Trikot-Tombola in Oberhausen

Rot Weiß Oberhausen verlost seine Trikotwerbung. Der von Mario Basler trainierte Club sorgte schon früher mit spektakulären Werbeaktionen für Aufsehen.

Mit 8000 Euro Schulden pro Einwohner gilt Oberhausen als ärmste Stadt Deutschlands. Die Kämmerer wollen daher ihre Kasse durch mehr Radarkontrollen auffüllen und erhöhen die Sexsteuer um 70  Prozent.

Auch der örtliche Fußballclub Rot Weiß Oberhausen hat nach dem Abstieg in die Regionalliga und dem Abschied des langjährigen Trikotsponsors finanzielle Sorgen. Doch das Team von Trainer Mario Basler hat einen kreativen Weg gefunden, um an Geld zu kommen: Der neue Trikotsponsor wird ausgelost.

„Es ist leichter, viele Sponsoren zu finden, die 1.000 Euro geben, als einen, der 250.000 Euro investiert“, sagt Norbert Lamb, Geschäftsführer der Vermarktungs-Agentur Contact und Erfinder der Aktion.

Noch bis zum 27. Juli 2012 können Interessenten für 1000 Euro ein Los kaufen mit dem sie an der großen Lotterie um die Brust der RWO-Kicker teilnehmen. Neben dem Hauptpreis gibt es dabei auch einen Platz auf der Werbebande am Stadion, auf der Homepage oder ein Trikotsponsoring für einen Spieltag zu gewinnen gibt. Insgesamt werden zehn Preise verlost, darunter auch Dauerkarten. Einen Werbeplatz am Jugendleistungszentrum bekommt jeder – so ist die Aktion keine reine Lotterie, was sonst Probleme mit dem Glücksspielgesetz geben könnte.

Die Resonanz ist nach einer Woche in der Tat gut: „Wir gehen jetzt auf die 90.000 Euro zu“, sagt Lamb. Die Interessenten reichen vom Fußpflegeinstitut bis zum Einkaufszentrum Centro.

Ausgeschlossen sind nur politische Parteien, religiöse Gruppen oder Anbieter anderweitig für Sportwerbung nicht zugelassener Produkte, wie Alkohol. Einen Sportwettenanbieter würde RWO laut Lamb prüfen, „zumal das ja zum vierblättrigen Kleeblatt im Logo passt“ – noch hat sich jedoch keine Wettfirma gemeldet.

Oberhausens Präsident Hajo Sommer und sein Vermarktungsspezialist machen schon seit einiger Zeit mit kreativen Aktionen Schlagzeilen. So eröffneten sie die kleinste VIP-Loge der Welt – in Baugerüst vor der Anzeigetafel, die noch per Hand umgedreht. Platz haben dort drei Personen, passend zur zugigen Atmosphäre verleiht der Hersteller eines Rotwein-Cola-Mischgetränks den Namen: „Kalte Muschi“.

Als Oberhausen Pfandbecher einführte, druckte der Verein auf die Gästebecher „Scheiß RWO“. Das verärgerte zwar manchen Fan aber hatte den gewünschten Effekt. Zahlreiche Gäste behielten die Becher und ließen dem Verein den Pfand – in den ersten zwei Spielen allein waren es allein 1200 Stück. „Das ist unser bestverkaufter Merchandising-Artikel“, sagt Lamb.

Die Trikot-Tombola ist hingegen nicht ganz neu. Auch Waldhof Mannheim oder Tennis Borussia Berlin haben schon den Werbeplatz auf ihrer Brust verlost.

Und bei einer ähnlichen Aktion konnte man vor zwei Jahren den Stadionnamen des Fünftligisten Westfalia Herne gewinnen. Die Teilnahme an der Tombola war mit 20 Euro jedoch deutlich billiger.

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