{"id":2483,"date":"2011-07-14T00:19:41","date_gmt":"2011-07-13T23:19:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/?p=2483"},"modified":"2019-04-01T17:00:57","modified_gmt":"2019-04-01T15:00:57","slug":"wider-hype-googleplus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2011\/07\/14\/wider-hype-googleplus\/","title":{"rendered":"Wider den Hype um Google+"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit allerlei Marketing-Brimborium hat Google seinen Gegenentwurf zu Facebook gestartet. Mit einem Massen-Exodus muss das weltgr\u00f6\u00dfte soziale Netzwerk freilich noch nicht rechnen.<\/strong><\/p>\n<p>Nun, es ist ja durchaus schon viel geschrieben worden <a href=\"https:\/\/googleblog.blogspot.com\/2011\/06\/introducing-google-project-real-life.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">seit dem Start von Google+<\/a>, dem neuerlichen sozialen Entwurf der weltgr\u00f6\u00dften Suchmaschine vor rund zwei Wochen. Als <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/1\/netz\/netzoekonomie\/artikel\/1\/ein-plus-fuer-google\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kampfansage an das weltgr\u00f6\u00dfte soziale Netzwerk Facebook<\/a> wird der Google-Vorsto\u00df allenthalben beschrieben. Die Online-Ausgabe des amerikanischen Internet-Magazins &#8222;Fast Company&#8220; hat das neue Google-Produkt gar als\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fastcompany.com\/1764504\/the-stealthy-way-google-will-take-on-foursquare-instagram-gaming-facebookyour-life\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">den Generalangriff auf Facebook, den Check-in-Dienst Foursquare, die popul\u00e4re Foto-App Instagram &#8211; ja unser gesamtes soziales Leben<\/a> bewertet.<\/p>\n<p>Immerhin, im Gegensatz zu den gescheiterten Vorg\u00e4ngerprojekten von Google im Bereich soziale Web-Dienste wie Google Buzz oder Google Wave ist das Online-Geschnatter rund um &#8222;Plus&#8220; enorm: Demnach besch\u00e4ftigten sich in der ersten Woche\u00a0<a href=\"https:\/\/thenextweb.com\/google\/2011\/07\/08\/google-accounted-for-35-of-tweeted-news-links-last-week\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stolze 35 Prozent aller weltweit abgesetzten Nachrichten-Tweets<\/a> (d.h. inklusive Link) mit dem Thema Google+. Laut einer Ende vergangener Woche ver\u00f6ffentlichten Sch\u00e4tzung des US-Technologieblogs &#8222;TechCrunch&#8220; hat\u00a0<a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2011\/07\/10\/google-plus-20-billion-market-cap\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das neue Produkt den B\u00f6rsenwert von Google bereits um rund 20 Milliarden Dollar in die H\u00f6he<\/a> getrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1350\" height=\"601\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2499\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/07\/googleplus-shot1.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/07\/googleplus-shot1.jpg 1350w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/07\/googleplus-shot1-300x133.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/07\/googleplus-shot1-1024x455.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Screenshot einer Pr\u00e4sentation \u00fcber Google+ (Quelle: <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/up\/start\/?continue=https:\/\/plus.google.com\/&amp;type=st&amp;gpcaz=e1862c33&amp;hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Andere Kommentatoren lenken den Fokus in eine andere Richtung und <a href=\"https:\/\/gigaom.com\/2011\/07\/11\/is-google-a-bigger-threat-to-twitter-than-it-is-to-facebook\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">prophezeien dem Kurznachrichtendienst Twitter schwere Zeiten<\/a>. Die Begr\u00fcndung: W\u00e4hrend Facebook auf symmetrischen Beziehungen zwischen zwei Nutzern beruht (zwei virtuellen Freunde erhalten jeweils die Neuigkeiten des anderen im eigenen Nachrichtenstrom angezeigt), basiert Google &#8211; \u00e4hnlich wie Twitter &#8211; auf asymmetrischen Verh\u00e4ltnissen: Jeder Nutzer kann selber entscheiden, ob er jenen, die einem selber &#8222;folgen&#8220;, auch zur\u00fcckfolgt. Aus diesem Grund sei Google+ sogar eher ein Medien- denn ein soziales Netzwerk, weil es besonders zum Verteilen von Nachrichten geeignet sei, hat der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,772656,00.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">deutsche Blogger Sascha Lobo k\u00fcrzlich bei &#8222;Spiegel Online&#8220;<\/a> geurteilt.<\/p>\n<p>Ich kann ehrlich gesagt beiden Sichtweisen &#8211; sei es Facebook- oder Twitter-Killer &#8211; wenig abgewinnen. Mehr noch, nachdem\u00a0<a href=\"https:\/\/plus.google.com\/117323450508061673802\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ich Google+ nunmehr seit rund einer Woche<\/a> nutze und mit\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Michael.Kroker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a> sowie\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/MichaelKroker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twitter<\/a> vergleichen kann, finde ich den ganzen Hype um das neue Netz ziemlich \u00fcbertrieben. Gewiss, Google l\u00f6st einige Schw\u00e4chen von Facebook recht elegant: Zwar erm\u00f6glicht auch die Zuckerberg-Company bereits seit langem, dass Nutzer ihre Freunde in verschiedenen Listen einordnet. So kann man sicherstellen, dass etwa enge Bekannte andere Fotos zu Gesicht bekommen als etwa Arbeitskollegen. Doch Auswahl und Einordnung verlaufen bis heute recht un\u00fcbersichtlich, so dass viele Facebook-Nutzer bis heute auf die Anwendung jener Filterfunktion verzichten.