Teldafax-Pleite wird zum Desaster für Bayer Leverkusen

Es war eine Pleite mit Ansage. Seit Monaten vergangenem Oktober waren die Probleme von Teldafax bekannt, doch es dauerte lange, bis auch Bayer Leverkusen die Konsequenzen zog: Erst in diesem Monat wurde der Vertrag beendet.

Daher sprechen einige Experten schon einen schweren Image-Schaden für Leverkusen und Sportdirektor Rudi Völler, der das prominente Gesicht für Teldafax war und so auch noch Kunden warb, die nun ihr Geld wohl kaum noch wieder sehen.

Doch auch Bayer Leverkusen droht ein finanzielles Nachspiel, denn der Insolvenzverwalter könnte Millionen zurückfordern. Denn nach Angaben des Handelsblatts hat Bayer noch sämtliche Zahlungen des Stromanbieters in Höhe von sechs Millionen Euro pro Jahr erhalten, als andere Gläubiger vergeblich auf ihr Geld warteten.

„Es geht um den Vorsatz der Gläubigerbenachteiligung“, sagte der Anwalt und Insolvenzspezialist Klaus Kollbach. Wenn ein Unternehmen einen bestimmten Gläubiger noch auszahle, obwohl es eigentlich zahlungsunfähig sei und wenn dem Gläubiger dies bekannt sei, sei die Zahlung innerhalb von zwei Jahren anfechtbar.

Es sei gesetzlich geregelt, dass kein Gläubiger unmittelbar im Vorfeld eines Insolvenzantrags zu Lasten anderer Gläubiger befriedigt werden dürfe. Jeder Insolvenzverwalter sei verpflichtet, alle Zahlungen, die bis zu drei Monate vor dem Insolvenzantrag liegen, genau auf diesen Tatbestand zu prüfen und gegebenenfalls anzufechten.

Und neben diesen drohenden Rückzahlungen muss Bayer noch seine nun fehlenden Werbeeinnahmen für die neue Saison sichern. Nur knappe anderthalb Monate hat die Werkself dafür Zeit und schaltet daher derzeit ganzseitige Zeitungsanzeigen – selbst in Asien und dem Wall Street Journal.

Dabei macht Leverkusen potenziellen Sponsoren ein ganz besonders Angebot: Sie können wählen, ob sie nur in der Bundesliga, nur in internationalen Wettbewerben oder beidem werben wollen. Es könnte also sein, dass Kießling & Co. in der Champions League bald mit anderem Logo auflaufen, als gegen die Liga-Konkurrenten. Fans hätten dann gleich zwei Trikots zur Wahl, wobei mit den Auswärtsvarianten sogar vier.

Die ursprünglich geplanten Trikots waren schon seit Mitte Mai im Handel – sie können nun umgetauscht werden. Leverkusen hat also derzeit alle Hände voll zu tun – kein Wunder das auf der Homepage noch prominent das Teldafax-Logo prangt – mit Link auf die Mitteilung der Insolvenzverwaltung.

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Alle Kommentare [4]

  1. Ganz einfach: Bayern legt im Angebot für Vidal noch nach und wird für den Aufpreis Trikotsponsor bei Bayer 🙂

  2. Also es scheint wohl so zu sein, daß da bei Bayern jemand sich in den Schlaf gesungen zu haben. Die jonglieren mit Millionen überprüfen aber nicht den finanziellen Zustand ihres Trikot Sponsors. Die Pleite von Teldafax wurde ja schon Monate vorher von allen Dächern gepfiffen. Da ist es wohl auch richtig, daß der Isolvenzverwalter das Geld versucht zurückzubekommen. Mal sehen wer da die cleveren Anwälte hat. In jedem Falle verdienen erst mal wieder die Juristen.

  3. Habe in mehreren Mails seit 2009 an den Bayer-Pressesprecher Sprink auf die Lage bei Teldafx hingewiesen, sogar auf den Verdacht von Insolvenzverschleppung und auf meine Anzeige gegen Teldafax bei der Staatsanwaltschaft. Auch auf die zahllosen Beschwerden von Teldafax-Kunden auf Reclabox habe ich verwiesen. Aus mir unerklärlichen Gründen wurde das alles von Bayer (in Person von Herrn Sprink) abgewiegelt. Über die Motive kann man spekulieren, Tatsache ist: Bei Bayer musste man wissen, was vorgeht. Wenn nun der Teldafax-Insolvenzverwalter von Bayer Geld einfordert, geschieht dies völlig zu Recht.