\u00e4ndiges Ger\u00e4t.\u00a0Seit dem H\u00f6hepunkt mit rund 55 Millionen Ger\u00e4ten im Jahr 2008 ist der Absatz r\u00fcckl\u00e4ufig: Im j\u00fcngsten Finanzquartal bis Ende September verkaufte Apple nur noch 6,6 Millionen iPods, ein Minus von 27 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.apple.com\/pr\/library\/2011\/10\/18Apple-Reports-Fourth-Quarter-Results.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Im Vergleich dazu: iPhone 17 Millionen (+21%), iPad 11 Millionen (+166%)<\/a>.<\/p>\n<p>Einstellen m\u00f6gen die Apple-Leute ihren einstigen Mega-Seller, <a href=\"https:\/\/www.apple.com\/pr\/products\/ipodhistory\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">von dem sie allein bis Ende 2010 insgesamt rund 275 Millionen St\u00fcck verkaufen konnten<\/a>, bis heute aber trotz vieler Ger\u00fcchte noch nicht: Selbst bei der Vorstellung des neuen iPhone 4s Anfang Oktober hat das Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.apple.com\/pr\/library\/2011\/10\/04Apple-Brings-Great-New-Features-More-Affordable-Pricing-to-iPod-touch-iPod-nano.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einige Neuerungen in Sachen iPod im Gep\u00e4ck<\/a>.<\/p>\n<p>W\u00e4re ja fast auch irgendwie schade drum, bedenkt man den Einfluss des iPod auf die Musikindustrie, auf hunderte Millionen Musikliebhaber rund um die Welt &#8211; und, wie so oft bei Apple, auf Design und Werbung. Denn auch dort hat der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino eine geradezu untr\u00fcgliche Sp\u00fcrnase f\u00fcr die Essenz des eigenen Wirkens bewiesen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der allererste iPod-Werbespot noch recht traditionell daherkommt &#8211; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=nWqj6OQQOHA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ein Mac-Nutzer kopiert Musik auf seinen iPod und tanzt danach durch seine Wohnung<\/a> &#8211; reduziert Apple seine Bildsprache in den TV-Clips von 2003 an auf das Wesentliche: Mann oder Frau, stilisiert durch eine schwarze Silhouette auf gelbem, gr\u00fcnem, blauem, lilanem oder pinkem Hintergrund, tanzt zu einem aktuellen Pop- oder Rocksong. Und h\u00f6rt ebenjene Musik nat\u00fcrlich mittels dem auf dem schwarzen Hintergrund besonders gut hervortretenden wei\u00dfen iPod inklusive der bereits beschriebenen wei\u00dfen Ohrst\u00f6psel. Siehe etwa dieses fr\u00fche Beispiel mit dem Song &#8222;Are You Gonna Be My Girl&#8220; der US-Indie-Band Jet aus dem Jahr 2003:<\/p>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgaGVpZ2h0PSIzMTUiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvR01sRHpCV1U0YjQiIHdpZHRoPSI1NjAiPjwvaWZyYW1lPg==\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/4\/yt_GMlDzBWU4b4_hqdefault.jpg')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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