{"id":1587,"date":"2010-11-18T08:04:30","date_gmt":"2010-11-18T07:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/?p=1587"},"modified":"2019-04-03T10:58:54","modified_gmt":"2019-04-03T08:58:54","slug":"deutschlandstart-street-view","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2010\/11\/18\/deutschlandstart-street-view\/","title":{"rendered":"Der Google-Stra\u00dfendienst Street View startet in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><strong><em><span style=\"font-weight: normal\">(<\/span>Update 18.11.2010 10 Uhr: <span style=\"font-weight: normal\">Google hat Street View <a href=\"https:\/\/www.computerbase.de\/news\/internet\/webdienste\/2010\/november\/street-view-fuer-deutsche-grossstaedte-verfuegbar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bereits heute morgen vor der Pressekonferenz live geschaltet<\/a>.)<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Am vergangenen Montag war&#8217;s soweit &#8211; Google w\u00fcrde wohl noch ein &#8222;endlich&#8220; als Sto\u00dfseufzer erg\u00e4nzen: Die <a href=\"https:\/\/michaelkroker.posterous.com\/einladung-zur-google-pressekonferenz-street-v\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einladung zur Pressekonferenz in Sachen Street View<\/a> gingen an die Journalisten. Auch wenn der US-Konzern es in der E-Mail nicht explizit sagt: Im Umfeld des Events in Hamburg am heutigen Donnerstag f\u00e4llt auch in Deutschland der Startschuss f\u00fcr Google Street View. Der Dienst ist gewisserma\u00dfen eine 3D-Erweiterung des Kartendienstes Google Maps: Er erm\u00f6glicht virtuelle Spazierg\u00e4nge durch ganze Stra\u00dfenz\u00fcge und erlaubt es, auch H\u00e4user- und Geb\u00e4udefassaden zu betrachten. Hierzulande wird Street View zun\u00e4chst in 20 St\u00e4dten verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2010\/05\/streetview-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Google-Street-View-Auto auf der IT-Messe CeBIT 2010<\/em><\/p>\n<p>Dabei hat sich der US-Internetgigant wohl in keinem Land so schwer mit dem neuen Dienst getan wie in Deutschland. Zwar fahren die mit auff\u00e4lligen Kameras ausgestatteten Google-Autos bereits seit 2008 kreuz und quer durchs Land. Richtig in der breiten \u00d6ffentlichkeit ist das Thema freilich erst in diesem Jahr angekommen. So muss Google im Mai zun\u00e4chst einr\u00e4umen, dass die Street-View-Autos nicht nur Bilder von H\u00e4usern machen, sondern zudem auch die verf\u00fcgbaren Funknetze scannen. Nur wenige Tage sp\u00e4ter bekennt der Konzern dann sogar kleinlaut, man habe dabei\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/blogs\/look-at-it\/2010\/05\/20\/google-the-good-the-bad\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;aus Versehen&#8220; auch pers\u00f6nliche Nutzerdaten gespeichert<\/a>. Kurz darauf leitete die <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6561\/1616331\/ndr_norddeutscher_rundfunk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Google<\/a> wegen des Verdachts des Abfangens von Daten ein.<\/p>\n<p>Wenig verwunderlich also, dass Kritiker und Bef\u00fcrworter von Street View auch in der Folge hitzig diskutieren. Anfang August verk\u00fcndet Google, dass der Dienst noch in diesem Jahr in Deutschland starten werde. Weil das Unternehmen verstehe, &#8222;dass nicht jeder sein Haus oder seine Wohnung in diesem Dienst abgebildet sehen m\u00f6chte&#8220;, r\u00e4ume <a href=\"https:\/\/google-produkt-kompass.blogspot.com\/2010\/08\/street-view-kommt-noch-dieses-jahr-nach.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google jedem, der sein Haus oder seine Wohnung unkenntlich machen wolle, eine Widerspruchsfrist ein &#8211; allerdings nur von vier Wochen<\/a>. Das allein erzeugt eine neuerliche Prostestwelle, so dass Google den Zeitraum zum Einspruch\u00a0<a href=\"https:\/\/google-produkt-kompass.blogspot.com\/2010\/08\/street-view-vorab-widerspruchsfrist-auf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wenige Tage sp\u00e4ter auf acht Wochen verdoppelt<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Selbst ernannte Besch\u00fctzer des \u00f6ffentlichen Raums im Digitalen<\/strong><\/p>\n<p>Parallel dazu formiert sich eine Gegenbewegung von selbst ernannten Besch\u00fctzern des \u00f6ffentlichen Raums im Digitalen rund um den Berliner IT-Berater und Fotografen Jens Best. Der ruft per Twitter <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/0,1518,712426,00.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gleichgesinnte dazu auf, von Google auf Antrag verpixelte H\u00e4user zu fotografieren und samt GPS-Daten ins Internet zu stellen<\/a>. Dies freilich kann erst geschehen, wenn \u00fcberhaupt erste H\u00e4userfronten von Street View verf\u00fcgbar sind. Das ist Anfang November der Fall, als <a href=\"https:\/\/google-produkt-kompass.blogspot.com\/2010\/11\/o-viewed-is-oberstaufen-feiert-street.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oberstaufen im Allg\u00e4u freiwillig vorprescht und als erste deutsche Ortschaft auf dem Dienst zu sehen ist<\/a> &#8211; inklusive der ersten verpixelten H\u00e4user.