Verkehrte Welt bei Anlageklassen

Ein Blick auf die Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen der vergangenen Jahre macht eines deutlich: Die renditestärksten Klassen sind fast jedes Jahr andere gewesen.

2001 waren es Unternehmensanleihen mit einem Plus von 4,0 Prozent – heute unvorstellbar. 2004 dagegen waren es kleine europäische Aktien (24,8 Prozent), 2006 China (40,8 Prozent)… Die Top Ten sieht wie ein Flickenteppich aus. „Patchwork“, sagt James Ind, Managing Director bei Russell Investments.

Die Zukunft ist so unsicher, da fällt selbst dem Fachmann aus London ein Rat schwer. Sicher ist derzeit nur: Frühere risikoarme Klassen sind heute risikoreich. Die Streuung von Vermögen wird so zum Glückspiel. Dennoch blickt Ind optimistisch in die Zukunft. Griechenland sei abgehakt, Spanien noch weit weg. Europäische Standardaktien seien 20 bis 25 Prozent günstiger zu bekommen, als US-amerikanische, erzählt er bei einer Veranstaltung für Investoren in Düsseldorf. Der Fondsmanager weiß wovon er redet. In den vergangenen gut zwei Jahren hat sein Wachstumsportfolio immerhin um 9,3 Prozent an Wert zugelegt, der Vergleichsindex MSCI World nur um 5,6 Prozent und das bei einer Schwankungsbreite, Volatilität, von 9,4 Prozent, während der Index mit 16,8 Prozent mehr Kursauschläge hatte und deutlich risikoreicher war. Mutigeren Investoren rät Ind zu einer Aktienquote von etwa 55 Prozent.

Die intelligente Asset Allocation

Die intelligente Asset Allocation

Als Buchtipp kann ich Ihnen Die intelligente Asset Allocation (FinanzBuch Verlag, 2006) von William J. Bernstein empfehlen.

Ind favorisiert bei der Vergabe eines Mandats kleinere Teams von Asset-Managern mit maximal fünf Mitgliedern. Nach seinen Untersuchungen schneiden sie deutlich besser ab als Teams mit mehr als 20 Experten. Das war auch für mich überraschend. Sein Argument: „Mehr Flexibilität.“ Wie sollte auch eine konträre Sichtweise gegenüber den Massen (Stichwort Contrarian) mit einem großen Team noch möglich sein? Geläufig ist dagegen das Argument der Höhe der verwalteten Gelder. Im Durchschnitt am besten sind Verwalter mit zwei Milliarden Dollar oder weniger, während Manager mit mehr als 15 Milliarden Dollar unter ihrer Regie nur noch wenig flexibel sind und schlechter abschneiden.

Ein kleiner Mitschnitt des Vortrages (Auszug) gibt Ihnen einmal einen Eindruck von James Ind und seinem Standpunkt (in englischer Sprache).
Viel Spaß dabei und wie immer viel Anlageerfolg,

Ihr Ulrich W. Hanke

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