Nürnberg will mit werbefreien Trikots Kasse machen

Als einziger Bundesligist hat Nürnberg noch keinen Trikotsponsor. Das macht die Hemden bei Fans begehrt, doch der Verein kann nicht liefern.

So unterschiedlich kann die Fußballwelt in Bayern aussehen: Während der Krösus aus München gerade erste seinen Vertrag mit Hauptsponsor Telekom vorzeitig um vier Jahre bis Mitte 2017 verlängert hat, hat der 1. FC Nürnberg wenige Tage vor Saisonstart immer noch keinen Trikotsponsor.

Der Club gibt sich weiterhin optimistisch, spätestens beim ersten Heimspiel gegen Dortmund am 1. September einen Werbepartner zu präsentieren. Mit drei Unternehmen werde derzeit verhandelt, bestätigt wurde eine Offerte von Turkish Airlines.

Nürnberg will mehr als die vom Vorgänger Areva gezahlten drei Millionen Euro und dürfte jedoch deutlich weniger kassieren, als die Bayern gerade als künftigen Aufschlag mit der Telekom aushandelten: Statt bislang 25 Millionen Euro sollen die Bayern künftig 30 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Bis die Nürnberger einen Sponsor haben laufen sie weiter mit dem Schriftzug „Der Club“ auf, was das Trikot für Fans besonders attraktiv macht. Die Nachfrage danach ist groß, allein der Club kann nicht liefern. „Das hat produktionstechnische Grübne“, erklärt FCN-Sprecherin Wildermuth auf Anfrage. Sprich: Adidas kommt offensichtlich mit der Herstellung nicht nach.

„Es wird das Club-Trikot jedoch in einer limitierten Sonderauflage geben“, kündigt Wildermuth an. Wenn die Leibchen mit dem neuen Sponsor erhältlich sind, soll parallel dazu die beliebte Notlösung verkauft werden.

Für die potentiellen Werber ist das allerdings keine so gute Nachricht, schließlich dürften die Alternativtrikots gefragter sein, als die offizielle Variante.

Neue Sponsoren haben der VfB Stuttgart (Mercedes-Benz Bank), Eintracht Frankfurt (Krombacher) und Werder Bremen (Wiesenhof).

Bayern München (Deutsche Telekom) 23 – 25 Millionen
VfL Wolfsburg (VW) 20 Millionen
Schalke 04 (Gazprom) 16 – 18 Millionen
Borussia Dortmund (Evonik) 12 – 15 Millionen
VfB Stuttgart (Mercedes-Benz Bank) 7 – 8,5 Millionen
Hamburger SV (Emirates) 7 – 8,5 Millionen
Werder Bremen (Wiesenhof) 6 – 6,5 Millionen
Bayer Leverkusen (Sunpower) 6 Millionen
Eintracht Frankfurt (Krombacher) 5,5 Millionen
Borussia Mönchengladbach (Postbank) 4,5 – 5 Millionen
1899 Hoffenheim (Suntech) 4,5 Millionen
FSV Mainz 05 (Entega) 4 Millionen
Hannover 96 (TUI) 3,5 – 4 Millionen
Fortuna Düsseldorf (Otelo) 2,8 – 3 Millionen
SC Freiburg (Ehrmann) 2,5 Millionen
Greuther Fürth (Ergo Direkt) 1,5 – 2,2 Millionen
FC Augsburg (AL-KO) 1,5 – 1,8 Millionen

Die Angaben basieren auf Zahlen der Nachrichtenagenturen dpa und sid, die sie teilweise auch schätzen mussten. Wobei dpa dabei in der Regel konservativere Angaben machte.

Eine Übersicht der international höchsten Trikotwerbeverträge gibt es hier.

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Alle Kommentare [1]

  1. schöne Aufstellung der einzelnen Einnahmen der Vereine. Ich hätte den BVB da eigentlich deutlich weiter vorn erwartet nach der Verlängerung mit Evonik. Auch Hannover 96 auf den hinteren Plätzen verwundert mich doch etwas.