» 18.09.2008, 12:04

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Coaching: Was kann der Trainer überhaupt leisten?

Der Wunsch, aber auch der Druck, sich stetig zu verbessern, spiegeln sich nicht nur in dem Verlangen technisch auf Zack, optisch attraktiv und modisch anerkannt zu sein, sondern auch in Megathemen wie Fitness, Ernährung, schöner Wohnen, Finanzoptimierung, Zeitmanagement oder Work-Life-Balance. So verwundert es nicht, dass das persönliche Coaching bereits heute einen Boom erlebt: „Coaching als Unterstützung des Einzelnen auf den Pfaden durch die entgrenzten Marktplätze ist selbst ein Markt geworden. Es gibt Coachs für Fitness, Ernährung, Partnerschaft, Dating, Benimm-Regeln, Sex, Zeit, Hunde, Geldfragen, Kreativität, Kommunikation, Image, Stil, für Führungskräfte, Freiberufler, für Teams und Einzelpersonen, für jedefrau, jedermann“, schreibt zum Beispiel Christian Schüle in einem Zeit-Dossier, das den bezeichnenden Titel trägt: „Das gecoachte Ich“.

Wer sich heute coachen lässt, wird nicht wie früher als Verlierer verachtet oder als Mensch mit Defiziten denunziert. Letztlich sind wir alle so: „Die neue ökonomische Realität hat eine neue Figur hervorgebracht, die [der US-Soziologe] Richard Sennett den ‚getriebenen Menschen‘ nennt. Für den französischen Soziologen Alain Ehrenberg ist die psychologische Befindlichkeit diese Menschen das ‚erschöpfte Selbst’“, schreibt Schüle weiter. Weil die Wirtschaftswelt schneller und rauer geworden ist, ist auch die sogenannte Halbwertzeit von Können und Wissen bei vielen längst ins Bewusstsein gerückt. Und dort mutiert sie meist zur Bedrohung, denn sie nötigt den Einzelnen zu zunehmender Eigenverantwortung: Wer sich nicht kümmert, ist an seinem Scheitern selber schuld. Das Tragische daran: Beseelt vom ständigen Bedürfnis ein besserer Mensch zu werden, bleiben wir zugleich behaftet als Menschen in permanenter Not – halbwertig und mangelhaft.

Wer zum Coach geht, tut immerhin etwas dagegen, wird aktiv und schmiedet – unterstützt – sein eigenes Glück. Er drückt damit aus, dass er sich selbst optimieren möchte und dafür bereit ist, entsprechende Kraft und Mittel zu investieren. Und falls der Arbeitgeber gar den Coach bezahlt, dann heißt das nichts weniger als: „Wir wertschätzen dich! Aber wir glauben, das kannst du noch besser!“ Worin freilich auch eine subtile Kritik liegt. Denn wirklich perfekt wird man ja nie.

Was aber kann Coaching überhaupt leisten?

Ein sinnvolles Coaching ist ein Dialog auf Augenhöhe, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Der Trainer gibt dabei weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht ihm darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will.

Die Gefahr, an einen falschen Fragensteller zu geraten, ist allerdings groß. Der Coaching-Markt ist atomisiert und ein Biotop für Scharlatane und Trittbrettfahrer. „Coach“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Von den rund 40.000 hierzulande firmierenden Coaches haben nach Einschätzung von Marktbeobachtern gerade einmal 3500 eine qualifizierte Ausbildung. Bevor Sie sich jemandem anvertrauen, sollten Sie also mindestens seine Kompetenzen wie bisherigen Auftraggeber genau prüfen, notfalls sogar ein paar davon anrufen und deren Erfahrung mit dem Trainer erfragen.

Apropos: Mich würde interessieren wie Sie das sehen. Lassen auch Sie sich coachen? Und falls ja, wonach wählen Trainer ihre Trainer aus? Welche Erfahrungen haben Sie mit Coaching gemacht? Ich würde mich über eine angeregte Diskussion in den Kommentaren freuen – gerne auch unter Teilnahme einiger Coaches.

