Infografik-Interview (2): Das soziale Sachen-Netz

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Not macht ziemlich erfinderisch – das beweist die Geschichte von Philipp Sebastian Rogge. Vor einiger Zeit war Rogge in München und hätte gerne eine Runde durch den Englischen Garten gedreht – allein, es fehlte ein Fahrrad. Unbenutzte Räder entdeckte er zwar an jeder Ecke, aber alle waren mit einem Schlössern gesichert und standen nutzlos herum. Das brachte Rogge auf eine Idee: Ein soziales Netzwerk für Sachen, die Freunde einander zeigen, ausleihen, verkaufen oder schenken können.

Inzwischen hat Rogge zusammen mit seinen Mitgründern Ferdinand Mühlhäuser und Carlo Pohlhausen aus der Idee ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern gemacht: frents, eine Wortmischung aus „friends“ und „rent“. Die Gründer überzeugten zu Jahresbeginn einen Business Angel: Raphael Mahir investierte einen sechsstelligen Betrag in das junge Unternehmen.

Im März ging das Sachen-Netz, bei der man sich bequem mit seinem Facebook-Account anmelden kann, online – inzwischen hat es laut Rogge rund 2000 Nutzer. Die können in virtuellen Regalen und auf einer Landkarte all jene Sachen abbilden, die sie mit ihren Freunden teilen wollen, egal ob Bücher, DVDs oder Fahrräder.

Geld verdienen wollen die Gründer, indem sie ihre Nutzer zum Einkaufen im Netz bewegen – so vergrößern die Nutzer ihre Sachen-Sammlung und Frents bekommt eine Provision von den Shops. Eine spannende Geschäftsidee, die auf den Trend „collaborative consumption“ setzt und für die das Berliner Unternehmen kürzlich sogar in die engere Auswahl der Auszeichnung „Startup des Jahres“ des Portals „Deutsche Startups“ kam. Im Infografik-Interview erklärt Gründer Philipp Rogge das Geschäftsmodell und verrät, wie die Monate seit der Gründung verlaufen sind.

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

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Alle Kommentare [7]

  1. Inwiefern die Leute mitmachen, wird man sehen, aber eins muss man auf jeden Fall schon mal sagen: Eine interessante und frische Idee und kein langweiliges E-Commcerce-Modell oder US-Klon, wie sie gerade von Deutsche Startups zum Start Up des Jahres gewählt wurden. Insofern toi toi toi!

  2. Hallo,
    ich finde es langsam lustig, wie immer wieder diese Geschichte: „Vor einiger Zeit war Rogge in München und hätte gerne eine Runde durch den Englischen Garten gedreht – allein, es fehlte ein Fahrrad. Unbenutzte Räder entdeckte er zwar an jeder Ecke, aber alle waren mit einem Schlössern gesichert und standen nutzlos herum. Das brachte Rogge auf eine Idee: Ein soziales Netzwerk für Sachen, die Freunde einander zeigen, ausleihen, verkaufen oder schenken können.“ angebracht wird, die nebenbei bemerkt an den Haaren herbeigezogen wirkt und darüber hinweg geht, dass es die Idee in Deutschland mit entsprechendem Presseecho bereit vor dem Start von frents in verschiedenen Ausprägungen gab. Es ist also kein US-Klon, sondern z.B. ein T-E-I-L-O-Klon.
    Beste Grüße
    Steffen

  3. hi steffen, die story mag ein mythos sein (was ich nicht glaube, denn auf diesen gedanken zu kommen ist so absonderlich nicht), aber entscheidend ist doch ohnehin nur, wers am Ende besser macht, oder? von teilo höre ich hier zum ersten mal und die frischesten medienberichte und presse-echo von denen ist aus 2007. was ist da faösch gelaufen?

  4. Eine wirklich gute Geschäftsidee! Vor allem geeignet, um das Zumüllen der Welt ein bisschen zu verringern! Denn man muss sich nicht automatisch etwas kaufen, wenn man es braucht, sondern man leiht es sich. Das ist zwar nicht gut für das Bruttosozialprodukt, aber gut für die Erde.

  5. Interessant aber Leih-ein-Buch.de finde ich auch nicht verkehrt. Jeder hat Bücher im Regal stehen die besser genutzt werden können.