<\/p>\n<p>Jetzt schreien die Pro-Street-View-J\u00fcnger auf. Der US-Journalistikprofessor und Blogger <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2010-11\/street-view-jeff-jarvis-verpixelung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jeff Jarvis gei\u00dfelt unter der \u00dcberschrift\u00a0&#8222;Deutschland, Du hast Deine St\u00e4dte entweiht&#8220;<\/a> mit markigen Worten den &#8222;Privatsph\u00e4re-Wahnsinn der deutschen Regierung und der Medien&#8220;: \u00a0Seit der Ver\u00f6ffentlichung der Oberstaufen-Bilder k\u00f6nne er sogar den Vergleich etwas abgewinnen, &#8222;ob Deutschland mit seiner Verpixelung nicht seine digitale \u00d6ffentlichkeit bombardiere&#8220;. Darauf wiederum reagiert FAZ-Blogger und Gerne-Verbalkrawallmann Don Alphonso alias Rainer Meyer mit einer ordentlichen Polemik und vergleicht die Aktionen von Internet-Aktivisten wie Jarvis und Best, die den Leuten ihre eigene Vorstellung von digitaler \u00d6ffentlichkeit aufzwingen wollen, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~EEBDB3498BCFF4CCAA7169A5943112FA7~ATpl~Ecommon~Scontent.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als &#8222;Vorstufe zur Zwangsr\u00e4umung&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/files\/2010\/11\/streetview-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Vorab ver\u00f6ffentlichte Street-View-Ansicht des Bundeskanzleramts<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich bekenne freim\u00fctig: Final entschieden habe ich mich in jener Debatte nicht. Denn ja, die deutsche Panoramafreiheit erlaubt es jedem, ein beliebiges Geb\u00e4ude von der Stra\u00dfe, also dem \u00f6ffentlichen Raum aus, zu fotografieren. Das darf nat\u00fcrlich auch Google. Und wer das bisher bereits in L\u00e4ndern wie den USA l\u00e4ngst verf\u00fcgbare Street View einmal ausprobiert hat, kann dem Dienst kaum seinen Nutzen absprechen. Einerseits.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Andererseits verstehe ich auch die Bedenken von Kritikern, dass es einen Unterschied macht, ob jemand vor meiner Haust\u00fcr herum fotografiert, oder jemand auf Knopfdruck ganze Stra\u00dfenz\u00fcge inklusive Vorg\u00e4rten im Internet optisch abgrasen kann. Aus dem Grund halte ich es auch f\u00fcr fragw\u00fcrdig, wenn selbsterkl\u00e4rte Web-Aktivisten jeden Street-View-Abstinenzler quasi mit Gewalt ins Licht der digitalen \u00d6ffentlichkeit f\u00fchren wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Kein Untergang des Abendlandes<\/strong><\/p>\n<p>Vermutlich legt sich die ja wirklich typisch Deutsch anmutende Debatte, sobald Street View endlich gestartet ist. Dann erkennen Kritiker m\u00f6glicherweise, wie sinnvoll es ist, wenn man etwa ein m\u00f6gliches Hotel f\u00fcr einen Urlaub per Knopfdruck im Web inspizieren kann. Und die Pro-Google-Fraktion rund um Jarvis &amp; Co., dass ein paar verpixelte H\u00e4user nicht den Untergang des Abendlandes bedeuten. Wie Google Ende Oktober bekannt gab, haben <a href=\"https:\/\/google-produkt-kompass.blogspot.com\/2010\/10\/street-view-wie-viele-deutsche_8317.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht einmal drei Prozent aller deutschen Haushalte einen Antrag auf Verpixelung gestellt<\/a>.<\/p>\n<p>Derweil setzt auch Google darauf, einen der Hauptzwecke des Dienstes zu unterstreichen, n\u00e4mlich dass sich jeder vor einem Urlaub seine Destination bereits vorab genau anschauen kann. Das jedenfalls ist die Kernbotschaft eines im Google-Auftrag erstellten Werbevideos, das j\u00fcngst im Web aufgetaucht ist. In diesem Sinne: &#8222;Das Leben ist eine Reise&#8220;<\/p>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"default\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgaGVpZ2h0PSIzMjYiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly9wbGF5ZXIudmltZW8uY29tL3ZpZGVvLzE2NDY1ODEzP3RpdGxlPTAmYW1wO2J5bGluZT0wJmFtcDtwb3J0cmFpdD0wIiB3aWR0aD0iNTYwIj48c3BhbiBkYXRhLW1jZS10eXBlPSJib29rbWFyayIgc3R5bGU9IndpZHRoOiAwcHg7b3ZlcmZsb3c6IGhpZGRlbjtsaW5lLWhlaWdodDogMCIgY2xhc3M9Im1jZV9TRUxSRVNfc3RhcnQiPu+7vzwvc3Bhbj48c3BhbiBkYXRhLW1jZS10eXBlPSJib29rbWFyayIgc3R5bGU9IndpZHRoOiAwcHg7b3ZlcmZsb3c6IGhpZGRlbjtsaW5lLWhlaWdodDogMCIgY2xhc3M9Im1jZV9TRUxSRVNfc3RhcnQiPu+7vzwvc3Bhbj48L2lmcmFtZT4=\" >\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-a\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Standard<\/strong>. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. 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Ein R\u00fcckblick auf die Ereignisse dieses Jahres. <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/2010\/11\/18\/deutschlandstart-street-view\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[19,28,40,70,74],"class_list":["post-1587","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","tag-datenschutz","tag-google","tag-internet","tag-street-view","tag-video"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1587"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44518,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1587\/revisions\/44518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/look-at-it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}