» 18.09.2008, 12:04

    24 Kommentare zu “Coaching: Was kann der Trainer überhaupt leisten?”


  1. coach de coach sagt:

    nach meiner Erfahrung kann Menschen, die aus welchen beruflichen Gründen auch immer qualifizierten Gedankenaustausch on equal terms benötigen und hierzu in ihrem „regulären“ Umfeld wenig Gelegenheit finden oder solche Gelegenheiten nicht wahrnemen können oder wollen, durchaus geholfen werden. Grundlegend Bedingung: Vertrauen!
    „Empfehlungen“ Dritter folgen ist nicht unproblematisch: Mein Tip: Testen, unverbindlich und ergebnisoffen. Ggf. fortsetzten, genau so aber abbrechen, wenn subjetiv kein Fortschritt verspürt wird!
    Was den materiellen Gegenwert zu einer durchweg immateriellen Leistung betrifft, kein Vereinbarungen treffen, die buchhalterisch-sklavisch konzipiert sind, kostendeckend und erfolgsorietiert sollten sie aber schon sein können.

  2. Guter Artikel, die Aussage, wer ein guter Coach ist, ist doch sehr personen abhängig, wenn Sich jemand bei einem Coach wohlfühlt, ist das doch schon die „halbe Miete“ !

  3. cframke sagt:

    Als Interimmanagerin beauftrage ich Coaches für Führungskräfte in Veränderungssituationen. Da gibt es nur ein Entscheidungskriterium: ECQ von Dorothee Echter – dort gibt es Qualitätsstandards seit 10 Jahren. Sehr verlässlich und gut.

  4. cdv! sagt:

    Ich habe mich vor wenigen Monaten coachen lassen, und es hat mir an einer entscheidenden Stelle weiter geholfen. Der externe Blickwinkel ist wichtig. Meine These ist: Der Coaching-Boom ist auch ein Ergebnis unserer Schul- und Studienlandschaft, die Wissen vermittelt, aber nicht das Selbstbewußtsein und die Komptenz für eigene Entscheidungen. Insbesondere bei meinen Kunden (Mittelstand) erlebe ich oft, dass es häufig nur um das Erhalten des Erreichten geht, nicht um wirkliche Verbesserung. Die Frage „Was muß ich besser machen?“ wird gar nicht gestellt. Es könnte ja sein, das dabei auffällt, dass auch etwas falsch gemacht wurde. Christian de Vries

  5. Armin Karge sagt:

    Für mich als Coach besteht die große Herausforderung darin, nach Aufbau eines Vertrauensverhältnisses über die Phase des „Sich-Strukuriert-Auskotzens“ hinaus zu kommen. In dieser Analysephase tritt nur ein psychohygienischer Effekt ein, der kurzfristig befreiend wirkt, aber nach relativ kurzer Zeit in alte Fahrwasser führt. Des Pudels Kern liegt im nächsten Schritt, zu verbindlichen, umsetzbaren und überprüfbaren Maßnahmen zu kommen. Bei der Formulierung dieser Entwicklungsziele erlebe ich viele Eiertänze. Es reicht nicht, das Ziel nur anzuvisieren, irgendwann muss man springen.

  6. „Was wäre ich für ein Coach, wenn nicht auch ich hin und wieder in einen Coach investieren würde? Allerdings suche ich mir dabei Spezialisten. In einem Fall hatte ich ein Coaching bei einem Positionierungsspezialisten. Zuvor hatte ich sein Buch gelesen und an seinem Workshop teilgenommen. Ich habe mich also vorher persönlich von seiner Kompetenz und Kompatibilität überzeugt. Weitere wichtige Kriterien sind:

    1. Fachliche Kompetenz. Wer in seinem Fach gut ist, hat auch etwas mitzuteilen. Also gibt es Bücher, Fachbeiträge in Zeitschriften oder sogar ein Blog, in dem ich mich vorab informieren kann.

    2. Coaching Kompetenz. Zertifikate und Referenzen sagen nicht wirklich etwas aus. Ich frage deshalb ganz offen nach einer unverbindlichen Doppelstunde. Die kann dann schon etwas kosten, finde ich aber für die Chemie recht störend.