<\/p>\n<p>Ganz anders bei Google+: Dort erfolgt die Gruppierung verschiedener Nutzerklassen einfach per Anklicken und Ziehen von Kontakten in unterschiedliche Kreise &#8211; bei Google sinnigerweise &#8222;Circles&#8220; genannt (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_embedded&amp;v=BeMZP-oyOII\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">siehe dieses Beispielvideo<\/a>).\u00a0Auch einige andere Funktionen scheinen &#8211; zumindest auf den ersten Blick &#8211; bei Google schlanker und eleganter gelungen, \u00a0etwa bei dem Gruppen-Videochat-Tool namens &#8222;Hangouts&#8220;, das mit wenigen Klicks die Kommunikation zwischen mehreren &#8222;Plussern&#8220; erm\u00f6glicht (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Tku1vJeuzH4&amp;feature=player_embedded\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">siehe dieses Beispielvideo<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2011\/07\/googleplus-shot2.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Screenshot einer Pr\u00e4sentation \u00fcber Google+ (Quelle: <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/up\/start\/?continue=https:\/\/plus.google.com\/&amp;type=st&amp;gpcaz=e1862c33&amp;hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Bleibt dennoch die alles entscheidende Frage: Reichen derlei &#8211; zugegenerma\u00dfen nette &#8211; Funktionsschmankerl aus, um das Gros der inzwischen 750 Millionen Facebook-Nutzer zum neuerlichen Umzug ihres kompletten Online-Netzwerks zu bewegen? Viele sind erst in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten dazu gekommen: Von den rund <a href=\"https:\/\/netzwertig.com\/2011\/06\/01\/meilenstein-facebook-hat-20-millionen-aktive-nutzer-in-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">20 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland haben vier Millionen ihr Facebook-Profil erst in den j\u00fcngsten vier Monaten<\/a> angelegt. Ich glaube nicht, dass jene Anwender sofort mit der digitalen Karawane weiterziehen werden.<\/p>\n<p>Woher r\u00fchrt der Hype dann? Bei Google+, das aktuell noch in einer Testphase l\u00e4uft, bei der nicht jeder mitmachen darf, tummeln sich einstweilen nur die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen der digitalen Boh\u00e8me aus Journalisten, PR-Leuten, Beratern und Marketiers. Sie wollen entweder nur fr\u00fch dabei sein, wenn die n\u00e4chste hippe Sau durchs virtuelle Kleinbloggersdorf getrieben wird. Oder sie wittern ein lukratives Gesch\u00e4ft mit &#8222;the next big thing&#8220;, dem n\u00e4chsten gro\u00dfen Ding im Internet &#8211; indem sie Unternehmen, die vielleicht gerade mal auf Facebook gelandet sind, hernach gleich noch eine weitere Social-Media-Beratung aufschwatzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Vermeintliche Schw\u00e4che von Twitter ist eine St\u00e4rke<\/strong><\/p>\n<p>Und auch dass Google+ in B\u00e4lde Twitter als Verteilmedium f\u00fcr Nachrichten abl\u00f6sen wird, sehe ich derzeit nicht &#8211; ganz im Gegenteil: Zwar monieren viele Beobachter die unzureichende \u00dcbersichtlichkeit des Kurznachrichtendienstes etwa bei der direkten Kommunikation zwischen zwei Nutzern. Ich finde aber, genau das ist bei Lichte betrachtet keine Schw\u00e4che, sondern eine St\u00e4rke: So benutze ich <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/2010\/01\/29\/twitter-mein-nachrichtenterminal-furs-internet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twitter mittlerweile seit fast zwei Jahren als regelrechtes Nachrichtenterminal<\/a>.\u00a0Jeder Tweet besteht aus einem kurzen Text, verbunden meistens mit einem Link. Das war&#8217;s.<\/p>\n<p>Auf Google+ kommentieren die Mitglieder schon heute h\u00e4ufiger &#8211; und gleichzeitig l\u00e4nger, als das auf Twitter wegen der technischen Beschr\u00e4nkung auf 140 Zeichen m\u00f6glich ist. Weil sich ein Kommentarstrang im Gegensatz zu Facebook zudem nicht einklappen l\u00e4sst, gibt es immer wieder Plus-Postings mit 20 oder mehr Kommentaren, die man runterscrollen muss, bis der n\u00e4chste Beitrag erscheint.\u00a0Dadurch ertrinkt Google+ leicht im Rauschen der Geschw\u00e4tzigkeit seiner Mitglieder &#8211; ein schnelles und effizientes Informationsmedium sieht anders aus. In welche Richtung sich der neue Dienst auch entwickeln wird &#8211; Google+ hat noch einen weiten Weg vor sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Facebook-Killer, Gefahr f\u00fcr Twitter, gar erster Schritt zur Eroberung unseres gesamten sozialen Lebens?! Mitnichten, so mein Fazit nach einer Woche im neuen sozialen Netz von Google. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2011\/07\/14\/wider-hype-googleplus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[23,25,28,29,90,96,73],"class_list":["post-2483","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-facebook","tag-foursquare","tag-google","tag-googleplus","tag-instagram","tag-social-media","tag-twitter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2483","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2483"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2483\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44476,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2483\/revisions\/44476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}