Balotelli für Berlusconi

Für 20 Millionen kommt Mario Balotelli zum Berlusconi-Club AC Mailand. Dahinter steckt politisches Kalkül. Italien diskutiert nun, wie der Transfer die Wahl beeinflusst.

Italiens Wintertransfercoup ist perfekt: Für 20 Millionen Euro holt der AC Mailand Mario Balotelli von Manchester City. Doch der italienische EM-Held, der zuvor für den Lokalrivalen Inter spielte, soll nicht nur dem AC Milan doch noch auf einen Champions League Platz schießen, er könnte Clubbesitzer Berlusconi auch bei der Wahl einen Schub geben.

In allen großen italienischen Medien wird in Kommentaren und Umfragen darüber diskutiert, ob Berlusconi „Super Mario“ aus Wahlkalkül gekauft hat und was ihm der Transfer bringen könnte. Die Zeitung „Il fatto quotidiano“ kalkuliert mit einem Plus von 400.000 Stimmen – was immerhin ein Prozentpunkt bedeutet. Vor allem aber seien es bis zu 80.000 Stimmen in der Lombardei, einer der wahlentscheidenden Regionen.  „Libero“ zitiert nicht näher genannte Wahlforscher, nach denen der Balotelli-Effekt sogar zwei Prozent bringen könnte.

Natürlich sind solche Spekulationen mit Vorsicht zu genießen. Vor einigen Tagen hatte „Libero“ noch den bei Madrid spielenden Kaká als Wahlkampfhilfe ins Spiel gebracht und dabei geschrieben, ein Balotelli-Transfer könnte hingegen Stimmen kosten. In Zeiten harter Sparmaßnahmen wäre er schlicht zu teuer. Passend dazu hatte Berlusconi im Radio gesagt: „In Zeiten wie diesen, kann man so eine Operation nicht durchführen. Man kann nicht Monopoly spielen“.

Doch selbst am politischen Gegner geht der Transfer nicht vorbei. So twitterte der bislang in Umfragen führende Pier Luigi Bersani: „Jeder macht Wahlkampf wie er denkt. Ich habe mich heute mit Wählern in Padua und Mestre getroffen. Berlusconi hat über Balotelli verhandelt.“

Der schönste Fotokommentar dazu findet sich übrigens hier.

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