    3. Aufwand und Ertrag. Wenn ich ein Thema mit einem Coach bearbeite, dann erwarte ich auch, dass es einen Return on Investment gibt. So setze ich verschiedene Ziele, die ich mit einem Wert für mich taxiere. Das Coaching sollte sich maximal im Faktor 1:10 dazu bewegen. Wenn es länger dauert und teurer wird, scheint der Coach sein Handwerk nicht zu beherrschen.“

  7. Ich gehe beim Coaching davon aus, dass jeder Mensch besondere Fähigkeiten besitzt, die durch Unterstützung, Anerkennung und Ermutigung sichtbar werden. Es geht nicht darum, an Dingen zu arbeiten, die noch nicht perfekt sind. Es sind fast immer Dinge, die den Menschen besonders schwer fallen. Wesentlich für einen guten Coach ist, dass er selber, mindestens einmal im Jahr sich einem guten Coaching unterzieht zusätzlich zu Weiterbildungen. Dadurch räumt er selber bei sich auf und wird wertvoller für seine Kunden.“

  8. Coaching ist keine Modeerscheinung, sondern erfüllt elementare Bedürfnisse nach Wachstum und Transformation. Allerdings achte ich bei der Auswahl eines Coaches auf folgende Punkte:

    1. Was will ich erreichen? Bei Coachings kann das Beheben von Defiziten das Ziel sein. Andere Coaches konzentrieren sich auf Potenziale, unterstützen berufliche oder persönliche Veränderungen. Wichtig ist mir, welche Erfahrungen mein Coach auf dem jeweiligen Gebiet hat. Ein Managercoach sollte Managementerfahrung haben, ein Verkaufscoach Verkaufserfahrung. Ich möchte nicht nur jemandem, der mir Fragen stellt, sondern auch jemanden, der mir aus seiner Erfahrung Impulse gibt und mir Abkürzungen auf meinem Weg zeigt.

    2. Wie erlebe ich den Coachingprozess? Das beginnt mit dem ersten Kontakt, ob dieser am Telefon oder unter vier Augen stattfindet. Schon hier zeigt sich, ob ich mich verstanden fühle, ob der persönliche Stil zu mir passt, ob wichtige Werte übereinstimmen.

    3. Transformatorische Wirkung. Die wichtigsten Coachings waren für mich diejenigen, durch die sich mein Leben verändert hat. Das lässt sich allerdings schwer im Voraus feststellen. Doch wenn ich diese Erfahrung mit einem Coach gemacht habe, gehe ich gern wieder zu ihm zurück.“

  9. Roger Schug sagt:

    ´Ein sinnvolles Coaching ist ein Dialog auf Augenhöhe, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Der Trainer gibt dabei weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht ihm darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will.´ Das trifft in der Tat auch unser Coaching Verständnis. Allerdings machen wir häufig die Erfahrung, dass KundInnen auf ein bereits apriori festgelegtes Ergebnis pochen.

  10. „Ich habe keine griffigen Argumente gegen das Coaching, aber für mich fühlt sich das nach stromlinienförmig angepaßten Menschen an. Ich könnte mir auch eine andere Werbung dazu vorstellen: Hast du einen Freund – oder coachst du noch?“

  11. Nach meinen Erfahrungen als Coach erfüllt Coaching heutzutage zwei Funktionen. Die eine Hälfte der Coachees erhofft sich eine Optimierung der eigenen Leistung.
    Für die andere Hälfte ist Coaching eine mittlerweile gesellschaftlich akzeptierte Form, sich helfen zu lassen, auch mal schwach zu sein, indem man über Probleme spricht. Hier geht es dann weniger um Optimierung als um Bewusstmachen, Reflektieren und in Frage stellen.
    Die zweite Hälfte ist mir lieber.

  12. Hallo Herr Mai,

    „Und falls der Arbeitgeber gar den Coach bezahlt, dann heißt das nichts weniger als:Wir wertschätzen dich! Aber wir glauben, das kannst du noch besser!“ Worin freilich auch eine subtile Kritik liegt. Denn wirklich perfekt wird man ja nie“

    Eine Kritik nur dann, wenn ich glauben kann, es gäbe die Chance „alles“ für und über meine Arbeit schon zu wissen; insbesondere in Wechselwirkungen zu meinen eigenen Denk- und Verhaltensmustern.

