Suntech-Pleite kostet Hoffenheim wohl Trikotsponsor

Neben der sportlichen Krise hat 1899 Hoffenheim nun noch ein weiteres Problem: Der Trikotsponsor Suntech steht vor dem Aus. Die Probleme des chinesischen Solarkonzerns hatten sich schon zu Jahresbeginn abgezeichnet. Mit Beginn der Rückrunde hatte der Hauptsponsor den Werbeumfang deutlich reduziert, das Logo im Stadion und im Pressezentrum wurde durch SAP-Werbung ersetzt.

Dadurch wurde auch der Umfang des eigentlich mit jährlich 4,5 Millionen Euro dotierten Vertrages reduziert, wie der Verein auf Anfrage bestätigt, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Ausstehende Überweisungen gibt es nach Angaben des für Marketing zuständigen Geschäftsführers jedoch nicht: „Unser Trikotsponsor hat bis heute und zu jedem Zeitpunkt der Partnerschaft alle fälligen Zahlungen fristgemäß entrichtet“, erklärt Jochen A. Rotthaus.

Dass es acht Spieltage vor Saisonende noch zu einem Sponsorenwechsel auf der Brust der Hoffenheimer kommt ist unwahrscheinlich. Gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung erklärte der Verein, das Firmenlogo von Suntech werde „auf jeden Fall“ bis Saisonende auf den Trikots bleiben.

Doch wie es dann mit dem 2011 über drei Jahre geschlossenen Vertrag aussieht ist mehr als fraglich. Allerdings will der Club Suntech auch über die Saison hinaus noch nicht ganz abschreiben. Gegenüber der WirtschaftsWoche erklärte Rotthaus: „Da es sich um den Konkurs einer Tochter unseres Partners handelt,  gehen wir davon aus, dass unsere Vereinbarung mit unserem Vertragspartner Suntech Power Deutschland auch künftig erfüllt wird.“

Damit bezieht er sich darauf, dass gestern nicht die Muttergesellschaft „Suntech Power Holdings Co.“ Insolvenz angemeldet hat, sondern „nur“ die Tochterfirma „Wuxi Suntech“. Allerdings ist es das Herz des Konzerns:  1200 Megawatt der produzierten Gesamtleistung von 1800 Megawatt werden durch Wuxi produziert.

In der kommenden Saison wird daher höchstwahrscheinlich ein anderes Logo die Brust schmücken – allerdings macht die sportliche Unsicherheit des abstiegsbedrohten Clubs die Sponsorensuche nicht einfacher. Im schlimmsten Fall müsste dann wohl das SAP-Logo auch auf den Trikots klar machen, woher Hoffenheims Millionen stammen.

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