Rekordvertrag zu Lasten von Opel

Manchester United und GM schließen den lukrativsten Trikotwerbedeal aller Zeiten. Für Opel ist der Vertrag jedoch eine neue Hiobsbotschaft.

Es ist einer der spektakulärsten Trikotwerbedeals in der Fußballgeschichte: Bis zu einer halben Milliarde Euro zahlt General Motors (GM) an Manchester United. Ab der Saison 2014/15 soll dafür das Chevrolet-Logo über sieben Jahre die Brust von Rooney, Kagawa oder Nani schmücken.

Doch im Detail sind die Zahlen widersprüchlich. Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von einer eine Aktivierungsgebühr von 100 Millionen US-Dollar (81,1 Millionen Euro). Hinzu komme eine jährliche Summe von 60 bis 70 Millionen Dollar (48,9 – 57 Millionen Euro). Die Finanzagentur Bloomberg berichtet dagegen von 39 Millionen Dollar pro Jahr (31,8 Millionen Euro) und einem Gesamtpaket von 300 Millionen Dollar. Laut „Wall Street Journal“ beträgt die Gesamtsumme sogar 600 Millionen Dollar.

Da sich alle auf Personen berufen, die mit den Verhandlungen vertraut sind, ist eine Einschätzung schwierig. Klar ist nur, dass es sich um den höchstdotierten Trikotsponsorvertrag handelt.

Schon der Deal mit dem bisherigen Sponsor AON war einer der lukrativsten im Fußball . Die Versicherung hatte laut aktuellem Börsenprospekt pro Jahr 29,7 Millionen Euro bezahlt (23,2 Millionen Pfund).

Und selbst bei GM-Boss Akerson muss der Rekorddeal für Verwirrung gesorgt haben. Schließlich hat er einen Tag vor der Unterschrift Marketingchef Joel Ewanick, der den Vertrag eingefädelt hat, gefeuert. „Er hat die Erwartungen nicht erfüllt, die das Unternehmen an seine Mitarbeiter stellt“, erklärte ein GM-Sprecher knapp. Laut „Wall Street Journal“ konnte er seinen Vorgesetzten einige Details zum Manchester-Sponsoring nicht erklären, die endgültigen Kosten seien daher unklar gewesen.

Vor der Unterzeichnung soll GM daher noch einmal mit Manchester nachverhandelt haben, dies würde auch die teils extrem unterschiedlichen Angaben erklären.

Die Vereinbarung mit dem englischen Rekordmeister bestätigt jedoch Ewanicks Strategie, weniger auf den US-Markt zu setzen. Der bisherige Werbechef hatte unter anderem für Aufsehen gesorgt, als er die Facebook-Werbung von GM stoppte und ankündigte, im kommenden Jahr nicht beim Super Bowl zu werben. Grund dafür waren auch die hohen Kosten: Für einen 30-Sekunden-Spot beim Football-Finale muss man im kommenden Jahr 3,8 Millionen Dollar bezahlen – 2001 waren es noch 2,2 Millionen Dollar.

Der Vertrag ist aber auch eine erneute Hiobsbotschaft für Opel, unterstreicht er doch auf welche Marke GM in Europa künftig setzt. Bei den Fußballdeals des US-Autoriesen in der Vergangenheit war das noch anders: Da warben beispielsweise der FC Bayern und AC Mailand für Opel.

Update 6.8.

Nachdem ManU seinen Börsenprospekt aktualisiert hat, ist das tatsächliche Volumen bekannt: 559 Millionen Dollar (ca. 451 Millionen Euro) zahlt GM über sieben Jahre. In der ersten Saison 2014/15 sind es 70 Millionen Dollar (56,5 Millionen Euro) – der Betrag steigt dann jährlich um 2,1 Prozent.

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Alle Kommentare [1]

  1. Da kann man nur an alle vernünftigen Menschen in Deutschland appelieren, auf gar keinen Fall einen Chevrolet zu kaufen. GM macht Opel mit solchen Strategien systematisch kaputt.