    In der Hauptsache habe ich Kunden, wo die Unternehmung das Coaching für Ihre Mitarbeiter aus guten Gründen bezahlt. Ich erlebe es dabei eher so, dass der Gedanke dahinter ist, gute Mitarbeiter besser zu machen – in einer sich ständig veränderten Umwelt. Keine Kritik am Mitarbeiter, sondern es spiegelt die Auffassung wieder, dass das „Lernen“ nicht irgendwann zu Ende ist; sondern ohnehin ein Leben lang statt findet. Das ist eine gute Erkenntnis und ich hoffe sie setzt sich mehr und mehr durch.

    Reflexion, „neutrale“ Feedback Prozesse sind besonders für Führungskräfte ein Muss.

    Mit besten Grüßen,

    Christoph Schlachte
    Coach DBVC

  13. Sehr geehrter Herr Mai,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    der Beitrag weckte mein Interesse durch die umgangssprachliche Mixture der Begrfflichkeiten „Coaching/ Trainer“. Meines Erachtens steht sie für und begründet die verbreitete Verunsicherung potenzieller Coaching-Klienten, wenn es für sie um die Entscheidung geht: „ist Coaching für mich und mein Anliegen wirklich die beste Methode? Ist der Coach für mich überhaupt der Richtige? Woran und wie erkenne ich das – schnell und zuverlässig?!

    Davon ausgehend, dass ein Coach sich der Umstände am Markt bewusst ist, trägt er die Verantwortung für den Entscheidungsprozess seines Klienten – für oder gegen Coaching, für oder gegen sich selbst als Coach. Würde einjeder Coach schon vor der Bezahlung tatsächlich die Ethik und Qualität seiner Dienstleistung vertreten können und auch zu seinen Ungunsten differenzieren oder wäre Klientenfeedback wirklich der einzig relevante Qualitätsmaßstab für die geleistete Coachingarbeit – warum und wofür bezahlen Coachees dann bei ausbleibender Zielerreichung ihr Geld? Ein Coachee, der wiedergekommen ist, kann derzeit noch kein Garant für gute Coachingqualität sein. Bedenkt man, dass er – in Zeiten eines diffusen Marktes – auch deshalb wiedergekommen sein könnte, weil er vom Coach zum Wiederkommen manipuliert wurde, diese Manipulation aber nicht als solche erkannt hat.

    Der bundesdeutsche Coachingmarkt lebt durch die Unklarkeit in Anforderung, Resultat und messbarer Leistung. Dies führt zu einer diffusen Erwartungshaltung, unklaren Zielbestimmungen und Resultaten. Ein weiteres Indiz ist die Tatsache, wie unterschiedlich mit den Möglichkeiten und Grenzen von Coachingarbeit umgegangen wird, bzw. zu einem nicht unerheblichen Anteil auch ethisch/ moralische Grenzen zum Wohle von Verkaufserfolg überschritten werden. Oberflächliche Methodendefinitionen für „Coaching“, „Psychotherapie“, „Beratung“, „Mentoring“, „Training“ etc. sind hier als Grund zu nennen. Hinzukommen fehlende konkrete und standardisierte Prozesse, die Klienten vor fehlgeleiteten Entwicklungsprozessen schützen und ein dringender Bedarf an Sicherungsmaßnahmen, durch die ein Coach an speziell ausgebildete, psycholgische Psychotherapeuten überweist, falls klientenseitig vorliegende psychologische Stile es erfordern.

    Ohne klare und einheitliche Anforderungen für Ausbildung, Methodenkenntnisse, Recht, Selbsterfahrung eines Coachs wird sich all dies nicht ändern.

    Mit freundlichem Gruß, Johannes Heimes

  14. Hier zeigen sich bereits unterschiedliche Verständnisse von Coaching. Coaching: Was kann der Trainer überhaupt leisten? Coach und Trainer werden im Artikel praktisch ohne Unterschied verwendet.
    Nach meinem Verständnis ist ein Trainer eine Person, die mir ein bestimmtes Verhalten zeigt, das Einüben überwacht und korrigiert. Der Coach begleitet mich lediglich mit seinen Methoden dabei, mir selbst eine Lösung für meine Herausforderung zu erarbeiten. Durch seine Mitwirkung erhalte ich mehr Wahlmöglichkeiten. Somit sehe ich eine klare Trennung zwischen Trainer und Coach.
    Der Markt sieht das etwas anders.

