Leverkusen fürchtet Trikotärger

Trotz vorliegender Angebote verzichtet Bayer Leverkusen eventuell auf einen Trikotsponsor um sich neuen Ärger zu ersparen. Denn für das Teldafax-Abenteuer droht weiter eine Rückzahlung in Millionenhöhe.

Seit die Werkself aus Leverkusen nicht mehr für Produkte aus dem Hause Bayer wirbt, bewies der Club bei der Wahl der Trikotsponsoren kein glückliches Händchen. Zuletzt setzte der Verein wie so viele andere auf eine Solarfirma. Sunpower ging zwar nicht Pleite, wie der Werbepartner in Hoffenheim, doch der Vertrag ist ausgelaufen und an einer Verlängerung besteht offensichtlich kein Interesse.

Doch eine überzeugende Alternative ist ebenfalls nicht in Sicht. Schon nach dem Teldafax-Desaster hatte sich Bayer trotz ungewöhnlicher Werbeangebote bei der Partnersuche schwer getan. Und auch jetzt sehe es nicht nach einer schnellen Lösung aus, sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der „Sport Bild“. Er könne sich daher auch „eine Charity-Sache“ vorstellen und für eine gemeinnützige Organisation werben, wie der FC Barcelona, der lange das Logo des Kinderhilfswerks Unicef auf der Brust trug.

Mit dem Schritt reagiert Bayer auch auf den Ärger bei Werder Bremen um den ungeliebten Sponsor Wiesenhof und die eigenen Erfahrungen mit dem gescheiterten Billigstromanbieter Teldafax. Denn Angebote gibt es durchaus. „Wir hatten einige Anfragen von Unternehmen, die auch viel bezahlen wollten“, sagte Holzhäuser. „Aber wir haben auch Vorstellungen, was die Nachhaltigkeit oder das Image angeht“.

Bei den Interessenten sah der Club also potentiellen Ärger und hat damit zumindest seine Lektion gelernt. Denn die Liason mit dem Skandalunternehmen Teldafax könnte weiterhin ein teures Nachspiel haben: Bayer selbst bezifferte die Rückforderung des Insolvenzverwalters auf 4,4 Millionen – doch es könnten sogar 16 Millionen Euro werden.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*