Fußballstars im Startup-Dschungelcamp

Firmengründer sollen Mesut Özil oder Mario Götze Anteile schenken. Der Plan dahinter erinnert fatal an das Dschungelcamp.

Als geniale Investoren sind deutsche Fußballer bislang eher selten aufgefallen, im Gegenteil: Laut Spielergewerkschaft VdV sind bis zu 25 Prozent aller Profis nach der Karriere pleite oder überschuldet. So machen immer wieder frühere Nationalspieler wie Manni Schwabl  oder Eike Immel  Schlagzeilen, weil von den früher erkickten Millionen nur Schulden blieben. Letzter Ausweg ist dann wie bei Ex-Torhüter Immel das Dschungelcamp.

Doch nun sollen prominente Kicker wie Mesut Özil oder Mario Götze zu Anteilseignern an jungen Startups werden. Am 24.Mai findet in Berlin die Veranstaltung „Celebrity for Equity” statt, interessierte Gründer können sich derzeit bewerben, dort um die Gunst der Stars zu buhlen.

Eigentlich klingt es nach einer guten Idee, um etwas gegen den so oft beklagten Mangel an Risikokapital zu tun. Warum sollen die Fußballmillionäre statt in Aktienfonds oder möglicherweise auch recht riskante Staatsanleihen nicht in innovative, junge Firmen investieren?

Doch statt „Business Angels“ werden  Özil & Co. bei dem Event nur „Marketing Angels“. Denn  wie der Name des Projekts sagt geht es um einen simplen Tausch: Bekanntheit gegen Firmenanteile. Das Konzept ist ziemlich dreist, denn die Startups sollen ihre Anteile verschenken. „Ziel des Events ist es, die Bekanntheit und das Image von Prominenten gegen Anteile am Unternehmen und/ oder am Umsatz einzutauschen“, heißt es in der Ankündigung, „das Unternehmen erhält im Gegenzug kein zusätzliches Eigenkapital“.

Ausgeheckt hat das die Promi-Vermarktungsagentur Kaiorize, die sonst zu Werbezwecken Kleiderspenden für so genannte Stars vermittelt. Und für Mode- oder andere E-Commerce-Startups könnte sogar so ein Anteils-gegen-Aufmerksamkeits-Deal eventuell hilfreich sein.

Dafür müssen die Startups noch eine Teilnahmegebühr von 500 Euro zahlen. Im Gegenzug bekommen sie die Promis nicht einmal zu sehen. Denn statt der Kicker sind nur deren Manager vertreten. Fußballer die dafür ihren Namen hergeben, sind Sami Khedira, Marco Reus, Mario Götze, Toni Kroos, Mesut Özil, René Adler oder Simon Rolfes.

Dazu kommen noch andere Promis wie Schauspieler Jürgen Vogel oder die Band The Boss Hoss. Allerdings auch viele Menschen die ich aufgrund zu geringen Gala- oder RTL-II-News-Konsums nicht kenne oder bei denen man sich fragt, ob sie einen Aufmerksamkeitsschub durch die Liason mit einem hippen Startup nicht eigentlich viel nötiger haben (Liste als PDF). Menschen wie die Ex-Frau von Til Schweiger oder  der Ex-Juror von Germanys Next Topmodel Peyman Amin. Neben D-Promis winkt den Startups noch eine Promimagazinmoderatorin: Annemarie Warnkross, die es auch als Ex-Freundin von Oliver Pocher mal auf rote Teppiche geschafft hat.

Statt Dschungelcamp gibt es für all sie nun das Startupcamp – wenn sich denn zehn Gründer finden, die dabei mitmachen wollen. Doch wenn man sich den Erfolg des Dschungelcamps und anderer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für abgehalfterte Promis ansieht, dürfte es daran nicht scheitern.

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