    Aufgrund der vielfältigen Ausprägungen kann Coaching ebenso Training wie Mentoring beinhalten. Das wird z.B. von vielen Großunternehmen gefordert, die auch die Kosten für ihre Mitarbeiter tragen.
    Und in diesen Fällen ist es häufig tatsächlich so, dass es \“dem Unternehmen\“ wie den Klienten darum geht, noch besser zu werden. Besser zu funktionieren im Sinne eines wirtschaftlicheren Ergebnisses für das Unternehmen.
    Mir stellt sich dabei die Frage, ob das eine humane und soziale Wertschätzung und wie nachhaltig ist das?

    Gott sei dank, gibt es noch keine einheitliche Regelung in Bezug auf Leistung/Angebot, Qualität und Ausbildung im Coaching. Das erschwert vielleicht den Nutzern die Auswahl. Doch für die Vielfalt und Entwicklung hat es große Vorteile. Auf diesem Weg sehe ich mehr Möglichkeiten, dass sich Angebot und Nachfrage aufeinander einstimmen.

    Eine Ausbildung, wie im Artikel angesprochen, ist genauso wenig die Garantie für nützliches Coaching, wie eine bestimmte Ausbildungs-Richtung (ich selbst habe meine Coaching-Ausbildung bei Vermeulen und Partner genossen). Alle Fähigkeiten der am Coaching beteiligten Personen spielen für den Erfolg eine Rolle. Natürlich auch die Herausforderung selbst.
    Die Auswahl eines Coach wird wohl auf zwei Wegen getroffen:
    – direkt durch die Klienten selbst
    – durch Vorauswahl eines Unternehmens (entsprechende Personalverantwortliche).

    Ein Unternehmen will natürlich nur das \“Beste\“ für seine Mitarbeitenden. Es wird viel Zeit investiert auf Grund von Daten und Erwartungen eine Auswahl zu treffen (kaum einer der \“Auswähler\“ unterzieht sich selbst eines Coachings bei den \“Auszuwählenden). Und die Wahl soll dann für viele (oder alle) Mitarbeitenden passend sein.

    Klienten, die selbst einen Coach suchen (und dazu zähle ich mich auch) wählen viel mehr nach Gefühl (mit dem Bauch). Die Unmenge an Daten mit dem Verstand zu erfassen, ist für den Einzelnen viel zu aufwendig. Ich selbst habe dem Coach meiner Wahl keine Fragen zu seiner Ausbildung gestellt und wie genau alles funktioniert und was er mit mir macht. Was ich wusste, waren ein paar Methoden die er im Coaching anwendet. Entscheidend war das Vertrauen, der persönliche Kontakt im Vorgespräch (und das halte ich für geeigneter, wie die Erfahrungen anderer abzufragen).

    In der Auswahl des Coachings wie der Coachs spiegelt sich die Vielfalt der Klienten und ihrer Herausforderungen.
    Das „Coaching“ ist eine Illusion.

    Mit besten Grüßen
    Günter Willmroth

  15. Ilias Moschos sagt:

    Wieder einmal werden Äpfel mit Birnen verglichen und wollen vom gleichen Baum gepflückt werden. Coaching hat stets \“Hilfe zur Selbsthilfe\“ als Ziel; Training zielt auf den Auf- und Ausbau spezifischer Verhaltensweisen. Typische Coaching Themen sind:
    – neue berufliche Herausforderungen
    – Motivationseinbruch
    – Burn-Out-Syndrom
    – Stabilisierung von Fitness und Gesundheit
    – Veränderungs-Prozesse
    – Leistungsabruf im Wettkampf
    – mentale Blockaden
    – Leistungsdruck und Zuwachs von Verantwortung
    – Konfliktsituationen, beruflich/privat
    – Team-und Partnercoaching
    Ein Coach begleitet seinen Klienten dabei für sich (KlientIn) die bestmöglichste Lösung zu finden und dafür auch die Verantwortung zu tragen. Der Coach ist Gesprächspartner und Zuhörer, der Trainer verantwortlicher, fachlicher Anleiter.

  16. Henri Apell sagt:

    Ein guter Coach sollte ein Gespür dafür haben, was seinem Gegenüber wirklich weiterhilft. So habe ich auch die Beispiele in dem erwähnten Zeit-Artikel verstanden: Coachee kommt wegen eines „Problems“ zum Coach und während des – guten und professionellen – Coachings kommen die eigentlich wirklichen Fragestellungen zu Vorschein und leiten einen entscheidenden Wendepunkt beim Klienten ein.
    Dafür benötigt der Coach: 1. eine fundierte Ausbildung, 2. Lebenserfahrung, 3. Menschenkenntnis, und 4. Einfühlungsvermögen.

  17. Einen guten Coach zu finden ist mindestens so schwer wie einen guten Arzt zu finden. Die „Fachrichtung“ zählt und vielmehr der professionelle, wertschätzende und achtsame Umgang mit dem Klienten. Auch die Erfahrung im Kompetenzfeld, sowie die Fähigkeit zur Selbstreflektion sind entscheidend. Ein guter Coach begleitet den Klienten in den Lösungsraum.
    Wie Sie einen guten Coach/Coacherin finden? Hören Sie sich um, Empfehlungen sind fast immer hilfreich.

  18. U. Siegrist sagt:

    Hmm, hier scheint etwas durcheinander zu geraten, was nicht passt: „Coaching – was kann der Trainer leisten?“. Auch wenn das Coaching aus dem Sport-Training kommt, ist inzwischen im Business klar: Coaching und Training sind zwei unterschiedliche Formate – zumindest, wenn man sie seriös betreibt. Schade, dass der Autor die notwendige Unterscheidung nicht trifft und Coaching und Training in einem Atemzug nennt.

  19. skorp08 sagt:

    Hallo-
    Trennung von coach und tätigkeit eines trainers?
    Jeder Trainer coacht und jeder Coach trainiert…
    sich selbst, seine *Umwelt* und das endlich sehr konkrete Individuum sein Coachee…
    Lösungen und Wege finden und erarbeiten der Fragestellungen und ungelösten Erwartungen bzw. Konflikte des zu coachenden?
    Mentor,Seelentröster oder Trainer? nein- alles macht einen Coach aus, doch das wichtigste: Vertrauen- wird sicher nur über Wollen und Können beider *Parteien* getragen…

    Grüsse

  20. Wie finde ich den richtigen Coach?

    Aus der aktuellen ARD Web Page (Interview mit Dr. Looss): http://www.ard.de/-/id=880108/1ltiage/index.html

    An wen wende ich mich dann, wenn ich einen seriösen Coach suche?

    Die Suche nach einem guten Coach ist nach wie vor ein Abenteuer. Sie sollten zunächst in ihrem Umfeld rumfragen, ob zufällig jemand einen kennt. Das ist so ähnlich wie mit einem Heilpraktiker, den bekommt man auch eher empfohlen. Dann können Sie natürlich in die einschlägigen Verzeichnisse schauen, also z.B. auf die Rauen-Datenbank im Internet zugreifen. Das sind fachlich solide Leute, die eine vernünftige Ausbildung haben. Wenn es betrieblich ist, können Sie auch zu Ihrem Personalmenschen gehen. Die großen Firmen haben alle ausgewählte Coaching-Pools. Und die Leute sind handverlesen und gecheckt.

    Sind Coaching-Verbände gute Anlaufstellen?

    Es gibt etwa 18 verschiedene Verbände inzwischen. Manche sind reine Selbstvermarktungs-Agenturen. Andere, z.B. der Deutsche Bundesverband Coaching e.V., sind sehr solide. Wenn jemand im DBVC ist, dann hat man zumindest einen guten Hinweis, dass man nicht an einen Scharlatan gerät. Aber ob der dann zu mir passt, ist eine völlig andere Sache

    Wie teuer darf ein Coach sein?

    Im Business- und Management-Bereich gibt es ganz normale Marktsätze für Beratungstätigkeiten. Außerhalb des Business\‘ ist es ungefähr vergleichbar mit einem Psychotherapeuten-Honorar, d.h. es liegt – je nachdem wie begehrt und bekannt der Coach ist – zwischen 80 und 200 Euro pro Stunde.

  21. Martin Marx sagt:

    Die Aussagen, die Dr. Wolfgang Looss – Pionier des Coachings – im ARD-Interview http://www.ard.de/-/id=880108/1ltiage/index.html macht, stehen meines Erachtens stellvertretend für die gesamte seriöse Coachingbranche. Besonders verblüfft hat mich dabei folgende Feststellung, Zitat Dr. Wolfgang Looss:

    „Also der Coach kann schon die Funktion eines guten Freundes haben. Denn er versucht, sich ein Bild zu machen, neutral zu bleiben und seine eigene Sichtweise ergänzend zur Verfügung zu stellen. Die gleiche Funktion haben häufig die Gespräche mit guten Freunden auch. Nur, viele Leute haben keine mehr oder sie haben eine Scheu, solche Dinge mit ihnen zu besprechen. Weil die Beziehungen nicht mehr so intensiv sind. Das haben wir in der Arbeitswelt insbesondere bei Führungskräften. Es gibt so viel Leistungsverdichtung und eine so intensive Inanspruchnahme, dass das soziale Umfeld ganz häufig Schaden nimmt und irgendwann auch weitgehend verschwindet.“

    Demzufolge ist von seriösen Coaches angebotenes und praktiziertes Coaching nicht viel mehr als ein freundschaftlicher Dialog auf, zugegeben, hohem Niveau, das es früher einmal zum Null-Tarif gab und nun, aufgrund der äußeren Umstände, institutionalisiert wurde. Ähnlich sieht es auch Prof. Dr. Stefan Kühl und formulierte es in These 2, seiner „90 kommentierte Thesen zur Entwicklung des Coachings“, in „Das Scharlatanerieproblem, Coaching zwischen Qualitätsproblemen und Professionalisierungsbemühung“ / Herausgeberin: Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V., 1995, folgendermaßen, Zitat:

    „Es gab auch vorher schon personenzentrierte Beratung von Organisationsmitgliedern – zum Beispiel durch Vorgesetzte, Kollegen, Freunde oder Lebenspartner. Neu ist am Coaching die Institutionalisierung der Rolle – sowohl des Coaches als auch des Coachees.

    In Organisationen fand immer schon personenbezogene Beratung statt: Man holte sich Hilfestellung beim Vorgesetzten, wenn man mit einer Aufgabenstellung nicht zu Recht kam. Man lästerte beim Mittagessen mit Kollegen über den Vorgesetzten und rutschte dadurch häufig ungewollt in einen gegenseitigen Beratungsprozess. Die Funktion der personenbezogenen Beratung kann sich institutionalisieren: Personen in bestimmten Rollen werden zu bevorzugten Ansprechpartnern von Organisationsmitgliedern auf der Suche nach einer personenzentrierten Beratung: Es gibt bei einigen Kirchen den „Spiritus Rectus“, der als Ansprechpartner für Mitarbeiter gilt. In einigen Unternehmen ist der Personalchef Ansprechpartner für Führungskräfte, die mit ihren Mitarbeitern Schwierigkeiten haben. Was ist jetzt also das besondere am Coaching? Beim Coaching nehmen sowohl der Berater (Coach) als auch die Beratenen (Coachee) ihre Rollen bewusst ein. Die Rolle wird nicht – wie beim Spiritus Rectus – kraft Erfahrung gebildet. Der Beratungsprozess entsteht dabei nicht – wie beim Gespräch mit dem Personalchef – rein zufällig. Sondern es entsteht ein von beiden als „Beratung“ bezeichneter Prozess mit eindeutigen Rollenverteilungen.“

    Die nachhaltige Wirkung von Coaching im Allgemeinen ist damit, aus meiner Sicht, aufgrund der geringen Tiefe derartiger Beratungsprozesse, relativ gering. Eine höhere Effizienz kann nur dann erreicht werden, wenn es Coaches gelingt, die emotionale Ebene wesentlich stärker in den Coachingprozess mit einzubeziehen und auch tiefenpsychologisch zu arbeiten. Das Problem bei der Sache: Der Coachee muss dies selbstverständlich auch wollen!

  22. QUALITÄT im Coaching:

    Damit der „getriebene Menschen“ einen möglichst hohen Nutzen aus dem Coaching ziehen kann, zählt einzig und allein Dienstleistungsqualität. So impliziert bereits der Begriff Dienstleistung, dass die immaterielle „Leistung“ gerade deshalb erbracht werden soll, um eine gewollte Wirkung zu erreichen. Es geht also darum, etwas Positives zu bewirken.

    Ein Auftraggeber im Business Coaching – meist der Arbeitgeber oder eine Einzelpersonen – sollte sich von einem Coach die Frage beantworten lassen, wie er oder sie die Qualität der Leitung sicherstellt. Eine berechtigte und zentrale Frage, die in anderen Wirtschaftsbereichen durch Zugangsbeschränkungen (z.B. im Handwerk oder in der Medizin), Aufsichtsbehörden (z.B. beim Thema Datenschutz) oder Gesetze (z.B. ISO) geregelt werden.

    Im Coaching gibt es weder geschützte Berufsbezeichnungen noch ein Aufsichtsorgan. Daraus leiten sich zwei Verantwortungsbereiche ab: Erstens, der Auftraggeber muss im eigenen Interesse seine Verantwortung für die Auswahl eines Coachs gewissenhaft wahrnehmen. Hier gibt es hilfreiche Fragen, die einem Coach vor Beginn der Zusammenarbeit gestellt werden können: Wie prüfen Sie die Voraussetzungen für das Gelingen der Coachingmaßnahme? Wie gestalten Sie Transfermöglichkeiten in die Praxis? Wie wahren Sie Vertraulichkeit im Coaching? Auf Basis welcher Ausbildung und Kompetenzen arbeiten Sie? Wie soll die Leistung messbar gemacht werden?

    Zweitens, Coaches stehen in der Verantwortung so zu arbeiten, dass das Ansehen des Tätigkeitsbereiches keinen Schaden nimmt. Dies stellt hohe ethische Anforderungen an den Coach, denen er beispielsweise durch die Orientierung an Grundsätzen und Prinzipien im Coaching oder durch eine Selbstverpflichtung gerecht werden kann. Eine entsprechende Grundlage hierfür bietet der Qualitätsstandard für das Einzelcoaching, die Public Available Specification, PAS 1029 (veröffentlicht im Beuth-Verlag). Darin werden die Aspekte der Dienstleistungsqualität für das Coaching sowie die notwendigen Kompetenzfelder für Coaches beschrieben. An der PAS 1029 orientieren sich in Deutschland ausgewählte Ausbildungsgänge zum Coach. Sie ist weiterhin Grundlage für eine Reihe von Prüfungen und Zertifizierungen im Coaching.

    Wenn Auftraggeber und besonders Coaches ihrer jeweiligen Verantwortung für dieses spannende Tätigkeitsfeld gerecht werden, haben Scharlatane und Trittbrettfahrer keinen Platz in dieser Branche.

  23. Zur Qualität der Coaches ist ja schon viel gesagt worden. Eine weitere große Frage ist die des Veränderungswillens und –vermögens des Klienten. Happy-Learning findet immer auf einer stabilen Linie statt, vielleicht unterstützt durch vertiefende Erlebnisse. Das ist oft nett und macht auch Spaß. Doch die Bereitschaft für echtes Lernen und echte Veränderung entsteht durch Schmerzen, die eine bestehende Situation oder ein Erlebnis auslöst oder gelöst hat. Unhappy Learning. Und an dieser Stelle ist die hohe Verantwortung der Begleiters gefragt, denn jetzt entstehende Veränderungsprozesse können in mehr als nur eine Richtung gehen. Werden diese Veränderungsprozesse erfolgreich durchlebt und begleitet, ist ein geradezu unbezahlbarer Mehrwert für den Klienten entstanden.

  24. Coaching hat viele Ausprägungn, zielt aber immer darauf ab, persönliches Wachstum zu fördern und dem Kunden eine breitere Sicht auf die Dinge und mehr Handlungskompetenz zu vermitteln.
    Insofern ist Coaching eine Form des vielgeforderten lebenslangen Lernens und grundsätzlich positiv. Wir bei Sandler Training verbinden Lernen mit Coaching und Networking. Wie beim Sport gilt auch im Beruf: ich muss die richtige Technik kennen, meine mentalen Barrieren reduzieren und das erforderliche Verhalten an den Tag legen. Bei der Auswahl des Coaches sollten Sie darauf achten, dass der Coach in allen drei Ebenen unterstützen kann.

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